Strongman

"German Godzilla" Gordzielik mit den meisten PS

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Kraftsportler Raffael Gordzielik ist wieder deutscher Strongman-Meister. Der Staufenberger setzte sich in Bad Tölz gegen elf konkurrierende Muskelpakete durch.

Es war heiß mit gefühlten 45 Grad bei der deutschen Strongman-Meisterschaft in Bad Tölz. Zwölf Muskelpakete kämpften um den Titel "Stärkster Mann Deutschlands". Die Teilnehmer mussten vor einer traumhaften Kulisse und einem großen Publikum sieben kräftezehrende Disziplinen überstehen. Der Staufenberger und amtierende deutschen Meister Raffael Gordzielik wiederholte seinen Vorjahreserfolg und setzte sich erneut die Krone auf.

Beim Strongman-Wettkampf wird der Körper auf eine ganz besonders harte Probe gestellt, denn es wird Unter- sowie Oberkörperkraft, Schnellkraft, Kraftausdauer und Explosivkraft getestet, wobei man zusätzlich sprichwörtliche Nerven aus Drahtseilen braucht. Nur wer sich in allen Anforderungen behaupten kann, darf sich zu recht am Ende als stärkster Mann Deutschlands bezeichnen lassen.

Die Leistungsdichte im deutschen Strongman-Sport nimmt jährlich zu, und so wurde es dem Staufenberger und amtierenden deutschen Meister alias "German Godzilla" durch seine immer stärker werdende Konkurrenz nicht einfach gemacht.

490 Kilo beim Autokreuzheben

So fing der Wettkampf mit dem Stemmen eines massiv hölzernen Baumstammes an. Der Athlet, der das höchste Gewicht vom Boden in die Streckung mit den Armen über Kopf bewältigt, gewinnt diese Disziplin. Gordzielik konnte hier den zweiten Platz mit 175 kg einfahren. Weiter ging es mit dem Autokreuzheben in einem besonderen Modus. Startgewicht waren 330 kg vom Boden. Nach jeder erfolgreich absolvierten Wiederholung wurden 20 kg zusätzlich draufgeladen. Hierbei konnte der "German Godzilla" 490 kg heben und sich den ersten Platz in der Disziplin sichern. Weiter ging es direkt mit dem LKW-Ziehen. Hier musste ein LKW – mit einem Hubschrauber auf der Ladefläche – über eine Distanz von 20 m mit bloßer Körperkraft gezogen werden. Hier lagen die Athleten im vorderen Feld sehr dicht beieinander; Hundertstelsekunden entschieden über die Platzierungen. Unglücklich landete Raffael Gordzielik auf dem fünften Platz. Danach kam es zum Gewichtshochwurf, wobei fünf Säcke mit Griffen von 20 bis 28 kg über eine Höhe von 4,5 Meter in der schnellstmöglichen Zeit geworfen werden müssen. Der Staufenberger konnte sich hier den dritten Platz sichern. Diesen belegte er auch bei der nächsten Disziplin, bei der ein 380 kg schwerer Reifen umgeworfen werden musste (neun Wiederholungen). Aufgrund des staubigen Bodens konnte der Mittelhesse keinen guten Grip am Reifen bekommen und seine Paradedisziplin nicht gewinnen.

Nun ging es in die letzten beiden Disziplinen mit einem Punkterückstand von acht Zählern zum Führenden. Jedoch wusste "German Godzilla" aus den bereits absolvierten Wettkämpfen, dass immer noch etwas geht. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge ging es somit in die letzten Disziplinen: Es sind die Paradedisziplinen von Gordzielik. Es musste ein 25 kg schwerer Hammer mit ausgestreckten Armen knapp über Augenhöhe so lang wie möglich gehalten werden. Hier konnte der Staufenberger sechs Punkte auf den Führenden gutmachen. Jetzt ging es in die alles entscheidende Disziplin: 40 m Kofferlaufen mit einem jeweils 135 kg schweren Koffer auf jeder Seite und einen 150 kg schweren Amboss auf ein 140 cm hohes Podest heben in der schnellstmöglichen Zeit. Explosiv lief der Staufenberger los, ließ die Koffer wie gewöhnliche leicht gefüllte Einkaufstaschen aussehen und konnte wie im Jahr zuvor die Disziplin gewinnen. Damit verbesserte er seine alte Zeit sogar noch um eine ganze Sekunde.

Nun stand es fest: Der "German Godzilla" hat seinen Titel verteidigt und reiht sich in eine ganz besondere Reihe von Athleten ein. Denn bisher ist es nur zwei weiteren Strongman-Sportlern gelungen, ihren Titel zu verteidigen. Jetzt kann sich Raffael Gordzielik erst mal zurücklehnen und seinem Körper etwas Ruhe gönnen, bevor er in die nächste Wettkampfsaison startet.

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