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Grünbergs finnischer Neuzugang Venla Varis (l.) bereitet sich mit dem Rest des Teams auf die Rückrunde vor.

Für die Rückrunde bereit

  • VonSebastian Kilsbach
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Personell verstärkt geht der Basketball-Zweitligist Bender Baskets Grünberg in die Rückrunde. Sportliches Minimalziel sind fünf Siege. Zudem wolle man fit und gesund die Saison beenden, so Trainer René Spandauw.

Das junge Grünberger Team war mit drei Siegen aus den ersten sechs Spielen in die Saison der 2. Basketball-Bundesliga Nord der Frauen gestartet. Beim 62:65 zu Hause gegen Neuss habe man Punktgewinn Nummer vier »selbst komplett weggeschmissen«, so Cheftrainer René Spandauw. Das war am 31. Oktober. Was folgte, war der »Katastrophen-Monat November: Der schlimmste Monat in meinem Coachleben. Sowas habe ich in zehn Saisons zusammen nicht erlebt«.

Eine Serie aus Verletzungen, Pannen, Spielausfällen und (nicht coronabedingten) Erkrankungen prägte die Folgewochen. Der mehr als angespannten Personaldecke zollte man mit vielen hohen Niederlagen Tribut. Über Wochen fehlten die Spitzenkräfte des Teams, darunter die US-Amerikanerin Olivia Nash.

Nun aber deutet sich Licht am Ende des Tunnels an. Nash steht nach überstandener Augen-OP vor der Rückkehr. Mit Venla Varis verstärkte man sich extern: Die finnische Ex-Jugendnationalspielerin mit Collegeerfahrung in den USA soll dem Kader Tiefe verleihen. Das gilt auch für Juliane Winterberg und Isabell Meinhart, die aus der zweiten Mannschaft zu den Bender Baskets stoßen.

Damit sollen parallel in der Nachwuchsliga WNBL auflaufende Spielerinnen wie Linn Villwock, Elisa Mevius sowie Cora und Nina Horvath entlastet werden. »Es wäre schön, wenn wir sie am Ende der Saison noch fit haben«, unterstreicht Spandauw, wie prekär die Lage zwischenzeitlich auch gesundheitlich für den Kader war.

Auch deshalb hatte man sich auf die Suche nach einer Verstärkung von außen begeben, die einige Wochen Zeit in Anspruch genommen hat: »Spielerisch bringt uns Venla eine gewisse Ruhe und Sicherheit.« Daran habe es in entscheidenden Spielsituationen oft gemangelt, so Spandauw: »Sie wird uns absolut helfen. Sie kann werfen, sie kann ziehen, sie ist sehr spielintelligent.«

In Anbetracht der Ausnahmesituation, in der sich der Verein zeitweise befand, fällt das Fazit des erfahrenen Übungsleiters positiv aus. Moral und Wille der Mannschaft seien zu keinem Zeitpunkt gebrochen gewesen. Unter normalen Umständen seien so noch mindestens fünf Siege zu erwarten, die zugleich den Klassenerhalt sichern würden.

Derzeit rangieren die Bender Baskets Grünberg auf dem vorletzten Platz der zweiten Damen-Basketball-Bundesliga Nord.

Die allseits bekannten äußeren Umstände aber machen auch vor dem Grünberger Internatstermin nicht Halt. Noch sei kein Omikron-Fall im Team aufgetreten. »Ich hoffe, dass wir alle gesund bleiben. Wir sind sehr vorsichtig. Alle sind doppelt oder dreifach geimpft, wir testen uns regelmäßig. So bleiben wir hoffentlich von Infektionen verschont.« Carlice Poelstra hatte es bereits im Februar des vergangenen Jahres erwischt. Die Niederländerin litt bis zuletzt unter Long-Covid-Symptomen, kam aber fitter aus der Weihnachtspause: »Das sollte auch nochmal einen kleinen Schub geben«, sagt Spandauw.

Er lobt in diesem Zusammenhang die Corona-Beauftragte des Vereins: »Silke Arnheiter macht einen fantastischen Job, den ich nicht beneide.« Auf dem Papier sind die Bender Baskets also bestens gerüstet, um ab Mitte des Monats das Feld von hinten aufzurollen. (Los geht es mit einem Heimspiel gegen Marburg am 15. Januar um 19:30 Uhr in der Theo-Koch-Schulhalle.) In der Realität bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln. In der ersten Damen-Bundesliga kam es bereits zu Spielausfällen.

Die Weihnachtspause wurde jedenfalls genutzt, um intensiv zu trainieren und Trainingsrückstände aufzuholen. »Ich bin zuversichtlich«, sagt Spandauw. Mit dem schlimmen November im Hinterkopf kann es eigentlich nur bergauf gehen.

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