FSV Fernwald

FSV Fernwald: Gießener Jungs sollen zusammenbleiben

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Der FSV Fernwald kann am Sonntag den Hessenliga-Aufstieg quasi perfekt machen. 15 FSV-Fußballer haben einen direkten Gießener Bezug. Der Sportliche Leiter äußert sich zu den Planungen.

Möchte man mit Rafael Szymanski, dem 32-Tore-Mann des FSV Fernwald, sprechen, bleibt meist nur ein kurzes Zeitfenster. Häufig arbeitet der in Annerod als Projektingenieur angestellte Szymanski bis nach 18 Uhr und düst dann direkt zum Training um 19 Uhr nach Fernwald. Nach der Übungseinheit geht’s zur jungen Familie mit dem acht Monate alten Sohn nach Biebertal. Unter der Woche gefordert als Projektingenieur und Vater, am Wochenende zuständig für 32 Tore in der Verbandsliga Mitte – Szymanski ist ein Paradebeispiel für den FSV Fernwald, der als Verbandsliga-Spitzenreiter die gehobene Fußballklasse Gießens darstellt.

Die Mannschaftsabende sind immer feuchtfröhlich

Rafael Szymanski

Ganze 15 Spieler in den Reihen der Schwarz-Gelben wurden in Gießen oder Lich geboren – mit dieser lokalen Qualität strebt Fernwald Richtung Hessenliga-Aufstieg. "Die meisten aus unserem Team kommen aus dem direkten Umfeld", weiß Szymanski. "Das hilft, denn Geschlossenheit ist das A und O. Die Mannschaftsabende sind immer feuchtfröhlich."

Auch der erst im Februar vom FC Gießen zum FSV gestoßene neue Stammtorhüter Stephen Jäckel, der in Gießen wohnt und an der JLU studiert, bestätigt das: "Wir haben eine hohe individuelle Qualität, ja. Aber es macht etwas aus, dass wir uns alle kennen. Es macht echt Spaß mit den Jungs." Der Gießener Louis Goncalves sagte schon letzten Sommer: "Wer guten Fußball von Jungs sehen will, die man auch mal im Seltersweg trifft, der kommt nach Fernwald." Vor dem Topspiel zwischen dem Zweiten und Ersten am Sonntag in Zeilsheim beleuchten wir drei Aspekte.

1. "Ganz wichtiges Spiel" in Zeilsheim

Am Sonntag (15 Uhr) steht für den haushohen Favoriten auf den Aufstieg eine der letzten hohen Hürden bevor. Es geht zum ersten Verfolger, dem SV Zeilsheim. Dieser weist aktuell allerdings zehn Zähler Rückstand auf. Gewinnt Fernwald am Sonntag, sind noch 18 Punkte zu vergeben – und der FSV hätte mindestens elf Zähler Vorsprung auf den Tabellenzweiten.

"Wir haben zuletzt bei der Niederlage in Dietkirchen gesehen, dass alles passieren kann", mahnt Keeper Jäckel. "Aber ich zweifle nicht daran, dass wir in die Hessenliga aufsteigen. Wenn wir in Zeilsheim punkten, sieht es sehr gut aus. Bei uns ist jeder vom Aufstieg überzeugt." Torjäger Szymanski sagt: "Das ist ein ganz wichtiges Spiel. Wir können einen großen Schritt machen." Im Hinspiel gab’s ein Remis.

2. Die Mannschaft soll zusammenbleiben

Der Sportliche Leiter des FSV, Marko Semlitsch, stellt klar: "Wir haben mit vielen Spielern Gespräche geführt und sind gewillt, den Großteil des Teams zu halten. Wenn, dann schauen wir uns nach jungen Spielern aus der Region um." So wurde nun bekannt, dass der 19-jährige Mirco Geisler zur neuen Saison von der SG Kinzenbach kommt.

"Es nicht geplant, einen oder mehrere Kracher, beispielsweise aus dem Frankfurter Raum, zu holen. Das ist nicht mehr die Philosophie des Vereins. Wir setzen auf Spieler aus der Region. Wenn Spieler beim FC Gießen den Weg in die Regionalliga nicht mitgehen, sind sie bei uns herzlich willkommen."

3. Steigerungspotenzial in der Defensive

Mit 97 Treffern und 3,88 Toren pro Spiel im Schnitt dominiert die FSV-Offensive die Verbandsliga Mitte. Dabei kam ein Spieler von der Qualität eines Denis Weinecker aufgrund von Verletzungen oder teils Kurzeinsätzen "nur" auf sieben Saisontore. "Vorne haben wir keine Schwäche", weiß Torhüter Jäckel. Stürmer Szymanski steht bei 32 Toren und dürfte nach der Torjägerkanone der Hessenliga nun auch die der Verbandsliga Mitte absahnen. Zusammen mit Felix Erben (18 Tore) erzielt er über 50 Prozent der Fernwälder Treffer.

Ist es angesichts dieser Offensivwucht logisch, dass der FSV im Schnitt mehr als ein Gegentor pro Spiel kassiert? "Man sollte das nicht belanglos hinnehmen, sondern immer auf die Null hinten hinarbeiten", sagt Keeper Jäckel, der in fünf Einsätzen einmal ohne Gegentor blieb. "Es ist normal, dass Torhüter und Verteidiger mehr Interesse an einem Spiel zu Null haben. Wenn in der nächsten Saison aber häufiger ein einziges Tor entscheiden wird, dann dürfte das Zu-Null auch für die Offensivspieler wichtiger werden. Ich bin überzeugt davon und habe schon gesehen, dass gegen gute Gegner jeder einen Schritt mehr macht."

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