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Ärmel hochkrempeln und den Negativlauf stoppen: Mit dieser Devise gehen Michael Fink und der FC Gießen ins heutige Heimspiel gegen die TSG Balingen.

FC Gießen

FC Gießen: Erstes Waldstadion-Tor gesucht

  • Sven Nordmann
    VonSven Nordmann
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Nach fünf Spielen steht der FC Gießen auf Rang 18 der Fußball-Regionalliga Südwest. Aus dem Kollektiv heraus soll beim heutigen Heimspiel gegen die TSG Balingen die Trendwende her.

Ärmel hochkrempeln und den Negativlauf stoppen: Mit dieser Devise geht der FC Gießen heute (14 Uhr) in sein drittes Saison-Heimspiel gegen die TSG Balingen. »Wir wollen noch mehr aus dem Kollektiv kommen«, sagt FC-Trainer Daniyel Cimen, der die Situation als aktuell Tabellenvorletzter nach vier Niederlagen in Folge ohne eigenes Tor »einschätzen kann: Es ist ein Stück weit erklärbar. Wir konnten personell oft nicht nachlegen. Das ist aber nur ein Problem. Wir müssen definitiv auch effektiver werden.«

Nach fünf Spielen steht ein Tor für Gießens ranghöchsten Fußballverein zu Buche: 0,2 Treffer pro Spiel lesen sich nach dem Saisonauftakt dementsprechend mickrig. Im Waldstadion traf der FC in seinen bisherigen beiden Heimpartien noch gar nicht. Nicht zwingend für das Erzielen, eher für das Verteidigen von Toren wurde in dieser Woche der prominente 26-jährige Innenverteidiger Marian Sarr verpflichtet. Der FC Gießen will beim ehemaligen Junioren-Nationalspieler nicht den gleichen Fehler wie die Vorgängervereine von Sarr machen: »Er hat bereits eine bewegte Karriere hinter sich«, weiß Daniyel Cimen. »Bei Borussia Dortmund stand er unter Jürgen Klopp auf dem Sprung zum Bundesligaspieler, ihm wurde eine große Laufbahn prophezeit. Zuletzt hat er mit Bonn in der Regionalliga West gegen den Abstieg gespielt. Das sind Extreme, die ein Spieler erst einmal verarbeiten muss«, sagt sein jetziger Trainer. »Bei vielen ist nur die Vergangenheit bei Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund im Kopf, entsprechend wird von ihm viel erwartet. Man hat ihm selten Zeit gegeben, sich einzugewöhnen. Das wollen wir anders machen und ihm die Chance geben, ein anderes Bild von sich zu zeigen.«

Sarr zieht nach Aussage von Cimen nach Gießen und erweitert damit das Personal in der Dreierkette. »Wir haben nun vier nominelle Innenverteidiger, Leonidas Tiliudis fühlt sich eher im Mittelfeld wohl«, sagt Cimen. Entsprechend liege der weitere Fokus bei Neuzugängen nun auf der Offensive. Dort fehlt weiterhin der aus Ehringshausen stammende Aykut Öztürk, der sich nach seinem Muskelfaserriss im Aufbautraining befindet und nach der englischen Woche beim VfR Aalen (Di., 14. September, 19 Uhr) wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll. Stürmer Giuseppe Burgio trat im Training aufgrund von Hüft- und Rückenbeschwerden zuletzt kürzer, sein Einsatz ist offen, ebenso wie jener vom erkälteten Stammtorhüter Frederic Löhe. Zuletzt warten Ryunosuke Takehara, Ko Sawada und Takero Itoi weiterhin auf ihre Spielberechtigungen.

Der heutige Kontrahent ist ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf für den FC Gießen: Die TSG Balingen behauptet sich nun in der vierten Saison in der Regionalliga Südwest - unter Amateurbedingungen.

Die Entwicklung und Integration der Neuzugänge bedürfe, so der spielende Co-Trainer Lukas Foelsch gegenüber dem Zollern-Alb Kurier, eben einen Tick länger, »wenn du nur halb so oft trainierst wie die Profi-Konkurrenz«. Zuletzt fuhr die TSG gegen den VfR Aalen den ersten Saisonsieg ein und steht derzeit einen Punkt vor dem FC, bei einem weniger ausgetragenen Spiel.

Ex-Profi und Cheftrainer Martin Braun sagte gegenüber dem Schwarzwälder Boten: »Der FC Gießen hatte bislang auch relativ veiel Ausfälle, hat aber von der individuellen Qualität her einen sehr guten Kader.«

Mit dem Slogan »Wir brauchen eure Unterstützung!« wirbt der FC angesichts zuletzt niedriger Besucherzahlen (500 und 400 Zuschauer bei den ersten beiden Heimspielen) um mehr Zuschauer: Auf der Anlage gilt die 3G-Regel und Maskenpflicht bis zum Platz - Stehplätze kosten 13 Euro, Sitzplätze 22 Euro.

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