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Kommt noch nicht so recht ins Laufen: Gießens Drittliga-Neuzugang Ali Ibrahimaj.

FC Gießen

FSV Frankfurt macht FC Gießen vor, was mit wenig möglich ist

  • Sven Nordmann
    VonSven Nordmann
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Dass mit weniger finanziellen Mitteln in der Fußball-Regionalliga Südwest mehr möglich ist, wird dem FC Gießen vom FSV Frankfurt eindrucksvoll vorgemacht. Auch am Samstag war das zu sehen.

Der FC Gießen bestreitet seine nächsten vier Regionalliga-Spiele im März 2021 allesamt im Gießener Waldstadion - für die Partien gegen vier Teams mit einem zweistelligen Tabellenplatz gilt wie im Restaurant: Es darf gerne ein bisschen mehr sein!

Aus den letzten sechs sieglosen Partien brachte das Team von Trainer Daniyel Cimen drei Tore hervor - auch bei der 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den zuvor rund einen Monat außer Gefecht gesetzten FSV Frankfurt kamen in 90 Minuten zwei echte Torchancen zustande.

»Viel Fußball war nicht möglich auf dem Platz«, sagte Cimen, der seinen Kontrakt vergangene Woche um zwei Jahre verlängert hat und weiß: In Sicherheit wiegen darf sich im Waldstadion niemand.

Nach der knappen, aber vermeidbaren Niederlage gegen den FSV ist der FC Gießen nun punktgleich mit dem ersten von sechs Abstiegsplätzen, der von der SG Sonnenhof Großaspach belegt wird. Zudem hat kein Team mehr Spiele absolviert als Gießen.

Der Aufschwung nach der Winterpause hat den FC aus der Abstiegszone geführt - nun muss das Team aufpassen, nicht wieder in jene zu rutschen. Die folgenden vier Gegner in Gießen lauten Astoria Walldorf, FSV Mainz 05 II, VfR Aalen und Bahlinger SC.

Gegen den wegen einer Corona-Welle zuletzt pausierenden FSV Frankfurt hätte der FC Gießen einen Punkt mitnehmen können. »Es wird wohl eine einzige Aktion geben, die das Spiel entscheidet«, wusste Trainer Cimen schon in der Halbzeitpause. In der 79. Minute kam diese Szene, als die Gäste einen Freistoß schnell und clever ausführten und der folgende langgezogene Querpass durch den Strafraum vom Ex-Gießener Jake Hirst zum 1:0 eingeschoben wurde.

»Wir haben beim Freistoß und beim Querpass gepennt. So darfst du nicht verteidigen«, monierte der Trainer danach. »Das sind die 50:50-Spiele, die wir vor ein paar Wochen noch gewonnen haben.«

Es war ein enges Spiel, eine knappe Kiste. In der ersten Hälfte hatte der FC Gießen zwei gute Einschussmöglichkeiten, jeweils nach einem langgezogenen Ball von Milad Salem in den Strafraum. In der 26. Minute konnte Stürmer Aykut Öztürk den Ball nicht adaquät verarbeiten und nutzte seine exklusive Position vor dem Tor nicht, in der 34. Minute wurde ein verlängerter Kopfball von Marco Boras von FSV-Torhüter Kenan Mujezinovic stark pariert.

Spielerisch zeigten sich die Gäste aus der Mainmetropole etwas besser und sicherer, agierten viel über die starken Flügel um Ihab Darwische und Steffen Straub, vermochten aber ebenso wenig verlässlich Torgefahr zu kreieren.

Das klassische 0:0-Spiel setzte sich so auch in Hälfte zwei fort, bis zur sehenswerten Frankfurter Freistoßvariante.

Während der FC also auf Tabellenrang 16 rutscht, hat das Team von Trainer Thomas Brendel die Möglichkeit gewahrt, mit zwei Siegen in den Nachholspielen auf Platz eins zu springen - mit einem geringeren finanziellen Budget wohl gemerkt als der FC Gießen.

FSV Frankfurt: Geringeres Budget, mehr Punkte

Während am Bornheimer Hang geschätzte 750 000 Euro in den Kader fließen, übersteigen die Ausgaben beim FC durch die Winter-Neuzugänge diese Summe deutlich.

So sagt FSV-Stürmer Jake Hirst darauf angesprochen: »Wir sind ein gutes Beispiel dafür, dass der Etat nicht immer entscheidend ist. Bei uns kämpft jeder für jeden, jede Woche. Wir fühlen uns wohl.«

Was in einer außergewöhnlichen Saison mit Raffinesse, Qualität und Teamsprit also möglich ist, hat der drei Spiele weniger absolvierende, aber 14 Punkte mehr vorzuweisende FSV eindrucksvoll vorgemacht.

Gießen: Löhe - Takehara, Boras, Starostzik, Mohr (65. Heil) - Fink, Trkulja (85. Parson) - Korzuschek (77. Celik), Ibrahimaj, Salem (65. Erkilinc) - Öztürk (85. Arcalean).

Frankfurt: Mujezinovic - von Schrötter, Bazzoli, Nothnagel, Sierck - Azaouagh, Sejdovic (85. Burdenski) - Darwiche (46. Häuser), Straub (89. Kelati) - Alawie (70. Hirst) - Güclü.

Im Stenogramm: Tore: 0:1 (79.) Hirst. - Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Backnang).

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