Für Hüttenbergs Tomáš Sklenák (5/hier beim Auswärtsspiel in Ferndorf) sind die Duelle gegen Eisenach immer ganz besondere Partien. Für den Spielmacher ist es das letzte Zweitliga-Duell gegen seinen früheren Klub, bevor es im Sommer zurück in die tschechische Heimat geht. FOTO: LEHMANN
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Für Hüttenbergs Tomáš Sklenák (5/hier beim Auswärtsspiel in Ferndorf) sind die Duelle gegen Eisenach immer ganz besondere Partien. Für den Spielmacher ist es das letzte Zweitliga-Duell gegen seinen früheren Klub, bevor es im Sommer zurück in die tschechische Heimat geht. FOTO: LEHMANN

Der Geruch der Tradition

Hüttenberg gegen Eisenach. Mehr Handball-tradition geht kaum in der 2. Bundesliga. Am Samstag stehen sich die ehemaligen Erstligisten beim Saison- Restart in Hüttenberg gegenüber.

Nach fünf Wochen EM-Pause startet die 2. Handball-Bundesliga am Wochenende ins Jahr 2020. Dabei empfängt der TV 05/07 Hüttenberg am Samstag zur ungewohnten Anwurfzeit um 18 Uhr (!) den ThSV Eisenach.

Die Voraussetzungen:14. gegen 10. - fünf Punkte Differenz, trotz fast gleichem Torverhältnis. Der Blick auf die Tabelle untermauert die Aussage von TVH-Trainer Frederick Griesbach, dass in der Vorrunde oft nur Kleinigkeiten gefehlt haben, die sich aber zu deutlich in der Punkteausbeute ausgewirkt haben.

Der Gegner:Dass Eisenach als direkter Liga-Rückkehrer kein gewöhnlicher Aufsteiger ist, der erst einmal den Klassenerhalt als Ziel hat, war schon vor Rundenbeginn klar. Mit Weltenbummler Trainer Sead Hasanefendi c hat man einen Trainerfuchs auf der Bank, der unter anderem bereits Nationaltrainer der Schweiz, von Tunesien und Serbien war. Mit über 40 Jahren hat der mittlerweile 71-Jährige weit mehr Trainererfahrung als sein Hüttenberger Kontrahent Frederick Griesbach an Lebenserfahrung. Ebenso herausstechend ist bei den Wartburgstädtern die Diskrepanz zwischen Heimstärke und Auftritten in der Fremde. Die ersten acht Spiele wurden ausnahmslos zu Hause gewonnen, unter anderem auch mit 30:25 im Hinspiel gegen den TVH. Mittlerweile ist der ThSV aber seit vier Spielen sieglos und verlor dabei drei mal zu Hause. Auswärts wurden bisher mit dem Unentschieden in Bietigheim sowie dem Sieg beim abgeschlagenen Schlusslicht HSG Krefeld erst drei von 14 möglichen Punkten geholt. "Sie haben einen extrem breiten, gut besetzten Kader. Zudem haben sie verschiedene Abwehrformationen drauf", hat Frederick Griesbach beobachtet.

Besonderheit:Für Hüttenbergs Routinier Tomáš Sklenák wird es vermutlich das letzte Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub sein, da er wohl mit seiner Familie im Sommer in seine tschechische Heimat zurückkehren wird. Der 37-Jährige ist in seiner fünften Saison in Mittelhessen genauso Publikumsliebling wie unter der Wartburg, wo er zuvor zehn Jahre lang aktiv war. Erst in der EM-Pause war der "Turbo" aktiv beim Abschiedsspiel des "Eisenacher Jungen" Daniel Luther und hat viele alte Weggefährten und Freunde getroffen.

Sicherlich werden auch am Samstagabend wieder etliche ThSV-Fans den Weg nach Mittelhessen antreten, um ihre Mannschaft anzufeuern, aber auch um Sklenák zuzujubeln. "Wir wollen, dass ›Skleni‹ dieses Spiel immer in guter Erinnerung behalten wird. Das heißt mit einem Sieg, den wir als Team erringen. Denn er ist ein absoluter Teamplayer, dem es am meisten Spaß macht, wenn man als Mannschaft gewinnt", ist das für Trainer Griesbach auch ein wichtiger Aspekt der Rundenfortsetzung.

Personal:Nur noch Kapitän Mario Fernandes steht auf der Ausfallliste. Ein ganz neues Gefühl für Griesbach, der sich freut, nun wieder vermehrt Optionen zu haben. Linkshänder Dieudonné Mubenzem ist ohne Blessuren von der EM zurück, hatte aber eine hohe Belastung mit sieben Spielen in zwei Wochen. "Er hat seit Juli durchtrainiert. Daher haben wir ihm zumindest eine Woche Pause gegeben", berichtet der TVH-Trainer, dass der Tscheche erst am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen ist. Hendrik Schreiber hat im Testspiel gegen die U 23 der HSG Wetzlar sein Comeback nach seiner Daumenverletzung geben können. Eine weitere positive Erkenntnis dieser Begegnung war die starke Leistung von Dominik Plaue. Der 24-Jährige, zuletzt in der Torhüterhierarchie auf Rang drei zurückgerutscht, spielte durch und glänzte mit 20 Paraden.

Das sagt Frederick Griesbach: "Die Vorfreude ist da nach so langer Pause. Wir wollen da weitermachen, wo wir vor der Pause aufgehört haben und das neue Jahrzehnt positiv beginnen."

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