Dragan Sicaja
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Dragan Sicaja

Eintracht-Trainer Sicaja

"Es geht um die Psyche"

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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(sno). Pendelnde Quarantäne - auch das gibt es, wie der 54-jährige Cheftrainer von Fußball-Regionalligist Eintracht Stadtallendorf, Dragan Sicaja, feststellen muss. Nachdem ein Praktikant im Unternehmen des Industriekaufmanns positiv auf Corona getetest wurde, gilt für Sicaja: "Ich darf nur von meinem Zuhause zur Arbeit fahren, dort mit Maske arbeiten, und zurückfahren."

Seit Mittwoch bleibt der Coach dem Eintracht-Training fern und fehlt nun auch heute gegen den FC Gießen (14 Uhr).

Herr Sicaja, Sie betonen, dass die Wiederaufnahme des Regionalliga-Spielbetriebs in Corona-Zeiten vor allem für die kleineren Vereine schwierig ist - wieso?

Es geht um die Psyche der Menschen. Bei uns sind die Spieler Amateure, sie bekommen täglich am Arbeitsplatz mit, welche Diskussionen über das Virus geführt werden, man kann als Regionalliga-Fußballer derzeit schon ein schlechtes Gewissen haben. Zudem müssen wir die Schnelltests vor dem Training machen, das dauert gefühlt Stunden. Wir können die Spieler nicht wie Profivereine in Gruppen vormittags und nachmittags kommen lassen.

Welche Unterschiede zu den Profis gibt es noch?

Angesichts der Umstände freust du dich als Amateurfußballer weniger auf die Spiele. Ein Profi, der sonst wenig bis nichts zu tun hat, freut sich dagegen. Die paar Prozente, die wir sonst durch Emotionen und Zuschauer wettmachen konnten, fehlen. Zudem haben wir im November drei Wochen lang nicht trainiert.

Sie stehen der Wiederaufnahme des Spielbetriebs also kritisch gegenüber.

Ja. Eine gesunde Gesellschaft orientiert sich an den Schwächeren. Das hat sich in der Regionalliga Südwest nicht bewahrheitet. Einzelinteressen haben dominiert. Dabei spielen wir alle in einer Liga. Der Fußball läuft uns nicht weg.

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