Es fehlt nicht viel zum Coup

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(flo). Als Marcel Köhler einige Minuten nach der Schlusssirene auf einer Bank in der Niddaer Gymnasiumhalle die soeben beendete Begegnung rekapitulierte, war er ein Stück weit hin- und hergerissen. Stolz auf der einen, etwas enttäuscht auf der anderen Seite. Denn meilenweit von einer Überraschung waren die Drittliga-Handballerinnen der HSG Lumdatal im Auswärtsspiel bei der HSG Gedern/Nidda nicht entfernt, zogen letztlich aber mit 20:25 (13:11) den Kürzeren.

"Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt", attestierte Lumdatals Trainer seiner Mannschaft. Und traf damit den Nagel auf den Kopf. Die 6:0-Deckung präsentierte sich kompakt und zweikampfstark, während der Aufsteiger vorne sehr geduldig agierte und seine Angriffe in aller Ruhe ausspielte, um im entscheidenden Moment zuzuschlagen. Die anfängliche Desorientierung der Gedern/Niddaer Abwehr wusste allen voran Lumdatals Mittelfrau Hanna Schmidt zu nutzen. Entweder bediente sie mustergültig Kreisläuferin Franziska Müller (2:5/11.) oder netzte selbst ein (3:6/13.). Diese Führung der Gäste war zweifelsfrei verdient, weil sie williger und bissiger waren. Symptomatisch: Einen fast schon verlorenen Ball eroberte Müller im Bodenkampf zurück, ehe zwei Pässe später Kim Sophie Fuhrländer zur 10:7-Führung (23.) traf. Zur Pause lag Lumdatal mit 13:11 vorne.

Doch nach Wiederbeginn änderten sich die Kräfteverhältnisse. Gedern/Nidda legte defensiv einen Zahn zu, verdichtete nun - auch mit einer zwischenzeitlichen Umstellung auf eine 5:1-Abwehr - das Zentrum. Plötzlich häuften sich die Lumdataler Fehler, so dass die Gastgeberinnen das Blatt wendeten und nach einem 6:0-Lauf mit 18:14 (43.) in Front lagen. Doch der Liga-Neuling gab sich nicht auf. Einen zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand reduzierte Lumdatal so nochmals auf 18:21 (53.). Doch den Gästen gelang es nicht, näher heranzukommen. Zwei vergebene freie Chancen und ein technischer Fehler beendeten alle Hoffnungen auf eine Übertaschung. "Wir haben 60 Minuten lang gut dagegengehalten, darauf müssen wir aufbauen", konstatierte Köhler. Wohlwissend, "dass wir am Angriff weiterhin arbeiten müssen". Nur sieben Treffer in Durchgang zwei waren schlichtweg zu wenig.

Gedern/Nidda: Petek, Heß (ab 31.); Rösner, Niebergall (5), Engel (4), Haas (3), Thiele, Pfaff, Schmeißer (1), Wäscher (1), Amos (2), Schindler (9/4), Krauß.

Lumdatal: Schütz, Schuster (ab 37.); Schlapp (5), Elmshäuser, F. Müller (3), Mohr, Schneider (1), Wallenfels, Schmidt (6/2), Hasenkamp (1/1), M. Müller (1), Parma, Bulling (1), Fuhrländer (2).

Im Stenogramm: SR: Schweisfurth/Welsch (Netphen). - Zuschauer: keine. - Zeitstrafen: 10:4 Minuten. - Siebenmeter: 5/4:4/3.

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