_20201112OVHSGCOB1217_25_4c_1
+
Stefan Cavor (hinten) und Anton Lindskog (am Kreis) waren beim 31:22 über Coburg in der Hinrunde die auffälligsten Wetzlarer Spieler. Hier nehmen sie es mit den Coburgern Pouya Norouzinezhad (7), Justin Kurch (52) und Stepan Zeman (66) auf. Ihr Ausfall heute im Rückrundenspiel bei den Franken wäre schwer zu verkraften.

HSG Wetzlar

Fragezeichen hinter Cavor und Lindskog

  • Daniela Pieth
    VonDaniela Pieth
    schließen

Die HSG Wetzlar bangt vor der Auswärtspartie beim HSC Coburg um den Einsatz ihrer Leistungsträger. Fehlen Stefan Cavor und Anton Lindskog, wird es schwer.

Drei Spiele in acht Tagen - Spieler und Trainerstab der HSG Wetzlar dürften froh sein, wenn am Donnerstagabend der Schlusspfiff nach dem Spiel beim HSC 2000 Coburg ertönt. Nach zwei Niederlagen gegen Frisch Auf Göppingen und beim THW Kiel sind Punkte beim Tabellenletzten, der Anpfiff ertönt um 19 Uhr, Pflicht. Denn die bisher im April angesetzten Aufgaben geben wenig Mut zur Hoffnung, die Punktebilanz weiter im positiven Bereich zu halten.

Eine Zwischenbilanz: Neun Siege, neun Niederlagen und drei Unentschieden stehen bislang auf der Habenseite der Grün-Weißen. 21:21 Punkte und Platz 11 in der Handball-Bundesliga sind bislang ein sehr guter Zwischenstand, begünstigt vor allem durch den Saisonstart mit 6:6 Punkten und Siegen in Minden, beim Bergischen HC sowie dem historischen 31:22-Erfolg gegen den THW Kiel. Lange Zeit befand sich die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider auf einem einstelligen Tabellenplatz, musste zuletzt allerdings etwas abreißen lassen. Dem Erfolg gegen Hannover-Burgdorf zum Restart folgten zwei glückliche Unentschieden gegen Erlangen und in Ludwigshafen. In beiden Partien konnten die Wetzlarer hohe Rückstände egalisieren und schwache Spielphasen so wieder ausgleichen. Gegen Göppingen und in Kiel wurden diese Aussetzer aber bestraft.

Hoffnungsschimmer bei Stefan Cavor und Anton Lindskog? Zumindest bei Filip Mirkulovski ist klar, dass er weiterhin in Quarantäne ist und in Coburg fehlen wird. Bei Cavor und Lindskog wird sich auf den letzten Metern entscheiden, ob beide mitspielen können oder nur einer oder gar keiner. Inwieweit sie dem Team nach ihren Schulterverletzungen in Coburg helfen können, steht auf einem anderen Blatt Papier, da beide wochenlang nicht oder nur eingeschränkt trainieren konnten. Ein gemeinsames Mannschaftstraining ist seit der Weltmeisterschaft unmöglich gewesen. Gerade der Ausfall dieser beiden Schlüsselfiguren tut der HSG weh und ist kaum zu kompensieren.

Coburger Stil: Was die Kampfkraft und den Einsatzwillen angeht, stehen sich beide Mannschaften in nichts nach. Vor einer guten Woche hat sich der HSC gegen Kiel sehr gut verkauft und dem THW 32 Buden eingeschenkt. Die 37 Gegentore zeigten aber auch klar auf, dass die Vestestädter ihre Punkte gegen die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt holen müssen. Oder aber gegen eine ersatzgeschwächte HSG Wetzlar. Denn Coburg tritt mit voller Kapelle an, vor allem die lange schmerzlich vermissten Andreas Schröder, Drasco Nenadic und Pouya Norouzinezhad sind wieder zurück. Wetzlar erwartet eine 6:0-Abwehr, in der Schröder und Stepan Zeman zumeist den Innenblock bilden, aber auch durch den jungen Kreisläufer Justin Kurch oder Nenadic ersetzt werden können. Auf den Halbpositionen decken Pontus Zettermann und auf der anderen Seite einer der beiden Mittelmänner Pouya oder Tobias Varvne. Dadurch sind sie in der Lage, nach Ballgewinnen oder Gegentoren den Ball schnell nach vorne zu transportieren, wo zuvorderst Florian Billek lauert, um die Kugel ruckzuck wieder im gegnerischen Kasten zu versenken. Allerdings hat der HSC im bisherigen Saisonverlauf auch die meisten Gegentreffer kassiert, steht diesbezüglich mit 128 Toren im Minus und durfte sich den Titel »Schießbude der Liga« ans Trikot heften. Im Angriff bauen die Coburger auf ein sehr ausgereiftes Konzept, spielen sehr diszipliniert, stehen sich oftmals allerdings selbst im Weg. Technische Fehler und Fehlwürfe werfen den HSC immer wieder zurück und ermöglichen es dem Gegner, daraus Kapital zu schlagen.

Das sagen die Trainer : »Ohne auf die angeschlagenen Spieler von Wetzlar zu schauen, müssen wir auf jeden Fall besser spielen als wir das in Minden und gegen Magdeburg gemacht haben«, erklärt Coburgs Coach Alois Mraz. »Da ist es die Aufgabe, gegen Wetzlar am besten die zwei Punkte zu holen. Wir sind noch in einem Bereich, in dem der Klassenerhalt möglich ist. Das wollen wir nutzen«

»Das ist eine wichtige Partie im Hinblick auf die nächsten Wochen, wo wir nicht ein einziges Mal favorisiert sind«, gibt Gegenüber Kai Wandschneider die Wetzlarer Marschroute aus. »Es wäre gut, wenn wir in Coburg zwei Punkte holen können. Wir müssen von Beginn an in allen Bereichen da sein, nur Vollgas geben, sehr fokussiert und konzentriert spielen. Es ist ein Big-Point-Spiel für beide Mannschaften. Wir brauchen über 60 Minuten eine starke Torwartleistung und eine starke Deckung. Wenn ›Caki‹ nicht dabei ist, wobei das sein erster Auftritt nach vier Wochen wäre, müssen wir wieder mit drei Rechtshändern im Rückraum spielen. Daraus müssen wir das Beste machen.«

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare