_1SPOLSPORT14-B_154412_4c
+
Kiels Patrick Wiencek (M.) setzt sich bei der 28:31-Auswärtsniederlage gegen Flensburgs Lasse Svan durch, im Tor Torbjørn Bergerud.

Flensburg gewinnt Gipfeltreffen

  • VonDPA
    schließen

Die SG Flensburg/Handewitt hat im prestigeträchtigen Nordderby gegen den THW Kiel ein dickes Ausrufezeichen im Rennen um die Meisterschaft gesetzt und die Tabellenführung der Handball-Bundesliga zurückerobert. Beim THW sorgt man sich um Hendrik Pekeler und Pavel Horak.

Die Handball-Bundesliga-Mannschaft von Trainer Maik Machulla setzte sich gegen den Rekordmeister Kiel in einer intensiven Partie mit 31:28 (17:15) durch. Mit 34:4 Zählern ist Flensburg neuer Spitzenreiter und verwies den Rivalen aus Kiel auf Rang drei (33:5 Punkte).

In der 104. Auflage des Klassikers war Hampus Wanne mit zehn Treffern bester Werfer bei den Flensburgern, die mit dem Sieg ihre imposante Serie auf 47 Heimspiele ohne Niederlage ausbauten. Für Kiel war Sander Sagosen mit neun Toren erfolgreichster Schütze.

»Ich bin wahnsinnig stolz, das hilft uns für die kommenden Aufgaben«, sagte Machulla nach der Partie bei Sky: »Es ist gerade Halbzeit, das wird noch eine lange und knackige Saison.« Für THW-Coach Filip Jicha war es hingegen »ein gebrauchter Tag«. Seine Mannschaft habe nicht zu ihrem Spiel gefunden: »Wir waren zu fokussiert darauf, was Flensburg macht.«

Am Samstagabend zogen die Rhein-Neckar Löwen nach und gewannen gegen GWD Minden mit 29:27 (14:14). Die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb festigte mit 32:12 Punkten Rang vier. Der SC DHfK Leipzig sicherte sich in letzter Minute einen 28:27 (18:12)-Sieg bei den Füchsen Berlin. Der HC Erlangen unterlag zu Hause dem Bergischen HC 20:25 (11:15). Am Sonntag bestätigte der SC Magdeburg seine beeindruckende Form schob sich auf den zweiten Tabellenplatz vor. Der frühere Champions-League-Sieger setzte sich mühelos mit 32:22 (16:14) beim TVB Stuttgart durch und blieb damit im 14. Ligaspiel nacheinander ohne Niederlage. Zum bislang letzten Mal war der SCM Ende November in Leipzig als Verlierer vom Feld gegangen. »Zum Schluss ist es etwas zu hoch. Wir freuen uns, diesen Schub mitzunehmen«, sagte Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert am Sky-Mikrofon.

Im Vorfeld des Derbys hatten Diskussionen um die Auswirkungen der Pandemie den Handball-Gipfel zwischen Flensburg und Kiel überschattet. Jicha hatte mit Aussagen zum eng getakteten Spielplan für Wirbel gesorgt, außerdem musste der THW auf Welthandballer Niklas Landin (Quarantäne) im Tor verzichten.

Bei Flensburg fehlten gleich mehrere Akteure aufgrund von Verletzungen und Quarantäne-Anordnungen, pandemiebedingt hatte die Mannschaft seit dem 7. März kein Pflichtspiel mehr bestritten. »Wir machen das Beste draus, geben Vollgas und schauen, ob die Kräfte reichen«, hatte Machulla über seinen dünn besetzten Kader vor der Partie gesagt. Beide Mannschaften begannen mit viel Tempo, die Anfangsphase war jedoch von einigen technischen Fehlern und Ballverlusten geprägt. Kiel kam immer besser ins Spiel, baute die Führung zwischenzeitig auf bis zu drei Tore aus. Doch Flensburg drehte auch dank Linksaußen Wanne, der in der ersten Hälfte sieben Treffer verzeichnete, das Spiel.

Die Torhüter spielten in einer engen Partie zunächst keine entscheidende Rolle. Für Dario Quenstedt, der bis zu seiner Auswechslung (21.) keine Parade verzeichnete, kam Mattias Andersson, der eigentlich als Torwarttrainer bei Kiel fungiert und in Abwesenheit von Landin derzeit als Ersatz einspringt. Dem Ex-Flensburger, der am Montag seinen 43. Geburtstag feiert, gelang gleich nach seiner Einwechslung die erste Parade (22.).

Auch nach der Pause spielte die SG mutig weiter, Nationalspieler Johannes Golla bescherte mit seinem vierten Treffer (40.) den Gastgebern erstmals eine Vier-Tore-Führung. Andersson und Domagoj Duvnjak hielten Kiel zwar im Spiel, die Flensburger ließen sich nicht mehr beirren.

Bitter für Kiel: Nationalspieler Hendrik Pekeler sowie Pavel Horak, die während des Spiels umknickten, werden laut Vereinsangaben im kommenden Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Mol Pick Szeged verletzungsbedingt wohl fehlen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare