Frauenpower in Ruppertsburg

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Ein anspruchsvolles Hauptspringen, strahlender Sonnenschein und beste Bodenverhältnisse: Das sind die Zutaten für ein gelungenes Turnierwochende beim Reit- und Fahrverein Laubach. Die Zuschauer gehen begeistert mit.

Das Hauptspringen der Klasse M** beim Turnier des Reit- und Fahrvereins Laubach am Sonntagnachmittag stellte hohe Ansprüche. Parcourschef Torsten Aab hatte sich einiges einfallen lassen, um es den Teilnehmern nicht zu leicht zu machen. "Ein reelles Springen, das die erforderlichen Qualitäten abfragt", stellte Alexander Kisselbach (RV Am Pohlheimer Wald) fest, der mit seiner Schimmelstute Wild Emotion einen ärgerlichen Fehler kassiert hatte. Besonders die Linienführung zwischen den Hindernissen stellte schon im Umlauf so manchen Reiter vor Probleme. Harmlos wirkende Steilsprünge mussten diagonal überwunden werden, wollte man sein Pferd nicht aus dem Rhythmus bringen, Zulegen und Einfangen der Galoppsprünge zum passenden Anreiten erforderten reiterliches Geschick.

Einige Verweigerungen, weil der Absprung oder die Distanz zum Sprung nicht passten, und auch Stürze waren die Folge. Glücklicherweise blieben Mensch und Tier jeweils ohne Blessuren. Oftmals ging ein Raunen durchs Publikum, das ob seiner großen Zahl eine beachtliche Kulisse bot. Erleichtertes Klatschen, wenn Ross und Reiter unversehrt den Parcours verließen, und begeisterter Jubel bei fehlerfreien Vorstellungen: Die Zuschauer in Ruppertsburg verfolgten gebannt das Geschehen auf dem Springplatz.

Vor allem die Damen im Sattel kamen mit den Anforderungen der Zwei-Sterne-Prüfung gut zurecht und zeigten Frauenpower. Mareike Winkler-Harth aus Wetzlar warf ihre umfangreiche Erfahrung in die Waagschale und zog mit zwei Pferden ins Stechen ein. Ebenso die Norwegerin Christine Gjerstad, die für das Gestüt Wäldershausen (Homberg/Ohm) reitet. Am Ende wurde Gjerstad Zweite und Dritte. Es siegte die Dänin Betina Haugaard Hansen (RSC Hungen) auf Campagnarde, Winkler-Harth mit Gangster Life belegte den vierten Platz. Der Ehrenpreis für den stilistisch besten Ritt wurde Anika Koch aus Oberweimar verliehen.

Im Anschluss maßen sich noch einmal die Vereine des Bezirksreiterbundes Oberhessen Mitte im Team-Springen. Der RSC Ruttershausen holte sich zum dritten Mal in Folge den Sieg und liegt in der laufenden Wertung des OHM-Cups mit 77 Zählern vor Lich (56) und Grünberg (51). Noch größer ist der Vorsprung, den sich die Dressur-Mannschaft aus Nidda herausgeritten hat. In Ruppertsburg siegten die Reiter von der Krötenburg und führen im Cup mit 96 Punkten vor Reiskirchen (72) und dem PSC Luisenhof aus Buseck (67).

"Auf den ländlichen Turnieren ist in den letzten Jahren eine deutliche Verbesserung bei den Reitern und auch bei den Pferden, gerade auch in der Dressur festzustellen", bemerkte Monika Sames aus Pohlheim am Rande des Vierecks.

Auch die Mittelhessen-Tour der Springsportförderung sowie der Dressur-Cup Mittelhessen machten in Laubach Station und sahen heimische Sieger und Platzierte. Der Laubacher Peter Kress wurde auf Coco Blue in einem L-Springen Vierter und mit Anouk Blue Zweiter in der zweiten Abteilung. Beide Pferde stammen aus eigener Zucht. Im R+V-Cup gewann Emilia Schwarzkopf (RFV St. Georg Drommershausen) auf Max vor Anna Maria Trzcinka (RFV Mücke) mit Campari und Gunda Urich (RFV Reiskirchen) im Sattel von Just in Time.

Trotz nächtlicher Regenfälle präsentierte sich das Gelände in hervorragendem Zustand. "Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen", freute sich der Vorsitzende des Gastgebervereins, Christian Lind, über die Resonanz von Reitern und Zuschauern, die einmal mehr in Ruppertsburg Reitsport auf hohem Niveau und spannende Wettbewerbe erlebten.

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