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FC Gießen: Später Knockout in einer Wahnsinnspartie in Haiger

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Von: Sven Nordmann

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Der erste von zwei späten Steinbacher Streichen am Freitagabend: Das 1:1 durch Daniele Gabriele in der Nachspielzeit, kurz vor dem Siegtreffer des TSV. © Oliver Vogler

Der FC Gießen kassiert am Freitagabend die wohl bitterste Niederlage der Saison: Durch zwei späte Gegentore in der Nachspielzeit gibt er den Sieg beim TSV Steinbach Haiger noch aus der Hand.

Der Fußball schreibt verrückte Geschichten...Der FC Gießen hat am Freitagabend die wohl bitterste Niederlage der Saison kassiert. Nach einer katastrophalen ersten Hälfte und Riesendusel ging der FC beim TSV Steinbach Haiger mit 0:0 in die Kabine und kam in der 58. Minute durch den eingewechselten Giuseppe Burgio zum schmeichelhaften 1:0-Führungstreffer.

Die Sensation des Auswärtsdreiers vor 1111 Zuschauern schien schon perfekt, als sich die Gießener in der Nachspielzeit noch zwei Gegentreffer fingen: Später Knockout in einer Wahnsinnspartie! 1:2 (0:0) unterliegt das Team von Trainer Daniyel Cimen im Hessenderby unter Flutlicht - und letztlich muss man sagen: Genauso bitter wie verdient.

Gießen stagniert damit im Abstiegskampf der Fußball-Regionalliga Südwest und kassiert nach zuletzt drei Remis die erste Pleite im Pflichtspieljahr 2022 - der lokale Konkurrent aus Haiger dagegen jubelte frenetisch über den späten, aber gerechtfertigten Sieg und ist zumindest über Nacht nun Tabellenführer.

Viel lustloser als der FC Gießen am Haarwasen konnte eine Mannschaft zunächst kaum Fußball spielen - ob’s an der Gesamtlage und den anhaltenden finanziellen Querelen liegt? In den ersten 45 Minuten waren die in blauen Jerseys auflaufenden Gießener hoffnungslos unterlegen. Der TSV kam zu gleich sieben besten Einschussmöglichkeiten, traf den Pfosten (17., Sören Eismann) und hätte mit 1:0 in Führung gehen müssen, als Schiedsrichter Lukas Heim irrtümlicherweise nach dem Treffer von Serhat Ilhan auf Abseits entschied (26.).

Mit reichlich Dusel rettete sich der FC in die Pause - wie so oft zeigte sich in den zweiten 45 Minuten dann ein anderes Kräfteverhältnis. Gießen profitierte massiv von der Herreinnahme des ballsicheren Giuseppe Burgio, der mit einem Sololauf und einem flachen Distanzschuss aus 20 Metern zum überraschenden 1:0 (58.) traf.

Die Gießener verteidigten die Führung danach plötzlich souverän, verlagerten das Spielgeschehen nach vorne. Haiger produzierte in der gesamten zweiten Hälfte keinen gefährlichen Angriff - bis zur Nachspielzeit, als Gießens Keeper Matay Birol, der überraschend für Frederic Löhe zwischen den Pfosten stand, einen Flachschuss in die Mitte abprallte - dort war der eingewechselte Daniele Gabriele zur Stelle (90.+1). Und nur wenige Sekunden später legte Haiger mit einer schönen Kombination nach: Die flache Hereingabe drückte Jannik Bandowski zum 2:1-Siegtreffer für den TSV über die Linie.

Damit verliert Gießen auch sein drittes Gastspiel am Haarwasen - die Art und Weise wird noch lange in Erinnerung bleiben.

TSV Steinbach Haiger: Scholz - Strujic, Kamm Al-Azzawe, Weigelt, Bradara, März, Eismann, Chessa, Ilhan, Stock, Wulff.

FC Gießen: Birol - Gaudermann, Fink, Sarr, Reithmeir - Sawada, Trkulja - Itoi, Bogicevic, Daghfous - Öztürk.

Im Stenogramm: Tore: 0:1 (58.) Burgio, 1:1 (91.) Gabriele, 2:1 (92.) Bandowski. - Zuschauer: 1111. - Schiedsrichter: Heim (Wiesental).

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