Vorkämpfer: Ein Sonderlob erhält Hüttenbergs Moritz Zörb von seinem Trainer Frederick Griesbach. ARCHIVFOTO: RAS
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Vorkämpfer: Ein Sonderlob erhält Hüttenbergs Moritz Zörb von seinem Trainer Frederick Griesbach. ARCHIVFOTO: RAS

Gemischte Gefühle

  • vonMarkus Röhrsheim
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(mro). Der TV 05/07 Hüttenberg hat nach zuletzt drei Niederlagen am Stück endlich wieder ein kleines Erfolgserlebnis gefeiert. Mit dem 19:19 (7:9)-Unentschieden bei den DJK Rimpar Wölfen haben sich die Zweitliga-Handballer aus Mittelhessen im engen Abstiegskampf zumindest einen Punkt gesichert.

Aller guten Dinge sind drei. So hätte es sein können, nachdem der TVH sowohl in der Vorbereitung als auch im Hinspiel gegen die Wölfe verloren hatte. Eine schlechte Verwertung von teils hochkarätigen Chancen verhinderte, dass die Gäste - unterstützt von etlichen heimischen Fans - beide Punkte mit auf die Heimreise nehmen konnten. "Unsere Wurfquote war nicht gut. Und unsere technischen Fehler und Fehlwürfe hat Rimpar mit Tempogegenstößen bestraft", musste TVH-Trainer Frederick Griesbach feststellen.

Erwartungsgemäß entwickelte sich eine torarme Begegnung. Was natürlich auch an den starken Torhütern Andreas Wieser (DJK) und Nikolai Weber (TVH) lag, die jeweils mit einer Quote von über 40 Prozent gehaltener Bälle brillierten. Es lag aber auch daran, dass die Blau-Weiß-Roten beste Einwurfmöglichkeiten fahrlässig ausließen. Zudem merkte man speziell offensiv den Hüttenbergern die Verunsicherung an, die aus der schlechten zweiten Halbzeit der Vorwoche resultierte. Dieudonné Mubenzem erzielte für die Gäste den ersten Tagestreffer. Da sich Rimpar im Angriff gegen eine gut funktionierende TVH-Deckung, die von der Rückkehr des zuletzt krank fehlenden Abwehrchefs Moritz Zörb profitierte, schwertat, trafen die Gastgeber erst in der sechsten Minute zum ersten Mal. Nach dem bereits vierten Treffer von DJK-Linksaußen Dominik Schömig zum 5:2 in der zweiten Welle musste allerdings Griesbach schon in der zehnten Minute in der Auszeit seine Mannschaft an ein besseres Rückzugsverhalten erinnern.

Weiterhin taten sich beide Mannschaften offensiv schwer, sodass bei Christian Rompfs Treffer zum 3:6 schon mehr als eine Viertelstunde gespielt war. Dennoch gelang den Mittelhessen in der 26. Minute durch Björn Zintel der 6:7-Anschluss. Nach Schömigs sechstem Treffer musste der TVH dennoch mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Pause gehen (7:9), da sowohl Zintel per Tempogegenstoß als auch Mubenzem, nachdem er sich toll durchgetankt hatte, an Wieser scheiterten.

Hahn erzielt den Endstand

Auch nach Wiederbeginn sahen die gut 1500 Zuschauer eine enge Partie. Zwar nahm Wieser Moritz Zörb gleich den ersten Ball weg, zwei Zintel-Treffer bedeuteten aber den 9:9-Ausgleich. Weiter stand sich der TVH aber selbst im Weg. So scheiterte Rompf von Linksaußen und Mubenzem unterlief ein Fehlpass, so dass Rimpar sich wieder absetzte. Hendrik Schreiber - nach Passfinte - markierte zwar den 10:11-Anschluss, doch die Hausherren erhöhten nach der elften Parade von Wieser auf 13:10 (40.). Nun endlich packte der TVH seine durchaus vorhandenen Offensivqualitäten aus und glich in der 51. Minute durch den einzigen Siebenmeter, den Robin Hübscher sicher verwandelte, beim 16:16 wieder aus.

In der Crunchtime egalisierten Schreiber und Mubenzem mit einem Geschoss in den Winkel jeweils die Rimparer Führung. Und obwohl dem TVH weiter einige Fehler unterliefen, konnte auch die letzte Wölfe-Führung von Lukas Böhm durch Rechtsaußen Tobias Hahn bereits knapp drei Minuten vor dem Ende zum 19:19-Endstand beantwortet werden. Zwar hatte der TVH nach der 14. Parade von Weber sogar noch die Chance zum Siegtreffer, kam aber letztlich nicht mehr zum Abschluss.

"Wir wollten zwei Punkte, haben aber nur einen", war Griesbach nach Spielende nicht zufrieden. "Das Unentschieden kann man von zwei Seiten sehen: Wenn man auswärts nur 19 Tore wirft und trotzdem einen Punkt holt, dann ist das gut. Wenn man aber auswärts auch nur 19 Tore bekommt, muss man gewinnen. Wenn man dann noch sechs Gegenstoß-Tore und ein Unterzahltor abzieht, dann haben wir in 58 Minuten nur zwölf Tore aus dem gebundenen Spiel bekommen. Das ist überragend", erklärte der Coach, der ergänzte: "Man hat gesehen, wie wichtig die Rückkehr von Moritz Zörb war und dass Moritz Lambrecht wieder Kraft hatte. Die beiden haben überragend geackert. Und auch Niko hat stark gehalten."

Rimpar: Wieser, Brustmann; Schömig (6), Böhm (2), Karle, Schmidt (3/2), Kaufmann, Siegler (2), Schulz (2), Backs, Brielmeier, Herth (1), Sauer (3), Franke.

Hüttenberg: Plaue, Weber; Fuß, Sklenák, Lambrecht (1), Rompf (1), Zörb (3), Stegefelt, Mubenzem (4), Hübscher (1/1), Hahn (1), Zintel (5), Schreiber (3), Kirschner, Jockel.

Im Stenogramm: SR: Lier/Lier (Stuttgart). - Zu.: 1507. - Zeitstrafen: 6:2 Minuten. - Siebenmeter: 2/2:1/1.

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