Das obligatorische Gruppenfoto der geehrten Gießener Sportlerinnen und Sportler im Foyer der Kongresshalle. 
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Das obligatorische Gruppenfoto der geehrten Gießener Sportlerinnen und Sportler im Foyer der Kongresshalle. 

Feierstunde des Sports

Eisschwimmer Jung verblüfft bei der Gießener Sportlerehrung

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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Nicht nur ein besonderes Ereignis für OB Dietlind Grabe-Bolz, sondern auch für die Topsportler aus Gießen. Ihre herausragenden Leistungen wurden bei der Feierstunde des Sports in der Kongresshalle geehrt.

Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz kam gleich zur Sache. Sie stellte am Dienstagabend bei der Feierstunde des Sports die Sportler und Sportgruppen aus Gießen, die 2019 herausragende Leistungen vollbrachten, in den Blickpunkt. Sie wies auf die Breite und Vielfalt des Sports in der Stadt an der Lahn hin und sprach von einem "attraktiven Angebot", was die Vereine auf die Beine stellen würden - ob im Freizeitsport, Gesundheitssport oder im Leistungssport.

Sie blickte aber auch noch einmal auf einige Topereignisse wie die deutsche Meisterschaft im Pole-Dance in der Osthalle zurück, bei der der Ausrichter TSG Blau-Gold Gießen nicht nur organisatorisch, sondern auch mit Titeln glänzte. Die OB erinnerte an die zahlreichen Veranstaltungen in der Wiesecker Sporthalle, die mittlerweile auch die Boxer in Beschlag genommen haben und dort ihre Bundesliga-Kämpfe austragen. - sowie an das Roundnet-Turnier des MTV 1846 Gießen in der Halle am Ried.

Feierstunde des Sports: Benefizspiel gegen Eintracht Frankfurt hervorgehoben

Am Thema FC Gießen kam sie nicht vorbei. Das Gießener Oberhaupt würdigte den Aufstieg der Fußballer in die Regionalliga. Sie hob besonders das Benefizspiel gegen den Bundesligaclub Eintracht Frankfurt heraus, das 7000 Zuschauer im Waldstadion besuchten und das überraschend mit 3:1 an den FCG ging. "Wir drücken alle die Daumen, dass der Klassenerhalt geschafft wird und dass am Ende auch die Finanzen passen", so Grabe-Bolz über die aktuelle Entwicklung des FC Gießen.

Insgesamt wurden vom Magistrat der Universitätsstadt Gießen 181 Personen geehrt, die entweder als Einzelsportler oder mit ihrer Mannschaft sportliche Erfolge (mindestens Hessenmeisterschaft) im vergangenen Sportjahr feierten.

Grabe-Bolz bedankte sich bei allen Sportlern und den Vereinen, die sich Jahr für Jahr engagieren. Für sie sei es aber auch wichtig, dass man ihnen persönlich begegnet und ihnen dabei die Anerkennung ausspreche.

Feierstunde des Sports: "Theo" - das Herz des ACE Gießen

Das tat sie dann auch beim Kraftsportler Theodor Ralf Strippel, den eigentlich alle nur "Theo" rufen. Er ist das Herz des ACE Gießen und hat den Gießener Eulenkopf mit seinem Engagement im Bankdrücken außerhalb der Stadtgrenzen bekannt gemacht. Für seine langjährigen und besonderen Verdienste auf dem Gebiet des Sports erhielt Strippel die silberne Ehrennadel der Stadt Gießen. "Der Mensch Theo Strippel ist ein Unikat, das seinesgleichen sucht. Er hat nicht nur selbst internationale Titel nach Gießen geholt, sondern andere in seinem ACE Gießen stark gemacht. Er hat gezeigt, dass mit Disziplin, Wille und Einsatz Erfolge möglich sind und sich durch den Sport Türen öffnen", sagte die OB in ihrer Laudatio auf Strippel.

Anschließend übernahm Sportamtsleiter Tobias Erben das Mikrofon und moderierte mit viel Witz und Charme durch den kurzweiligen Abend, der mit dem obligatorischen Foto aller Geehrten und einem köstlichen Büffet endete. Viel Applaus erhielt Stefan Jung - bedacht mit der Karl-Reuter-Auszeichnung für hervorragende Leistungen im Sport. Der Ausnahmesportler vom Triathlon-Team Gießen verblüffte die Anwesenden mit seinen Erzählungen vom Eisschwimmen, bei dem er sich unter anderem ohne Speziakleidung die Vizeweltmeisterschaft über 1000 m im 0,4 Grad kalten Eisbecken im russischen Murmansk sicherte. "Es ist nicht jedermanns Sache", kam es ganz schön cool aus dem Munde des Pohlheimer Zahnarztes, der damit die Lacher auf seiner Seite hatte.

Feierstunde des Sports: Mit zwei Booten sicher durch Straße von Gibraltar

Außergewöhnlich war zudem sein Durchqueren der Straße von Gibraltar ohne Neoprenanzug. "Ich wollte schon immer mal von Europa nach Afrika schwimmen", verriet er seine Motivation, diesen außergewöhnlichen Trip in die Tat umzusetzen. Das sei trotz des hohen Aufkommens der Tanker in der stark vom Schiffsverkehr frequentierten Meerenge nicht gefährlich, fügte er an. Ihn hätten zwei Boote sicher dadurch geleitet. Das Einzige, was man machen müsse, sei schwimmen.

Der Hassia-Ruderer Marc Weber war entschuldigt. Der U23-Weltmeister im Einer absolviert zurzeit ein Trainingslager in Portugal. Weber habe gute Chancen, bei Olympia in Tokio zu starten, erklärte Erben. Er wäre im Zweier gesetzt. Wie Erben weiter mitteilte, trainiere Weber wöchentlich nach dem 3-3-2-Prinzip. Dreimal montags, dreimal dienstags, zweimal mittwochs - und dann bis zum Samstag wieder in diesen Intervallen. Sonntags habe Weber frei. Ebenfalls nicht vor Ort war Vizeweltmeisterin Ann-Christin Strack, die im letzten Jahr als Anschieberin im Zweierbob mit ihrer damaligen Pilotin Stephanie Schneider im kanadischen Whistler Silber holte. Strack weilte im Urlaub.

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