Gelungenes Programm, geringe Resonanz

(lad) Ein 100-jähriges Jubiläum ist immer etwas Besonderes und natürlich ein Grund zum Feiern. So konnten sich in diesem Jahr die Mitglieder der Sportfreunde Oppenrod darüber freuen, dass ihr Verein die "Hundert" voll gemacht hat, was bereits über die vergangenen Monate hinweg mit diversen Veranstaltungen gewürdigt wurde und nun in der traditionell am 1. Advent ausgerichteten Gau-Gymnastikschau des Turngaus Mittelhessen in der Sporthalle der Gesamtschule Großen-Buseck einen insgesamt gesehen gelungenen Abschluss fand.

"Der Stress in unserem Jubiläumsjahr war heftig, aber positiv - das war eine schöne Erfahrung. Ich bedaure nur, dass wir heute nicht mehr teilnehmende Gruppen und Zuschauer hatten", äußerte sich die 2. Vorsitzende der Sportfreunde und Organisationsbeauftragte Renate Renger darüber, dass inklusive der auftretenden Sportler nur rund 250 Interessierte ihren Weg in die Busecker Sporthalle fanden, von denen eben gut die Hälfte aktive Programmteilnehmer waren. Die Erklärung hierfür fand Marion Kleist vom Turngau Mittelhessen im ungünstig gelegenen Termin: "Am 1. Advent sind so viele andere Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte und -feiern sowie andere Auftritte; wir müssen auf Dauer einen anderen Zeitpunkt finden und versuchen, die Schau ab 2012 früher zu veranstalten. Nächstes Jahr zum 100-jährigen Bestehen des TSV Albach wird sie dann wahrscheinlich zum letzten Mal am 1. Advent sein."

Doch die anfängliche Enttäuschung über die Resonanz wich bei allen Anwesenden rasch, als das vom Oppenroder André Kessler, der inzwischen in Bayern als Radio-Moderator arbeitet, bestens und stimmungsvoll moderierte Programm begann und viele Höhepunkte kurzweilig aneinander reihte. Den Auftakt machte mit der „"Young Generation" von Trainerin Monika Heitmann eine Gruppe des Ausrichtervereins, die mit ihrem "Charleston-Mix" die 20er Jahre in die Gegenwart holte und für erste Stimmung sorgte. Für pure Athletik gepaart mit Ausdruck und anspruchsvollen Abstimmungen sorgten im direkten Anschluss zwei Gruppen der TSG Leihgestern, die von Viktoria Wehmhöhner und Jennifer Kirsch eingestimmt wurden. So zeigten zunächst unter dem Namen "Tattletales" die etwas jüngeren Leihgesternerinnen zu schnellen Beats ihr cheerleaderisches Können, bevor als "Blackout" die etwas älteren TSG-Jugendlichen noch eins drauf setzten und mit einem Magie-Motto Zauber in der Halle verbreiteten. Eleganz und Anmut zeigte danach die Gymnastik-Gruppe des TV Großen-Buseck unter Birgit Eichhöfer, die sich zu den Klängen einer von einem Frauen-Chor gesungenen Version des Red Hot Chili Peppers-Hits "Under the Bridge" rhythmisch bewegte.

Akrobatisch wurde es, als die vier Mädchen des MTV 1846 Gießen auf die Tanzfläche gingen und das sehenswerte, von Marjetta Henning konzipierte Rope-Skipping-Programm "East" auf athletische Weise bewältigten. Ganz spontan zeigte sich am Sonntag zudem Natascha Barrett, die eigentlich als späterer Programmpunkt mit "Alte Hasen - Junge Hüpfer" zu "Carmen" auftreten sollte: Die 20-jährige Turnfestsiegerin 2010 zeigte kurzfristig eine nicht geplante Solo-Impro-Gymnastik-Nummer mit dem Band, bevor das Video-Clip-Dancing "TiK ToK" des TSV Albach von Trainerin Aline Coutuner als siebter Programmpunkt in die Pause verabschiedete.

Mit Albach hatte die erste Hälfte geendet, mit Albach begann die zweite: Mit pinkfarbenen Perücken und Sonnenbrillen zeigte der TSV unter anderem zu Evergreens wie "Daddy Cool" oder "Tainted Love" eine ausdrucksvolle Choreographie. Einen "Cell Block Tango" zeigte danach das Trio des TV Großen-Buseck von Sabrina Hollbach, das mit stimmungsvoll ruhigen und lasziv ausdrucksstarken Bewegungen auf drei Stühlen für Knistern in der Halle sorgte.

Dann kam der zweite Auftritt Barretts, die übrigens dafür sorgte, dass die ansonsten aus 65-und-aufwärts-jährigen Frauen bestehende Gruppe "Alte Hasen" aus Gießen, Krofdorf-Gleiberg, Steinbach und Watzenborn-Steinberg neuerdings den Zusatz "Junge Hüpfer" trägt. Mit Bändern ausgerüstet, bewirkte die Gruppe von Hilde Schostak und Linda Vinson Latino-Flair zu "Carmen". Für Begeisterung sorgte nach "Carmen" die Jazztanzgruppe der Sportfreunde Oppenrod, die bereits allein mit ihren Kostümen beeindruckte. Gemäß des Mottos "Harlekin-Tanz" hatte sich die Gruppe ihre venezianischen Kostüme selbst geschneidert und mit den entsprechenden Masken den Rondo Veneziano vollends nach Buseck geholt. Als letzter Akt vor dem Finale trat nun die einzige Gruppe mit männlichen Teilnehmern auf; die gemischte Showtanzgruppe der Adventurers Reinhardshain unter Jasmin und Jürgen Vollhardt, bevor schließlich das prächtige Finish die Veranstaltung beendete: Alle Teilnehmer aller Gruppen liefen bei ausgeschalteter Hallenbeleuchtung mit Teelichtern in bunten Behältern in der Hand spiralförmig auf die Tanzfläche ein und sorgten somit für "Leuchtende Impressionen", die ein gelungenes Ende der Veranstaltung bedeuteten.

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