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Angriff noch abgeblockt: Gießens Johannes Hofmann (r.) kommt nicht vorbei an Steinbachs Benjamin Kirchhoff. Symbolisch, da der FC mutig spielte und sich einen Punkt verdient gehabt hätte - am Ende aber jubeln am Dienstagabend die Gäste.

FC Gießen

Dem FC fehlen Kleinigkeiten

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Der FC Gießen befindet sich nach dem 0:1 gegen Steinbach in der Fußball-Regionalliga Südwest an einem wegweisenden Punkt: "Jetzt kommen die Gegner auf Augenhöhe", so Nico Rinderknecht.

Vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei Rot Weiß Koblenz (Sa., 14 Uhr) beleuchten wir die Situation des FC Gießen in drei Aspekten.

Trotz guter Leistung - die Mannschaft muss sich weiter steigern:Der FC Gießen bekam für seinen Derby-Auftritt gegen den TSV Steinbach viel Lob - auch vom gegnerischen Trainer Adrian Alipour: "Wir hatten in einigen Situationen großes Glück. Wir mussten nach der Pause drei Gänge hoch schalten und haben uns den Sieg so erkämpft. Gießen kann auf diese Leistung aufbauen, das war richtig gut." Trotzdem hat der FC nur drei Zähler und steckt vorerst unten drin. Am Ende sind Punkte die gültige Währung und um davon in Zukunft mehr einzufahren, muss sich Gießen weiter steigern bzw. die Leistung vom Dienstag als Grundlage nutzen.

Steigerungspotenzial gibt es genug, auch wenn gegen Steinbach nur Kleinigkeiten fehlten. "Es liegt nicht an viel", weiß Nico Rinderknecht. Spieler wie er, wie Noah Michel, Andrej Markovic, Johannes Hofmann oder Jann Bangert sind jung und wollen sich in der Regionalliga Südwest beweisen - das bedeutet, dass man sich nicht zufrieden geben darf und peu à peu Entwicklungsschritte kommen sollten. "Ausreden brauchen wir nicht suchen", sagt Rinderknecht. Flügelspieler Marco Koch, vom FSV Frankfurt gekommen, spielt derzeit noch gar keine Rolle. Genauso wie Rinderknecht als zentraler Mittelfeldspieler müssen sich auch Innenverteidiger Jure Colak oder Stürmer Aykut Öztürk die letzte Fitness durch weitere Spiele holen.

Die Mannschaft findet sich nach einer schweren Vorbereitung und dürfte langsam angekommen sein in der Liga, in der es nicht leichter wird. Die allermeisten Spiele werden durch Kleinigkeiten wie am Dienstag entschieden. Deshalb wäre es von Vorteil, wenn sich die Effektivität bessert und in der Verteidigung eine gewisse Radikalität an den Tag gelegt wird, die beim Gegentor fehlte. Drei, idealerweise fünf Teams müssen am Saisonende hinter sich gelassen werden - das ist möglich, leicht aber wird’s nicht.

Warum ein, zwei weitere Neuzugänge helfen könnten - und was das für den Kader bedeutet:Der FC Gießen sucht weiterhin nach Verstärkungen. Bisherige Testspieler konnten nicht wirklich überzeugen. Der Sportliche Leiter Franz Gerber betonte unlängst: "In meinen Augen ist eine weitere Neuverpflichtung dringend notwendig." Gesucht wird vor allem im Mittelfeld, das Offensivspiel ist insgesamt weiterhin ausbaufähig.

Ein Qualitätsspieler könnte Gießen in dieser engen Liga helfen, aus der Überlegenheit Kapital zu schlagen. Allerdings umfasst der Kader jetzt schon 26 Mann. Aktuell lebt der Teamgeist; umso größer die Mannschaft wird, umso schwerer wird es, das aufrechtzuerhalten. Kommt noch mehr als ein Neuer, dürften gleichzeitig andere Akteure abwandern oder fest zur zweiten Mannschaft wechseln - so ist das (Profi-)Geschäft.

Wie bedeutsam die nächsten Wochen werden:"Jetzt kommen die Gegner auf Augenhöhe, die wir schlagen können", sagt Rinderknecht. In den nächsten zweieinhalb Wochen geht’s nach Koblenz (Sa., 14 Uhr) und Balingen (31. August, 14 Uhr), zwei vermeintliche Konkurrenten im Abstiegskampf. Dazwischen wartet das schwere, aber auch lösbare Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (24. August, 14 Uhr, Waldstadion). Damit sich die Mannschaft in ihrem Glauben an die zuletzt guten Leistungen festigt, sind weitere Erfolge von elementarer Bedeutung. Vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen dürften angepeilt werden. Vor allem im heimischen Waldstadion muss Gießen noch selbstbewusster werden - mit der beachtlichen Kulisse von 3350 Zuschauern an einem Dienstagabend im Rücken muss das im Abstiegskampf zum Pfund werden.

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