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Johannes Lischka (13) verschafft sich gegen Brian Butler Respekt.

Ganz großes Kino

  • VonSebastian Kilsbach
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Die Depant Gießen 46ers deklassieren zum Playoff-Auftakt Achtelfinal- Kontrahent Baskets Koblenz mit 92:79. Die Rackelos haben die Tür zum Viertelfinale der Pro B weit aufgestoßen.

Mit 92:79 siegten die Gießen 46ers Rackelos am Donnerstag im ersten Playoff-Achtelfinalspiel der 3. Basketball-Liga. Grundlage des überraschend deutlichen Erfolgs war die mannschaftliche Geschlossenheit. Gegner Koblenz mag auf dem Papier als Siebter der Südstaffel Außenseiter gegen Gießen gewesen sein, die bekanntlich als Tabellendritter in die Playoffs eingezogen waren. Die höhere individuelle Klasse hatten aber die Rheinland-Pfälzer aufzubieten, die in der Hauptrunde zweimal die Oberhand behalten hatten. Wie die Hessen in einer Partie mit 13 Führungswechseln schließlich davonzogen, war Zeichen des tollen Charakters, der die Rackelos auszeichnet.

Man könnte so Donte Nicholas besingen, der mit 21 Punkten, zehn Rebounds und zehn Assists ein seltenes Triple-Double auflegte. Johannes Lischka blieb mit elf Punkten eher blass, schlug aber Lücken, die die Youngster Tim Schneider in der ersten und Sebastian Brach in der zweiten Halbzeit exzellent nutzten. Man könnte auch loben, wie sich Lischka von der Linie der Referees nicht aus dem Konzept bringen ließ und defensiv wie besessen gegen den körperlich eigentlich überlegenen Brian Butler agierte.

Wer aber verstehen will, was den Erfolg des Teams auszeichnet, sollte einen Blick auf die Bank riskieren. Allein Viktor Ziring, der Donnerstag erstmals seit langem nicht zum Einsatz kam, ersetzte einen ganzen Zuschauerblock in der Osthalle mit seinem Support. Die gute Stimmung mag auch dazu beitragen, dass Akteure wie Brach und Schneider ihre Einsatzzeit äußerst erfolgreich nutzten. Als Koblenz nach dem Seitenwechsel davonzuziehen drohte, war es Brach, der mit acht schnellen Zählern dagegenhielt.

So kam es, dass sich die Rackelos ab der 27. Minute absetzten und Koblenz komplett aus dem Spiel nahmen. »Ich hätte nicht gedacht, dass wir es am Ende des Tages so deutlich darstellen. Ein Kompliment an alle«, war da auch Coach Lutz Mandler hocherfreut. Den Schlüssel sah er in der defensiven Leistung. »Wir haben sie in der ersten Halbzeit unter 40 Punkten gehalten, und das bei nur sechs Fouls«, lobte Mandler. Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass Tim Uhlemann früh sein zweites und drittes Foul kassierte und auf die Bank musste. Am Ende stand der Point Forward wieder über 35 Minuten auf dem Parkett und wurde mit 23 Zählern Topscorer.

Als der Sieg längst in trockenen Tüchern war, ließ der Coach noch seine Jugendspieler auflaufen. Nach dem Spiel galt sein erster Gruß - die »Beckerfaust« - dem Übertragungsteam, das die Partie auf YouTube streamte. Dort richteten ehemalige 46er wie Hannes Osterwalder und Benjamin Lischka im Chat ihre Glückwünsche aus: eine Geste, über die auch Mandler nur schmunzeln konnte.

Fest steht: Die mittelhessische Basketball-DNA ist am Leben - und kann mit einem weiteren Sieg vielleicht noch eine Runde länger zelebriert werden. Gewinnt Gießen am Sonntag auch in Itzehoe, steht die Tür zum Viertelfinale jedenfalls ganz weit offen.

Depant Gießen 46ers Rackelos: Köpple (22), Amaize, Schneider (7), Göbel, Uhlemann (23), Lischka (11), Nicholas (21), Schweizer, Brach (8), Rostek, Maruschka.

Die Depant Gießen 46ers Rackelos haben in der Basketball-Pro B die Baskets Koblenz zum Playoff-Start deutlich mit 92:79 bezwungen. Donte Nickolas (rechts) hat die Würzburger Defense um Calvin Oldham Jr. versetzt und kommt zu zwei seiner insgesamt 21 Punkte.

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