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FC Gießen: Im Hessenderby unter Flutlicht Serie fortsetzen

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Von: Sven Nordmann

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Voller Einsatz im Lokalderby: Gießens Tobias Reithmeir (l.) und Steinbachs Serhat Ilhan treffen heute Abend aufeinander. © Oliver Vogler

Drei Remis nach der Winterpause stellen für den FC Gießen weder Fisch noch Fleisch dar - am Freitagabend wartet mit dem TSV Steinbach Haiger ein dicker Brocken in der Regionalliga Südwest.

Während es Gießens Trainer Daniyel Cimen schwer fällt, die bisherigen drei Remis nach der Winterpause so recht einzuordnen, dürfte für den heutigen Freitagabend eines klar sein: Ein viertes Unentschieden in Folge kann als Erfolg gewertet werden.

Für den abstiegsgefährdeten FC Gießen geht es zum wohl formstärksten Team der Regionalliga Südwest: Am Haarwasen in Haiger wartet der lokale Konkurrent TSV Steinbach Haiger (19 Uhr, 2G+--Regel, Tageskasse geöffnet).

Das Team von Neu-Trainer Ersan Parlatan, der zum Jahresbeginn 2022 übernahm, sammelte nach der Winterpause zehn von 12 möglichen Zählern mit einer Tordifferenz von 10:1 - und mischt so plötzlich wieder im Rennen um den Drittliga-Aufstieg mit.

»Sie sind mit die stabilste Mannschaft der Liga. Vieles spricht nicht für uns, aber genau das ist unsere Chance«, weiß Cimen.

Der FC selbst ist im neuen Pflichtspieljahr zwar noch ungeschlagen, tritt aber mit drei Unentschieden auch etwas auf der Stelle: Zwei Zähler Vorsprung auf den letzten Tabellenplatz, sechs Punkte Rückstand auf Rang zehn - alles ist möglich in den kommenden Wochen, die nach Haiger mit drei Duellen gegen direkte Konkurrenten (Großaspach, VfB Stuttgart II, FSV Frankfurt) aufwarten.

Da wäre eine Überraschung im Gepäck als Rückenwind für die wegweisenden Wochen nicht verkehrt: »Wir brauchen Siege«, macht Cimen unmissverständlich klar.

Die Ausrichtung für die restlichen elf Partien: »Mit elf Unentschieden wird es kaum reichen für den Klassenerhalt.«

Mut macht die Art und Weise, mit der der FC Gießen zuletzt aufgetreten ist und Punkte durch Überlegenheit hat liegen lassen: »An unsere Spielweise wollen wir anknüpfen. Über weite Strecken der Partien haben sich die Jungs nichts vorzuwerfen. Wenn es darauf ankommt, dürfen wir die Tore jetzt auch machen.«

Gießen kommt aus einer spielfreien Woche, in der der Fokus auf »vielen Torabschlüssen, Automatismen und Erfolgserlebnissen« lag.

Ob eine neuerliche Corona-Welle mit vier positiven PCR-Tests innerhalb des Kaders nun »passend« in die spielfreie Woche rollte oder dafür sorgte, dass der geplante Test letztes Wochenende gegen Hessenligist Dreieich abgesagt werden musste, sei dahingestellt.

Wichtig für den Coach ist, dass für das heutige Hessenderby unter Flutlicht drei der vier zuletzt an Corona erkrankten Akteure wieder zur Verfügung stehen. »Sie sind symptomfrei und haben sich mit einem PCR-Test frei getestet.« Fehlen werden den Rot-Weißen in Haiger Ryunosuke Takehara, Benedict dos Santos, Vladan Grbovic und Gianluca Lo Scrudato. Der Deutsch-Italiener erhielt nach Kniebschwerden im MRT nun eine bittere Nachricht: Ein Meniskuseinriss könnte das Saisonende für den Außenverteidiger bedeuten.

Den Hausherren ist dagegen seit dem Wochenende der zweite Eckpfeiler im Kader langfristig weggebrochen. Nach dem Kreuzbandriss von Mittelstürmer Enis Bytyqi musste der TSV Steinbach nun den doppelten Sehnenriss seines offensiven Außenbahnspielers Jonas Singer verkraften. Eine Rückkehr in dieser Saison ist bei beiden unwahrscheinlich.

Nichtsdestotrotz zählt das Team aus dem Lahn-Dill-Kreis zum Besten der Südwest-Staffel: »Sie sind mit dem Ball unglaublich flexibel und arbeiten diszipliniert gegen den Bal«, weiß Cimen.

»Wir werden Leidenschaft und Emotionen auf den Platz bringen müssen. Dann bin ich mir sicher, dass wir auch punkten können.« .Die ungeschlagene Serie des FC Gießen soll im Hessenderby somit ausgebaut werden - und eine Vorlage für den folgenden Dreierpack im Abstiegskampf geschaffen werden.

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