Stefan Hassler
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Stefan Hassler

"Für mich wie eine zweite Heimat"

  • Michael Schüssler
    vonMichael Schüssler
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(ms). Der Gießener Fußball-Lehrer Stefan Hassler hat eine neue Aufgabe gefunden. Der 51-Jährige, der zuletzt beim Gruppenligisten SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen tätig war, zieht es aber nicht in höhere Ligen. Nein, er hilft einem kleinen Gießener Stadt-Verein, der Freien TSG Gießen, die in der Kreisliga B Gießen, Gruppe 1, Tabellenletzter ist. Wir haben mit Stefan Hassler über seine besondere Verbindung zu dem Verein "an der Liebigshöhe" gesprochen.

Die Freie TSG Gießen ist für Sie nicht nur ein Verein - in welchem Verhältnis stehen Sie zu dem Klub?

Als ich 2001, also vor 19 Jahren, meine aktive Laufbahn als Spieler im leistungsbezogenen Fußball beendete, weil der Trainerjob hauptberuflich wurde, wollte ich gerne noch ein wenig in den unteren Klassen spielen. Zu jener Zeit führte ich noch mein Fußballfachgeschäft Kick-In in Gießen. Dort entstand der erste Kontakt zu Norman Claus - einem der damaligen Macher des Vereins. Ich lebte seiner Zeit am Schwanenteich - kannte einige Spieler meiner Generation noch aus der Jugend und fand Willi Klein und seine Frau Ingrid, die ich nur flüchtig kannte, auf Anhieb total sympathisch. Im Laufe der Zeit wurde der Klub für mich wie eine zweite Heimat - eine Erholungsoase mit hohem Spaß und Lernfaktor für mich.

Der Macher bei der Freien TSG ist Willi Klein. Was schätzen Sie an ihm?

Willi Klein ist absolut authentisch, verstellt sich nie, sagt immer klar und unverblümt, was er denkt. Er hat ein hohes Maß an Fachkompetenz im Fußball, ist total selbstbewusst, witzig, schlagfertig, verliert nie das Menschliche aus den Augen und trägt das Herz am rechten Fleck. Wer ihn und seine Frau Ingrid aus der Nähe kennenlernen darf - bereichert sein Leben.

Sportlich sieht es bei der Freien TSG in der Kreisliga B Gießen, Gruppe 1, als Tabellenletzter nicht gerade gut aus. Was sind Ihre Ziele, damit es wieder besser läuft? Sofern man im Frühjahr 2021 wieder den Spielbetrieb aufnehmen könnte.

Meine Ziele im Klub muss man differenzieren. Es gibt dort unterschiedliche Themenpunkte, genau wie in jedem Klub. Ich habe dem Verein aufgezeigt, wie ich mir den Klub wünschen würde, damit sowohl ein angenehmes inneres Vereinsleben als auch wieder Punkte in der Tabelle eingefahren werden. Klein, familiär, warm mit Spaß am Fußball und in der Regel mehr Spiele gewinnen als verlieren ist das mittelfristige Ziel. Sollte uns das gemeinsam gelingen, wird es Kettenreaktionen und Synergien geben - sowohl im Team als auch im Förderkreis, sprich am Rande der Bande. Ich denke nicht mehr in Ligen, denn der Fußball ist in jeder Liga das gleiche Theaterstück - nur die Schauspieler und die Größe der Bühne ändern sich. Der Spaßfaktor, die Emotionen, die Freude, der Ärger oder auch der Frust - ist überall gleich. Eine Meisterschaft in der B-Liga fühlt sich für die Beteiligten genauso an wie für die Bayern-Spieler die deutsche Meisterschaft in der Bundesliga - und die Bank bei Real Madrid ist für den Auswechselspieler genauso hart wie die Bank für den Auswechselspieler bei der Freien TSG Gießen. ARCHIVFOTO: MS

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