Thomas Roth

Ein genialer Moment

(esa). Thomas Roth hat geschafft, wovon viele nur träumen. Der Handballer des TSV Södel hat das "Tor des Jahres" geworfen. In der Abstimmung unter den acht Monatssiegern der Handball-Bundesliga (HBL) sammelte der 39-Jährige die meisten Stimmen. Das Tor aus dem Spiel in der Bezirksliga A gegen die KSG Bieber im August 2019 war unkonventionell und genial zugleich. Mit dem Gesicht vom Tor weg und einem katapultartigen Rückhandschwung knallte Roth den Ball ins rechte Kreuzeck.

Thomas Roth, nehmen Sie uns mit auf den Spielzug vor dem Tor.

Thomas Roth:Eigentlich war ein Dreier-Wechsel angesagt. Dann hat sich aber die Situation ergeben. Viele haben mir im Nachgang gesagt, dass es voraussehbar gewesen sei, was ich vorhabe. Umso schöner, dass der Wurf dann auch im Winkel einschlägt.

Erzielen Sie solche Tore öfter?

Roth:Ich bin schon ein Freigeist, der immer mal wieder Sachen probiert. Ich stehe seit über 30 Jahren auf dem Parkett, normale Würfe machen zwar auch Spaß, aber ich versuche immer mal wieder etwas Unerwartetes einzustreuen.

Also war es Zufall, dass es von diesem Tor ein Video gibt.

Roth:Genau, es wurde dann auch sofort auf der Seite der Handball-Bundesliga hochgeladen. Danach ging es sehr schnell durch die Decke.

Wie sehr haben Sie damit gerechnet, die Abstimmung zu gewinnen?

Roth:Ich habe zu keiner Zeit damit gerechnet. Ich bin wahnsinnig stolz auf den Verein, aber auch auf die Unterstützung aus der ganzen Region. Das war unglaublich. Da waren auch Tore dabei, die hätten es aus meiner Sicht mehr verdient gehabt.

Wie wird die Preisverleihung ablaufen?

Roth:Am 21. August darf ich mit meiner Frau und unseren zwei Kindern nach Düsseldorf fahren und den Pokal im Rahmen des Supercups (SG Flensburg/Handewitt gegen THW Kiel; Anm. d. Red.) in Empfang nehmen. Im VIP-Bereich bekomme ich den Pokal überreicht und vielleicht noch ein T-Shirt, die Liga hat nämlich nach meiner Konfektionsgröße gefragt. Das werde ich persönlich sehr genießen, aber ohne die große Unterstützung aus dem Verein und der Region wäre das nicht möglich gewesen. Darauf bin ich wahnsinnig stolz.

Geht man nach den Kommentaren in den sozialen Netzwerken, hat Ihr Tor viele Begehrlichkeiten geweckt. Eine YouTube-Nutzerin möchte ein Kind von Ihnen, ein Facebook-User erwartet eine Party. Gab es auch Angebote von anderen Vereinen?

Roth:Tatsächlich sollte ich bei ein paar Vereinen mal ins Training kommen. Aber natürlich bleibe ich in Södel. Es ist aber auch schön zu sehen, wie andere Spieler animiert werden, das nachzumachen.

Sie werden Ihren Titel sicher verteidigen wollen. Haben Sie über den Sommer an einem neuen Wurf gearbeitet?

Roth:Das ist eine einmalige Sache in einem Handballerleben. Es ist nicht mein Anspruch, da noch einen draufzusetzen. Dafür sind jetzt andere zuständig. Unsere Jungs und Mädels im Verein sollen sich auch mal ausprobieren. (Archivfoto: Nici Merz)

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