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Felix Kreutz (HSG Wettenberg II) stört die Kreise von Jonas Kielich (Mitte, HSG Wettertal).

Furiose Wettenberger erste Hälfte

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(se). Nicht frei von Überraschungen verlief der erste Spieltag in der Handball-Bezirksoberliga. Die wohl größte lieferte dabei die HSG Kleenheim/Langgöns II, die bei der hoch gehandelten HSG Großen-Buseck/Beuern mit 22:20 gewann. Auch die HSG Mörlen, immerhin Dritter der vergangenen Saison, wurde zum Saisonstart auf dem falschen Fuß erwischt: Gegen die MSG Kirchhain/Neustadt setzte es eine 25:29-Heimniederlage. Dagegen kam Landesliga-Absteiger HSG Wettenberg II bei der HSG Wettertal zu einem sicheren 30:25-Sieg. Erfolgreich in die Saison gestartet ist auch Aufsteiger SG Rechtenbach mit dem 21:20 im Derby gegen den TV Wetzlar. Einen sehr deutlichen Sieg (23:16) feierte unterdessen die HSG Hungen/Lich bei der zweiten Mannschaft der HSG Linden.

HSG Wettertal - HSG Wettenberg II 25:30 (11:17):Zwei grundverschiedene Halbzeiten prägten diese Partie. Im ersten Durchgang spielten die Wettenberger den Kontrahenten phasenweise an die Wand. "Wir waren in der Abwehr zu langsam und zu passiv", stellte Wettertals Trainer Sven Tauber fest. Die Folge: Die Gäste warfen ein Tor nach dem anderen, führten nach sechs Minuten mit 4:0. Nach dem 4:8 (15.) kamen die Wettertaler durch Tore von Jonas Kielich und Marcel Mengel auf 6:8 heran. Die Wende schien sich anzubahnen, doch dann drehten die Gäste noch einmal auf. 8:14 lautete der Spielstand nach 23 Minuten. Die Wettenberger Marc Stroh (2) und Daniel Schmitz erhöhten binnen zwei Minuten sogar auf 17:8. Bis zum Seitenwechsel verkürzten die Gastgeber auf 11:17. Und daran knüpften sie im zweiten Durchgang an. "Da haben wir die Arbeit eingestellt", stellte Gästetrainer Dragan Nenad fest. Bis zum 42. Minute verkürzten die Wettertaler den Rückstand auf vier Tore (18:22), doch mehr ließ der Gast nicht zu. "Uns hat unsere Erfahrung geholfen", erklärte Dragan Nenad. Sven Tauber, der nach mehren Ausfällen auf drei A-Jugendliche zurückgreifen musste, gewann der Partie doch noch eine positive Seite ab: "Die zweite Halbzeit haben wir mit 14:13 gewonnen." Das gibt zwar keine Punkte, aber sicherlich Auftrieb für kommende Aufgaben.

Tore, Wettertal: Kielich (5), Metzger (4/1), Yannick Kreuzer (4), Raab, Zimmer, Mengel, Boller (je 2), Tobias Kreuzer, Hendrischke, Görlach, Rumpf (je 1). - Wettenberg II: Schmitz (6/2), Felix Kreutz (6), Stroh, Weidner (je 5), Michel Wingefeld (3), Simon Wingefeld, Sascha Kreutz (je 2), Kleinschmidt (1).

HSG Linden II - HSG Hungen/Lich 16:23 (8:10):Aller Anfang ist schwer. Gästetrainer Carsten Schäfer berichtete, dass alle Akteure in den ersten zehn, elf Minuten "total unsicher" gewesen seien. "Im Angriff war es ein zähes Spiel", ergänzte Schäfer, der mit der Deckungsleistung seines Teams aber zufrieden sein konnte. Nach dem 3:3 (11.) und 5:5 (19.) zog Hungen/Lich durch Tore von Marvin Schmied und Anton Frederic Hahn auf 7:5 davon. Diesen Vorsprung retteten die Gäste auch in die Pause. Nach Wiederbeginn drehten die Lindener die Partie durch Nikolas Adamczyk und Paul Marvin Lenz (2) zum 11:10 (33.). Bis zum 13:13 (38.) stand die Begegnung auf des Messers Schneide, ehe sich die Gäste durch zwei Tore von Marvin Menges auf 15:13 absetzten. Zwar kamen die Lindener in der verbleibenden Zeit mehrfach auf einen Treffer heran, doch der Ausgleich gelang nicht mehr. "Zum Schluss haben sie dann alles oder nichts gespielt", erklärte Schäfer. So habe sich seine Mannschaft deutlich absetzen können. "Wir haben zu viele technische Fehler produziert und frei Chancen vergeben, als dass wir Zählbares hätten mitnehmen können", lautete das nüchterne Fazit von Lindens Trainer Conrad Melle.

Tore, Linden II: Adamczyk (7/4), Ebert, Lenz, Rüdesheim (je 2), Laun, Rühl, Weimer (je 1). - Hungen/Lich: Menges (5), Macht (4/3), Dönicke (4), Hahn (3), Stania, Marek (je 2), Böhm, Schmied, Metzger (je 1).

SG Rechtenbach - TV Wetzlar 21:20 (7:12):Lange Zeit sah es nicht nach einem Erfolg des Aufsteigers aus. Die Wetzlarer zogen nach dem 2:2 (8.) durch Tore von Sven Adams (2) und Michael Schetzkens auf 5:2 davon und waren auch im weiteren Verlauf dieses Abschnitts überlegen, sehr zur Freude ihres Trainers Marco Schmidt. Doch die Halbzeitpause bedeutete eine Zäsur in dieser Partie. "Wir haben in 16 Minuten nur ein Tor geworfen", musste der Wetzlarer Coach zur ersten Hälfte des zweiten Durchgangs feststellen. Die Rechtenbacher wandelten in dieser Zeit den 7:12-Pausenrückstand in eine 16:13-Führung um. "Dass wir dann nach nur neun Minuten in der zweiten Halbzeit das Ding gedreht haben, war schon geil", freute sich SGR-Trainer Christian Kunz. "Matze Lang hat richtig aufgedreht und uns mit tollen Paraden die nötige Sicherheit gegeben", hob er einen Spieler seiner Mannschaft besonders hervor, lobte aber auch dessen Teamkollegen: "Kämpferisch war das von meiner Mannschaft allererste Sahne, und das ist das, war wir im Kampf um den Klassenerhalt so dringend brauchen." Nach dem 16:13 für Rechtenbach kamen die Wetzlarer durch Michael und Johannes Schetzkens (zwei bzw. ein Treffer) innerhalb von 80 Sekunden zum 16:16-Gleichstand. Bis zum 18:18 (54.) verlief die Partie ausgeglichen, ehe der Aufsteiger durch Sven Viehmann und Bastian Schmidt wieder zwei Tore vorlegte und diesen Vorsprung nicht mehr aus der Hand gab. Freude also in Rechtenbach, während Marco Schmidt konstatierte: "Wir haben die Rechtenbacher auf 21 Toren gehalten und dennoch verloren."

Tore, Rechtenbach: Frosch (7/2), Schmidt (4), Viehmann, Pape (je 3), Kaluza, Thrun (je 2). - Wetzlar: Adams (7/4), Michael Schetzkens (5), Dubiys (3/1), Stanzel, Johannes Schetzkens (je 2), Schmidt (1).

HSG Großen-Buseck/Beuern - HSG Kleenheim/Langgöns II 20:22 (14:14):Die Gäste waren von der ersten Minute an putzmunter und lagen nach fünf Minuten mit 3:0 vorn. Zwar konnte Großen-Buseck/Beuern innerhalb von drei Minuten ausgleichen, doch in der Folgezeit dominierte wieder die Oberliga-Reserve, die mit geduldigem Spiel und sicheren Abschlüssen eine Waffe der Hausherren, den Tempogegenstoß, entschärfte. So führten die Kleenheimer nach zwölf Minuten mit 12:6. "Wir haben uns dann wieder herangekämpft", bescheinigte Busecks Trainer Mario Foos seiner Mannschaft in dieser Phase eine gute Moral. Bis zur Pause war der Gleichstand zum 14:14 hergestellt. Die Gäste hatten zuvor Niklas Klarner nach einer Disqualifikation verloren, kamen damit im zweiten Durchgang aber gut zurecht. "Die zweite Halbzeit war ganz schwach", stellte Foos hinterher fest. Die von Fabian Höpfner betreuten Kleenheimer warfen bis zur 40. Minute eine 18:14-Führung heraus, mussten die Busecker jedoch bis zur 51. Minute durch einen Treffer von Florian Hirschmann auf 19:20 herankommen lassen. Doch durch Zeitstrafen geschwächt, konnte der Ausgleich nicht mehr hergestellt werden. Nach etwas mehr als 56 Minuten traf Philipp Schäfer zum 22:20 für den Gast. In den verbleibenden dreieinhalb Minuten blieb beiden Seiten ein Torerfolg versagt.

Tore, Großen-Buseck/Beuern: Hirschmann, Biedenkapp (je 4), Foos (3), Stein (2/1), Krug, Coletta, Schüler (je 2), Schneider (1/1). - Kleenheim/Langgöns II: Weller (5), Keßler, Schäfer (je 4), Dilges (3/2), Henze (3), Keil, Klarner, Hanika (je 1).

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III - HSG Dilltal 21:13 (7:8):Dutenhofens Trainer Torben Wegner nahm kein Blatt vor den Mund: "Es war ein grauenhaftes Spiel mit zahlreichen Fehlern auf beiden Seiten." Sein Kollege aufseiten der HSG Dilltal, Peter Küster, empfand die Partie gar nicht als so schlecht, allerdings musste er einräumen, dass 13 erzielte Treffer viel zu wenig seien. "Wir haben unsere drei Rückraumspieler Sascha Friedrichs, Paul Heer und Florian Wagner ersetzen müssen und daher in der ersten Halbzeit zu viele Körner gelassen", erklärte er. Ein Manko bei den Gästen war natürlich die Chancenverwertung. In diesem Zusammenhang lobte Wegner seinen Torhüter Alexander Scholz, der großen Anteil daran hatte, dass den Dilltalern nur 13 Tore gelangen. Wegner stellte in der Partie mehrfach die Deckung um und nahm nach der Pause Gästespieler Patrik Müller in Manndeckung. Das sollte sich im Endeffekt auszahlen. Zunächst lief es ganz gut bei den Gästen, die nach dem 2:2 auf 6:2 davonzogen. Doch die Hausherren stellten schnell den Anschluss wieder her (5:6). Zwar zog Dilltal wieder auf 8:5 davon, doch ließen sich die Gastgeber nicht abschütteln und verkürzten bis zur Pause auf 7:8. Die Dilltaler erwischten einen glänzenden Start in den zweiten Abschnitt und stellten eine 10:7-Führung her. Aber dann holte Dutenhofen/Münchholzhausen Tor um Tor auf, hatte beim 11:11 den Gleichstand hergestellt und zog uneinholbar auf 18:12 davon.

Tore, Dutenhofen/Münchh. III: Müller, Dennis Agel (je 5), Lukas Wallwaey (4), Becker (3), Weimer, Wenzel (je 2). - Dilltal: Kohlmeir (4), Yannick Weiß (3), Christoph Ulm (2), Fitzner, Sebastian Ulm, Pöchmann, Funke (je 1).

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