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Das war sie, die »Ersatzbank« (auf der Tribüne) des FC Gießen gegen den SC Freiburg II: Zwei Feldspieler mit Zeki Erkilinc und Louis Münn sowie zwei Torhütern Tolga Sahin und Nils Ellenfeld - mehr war personell bedingt nicht drin.

FC Gießen

FC Gießen: 50-Punkte- Marke bleibt das Ziel

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Nach dem Beschluss der Regionalliga Südwest, dass nur zwei Teams absteigen, will der FC Gießen nichts schleifen lassen - und hält gegen Spitzenreiter SC Freiburg II gleich gut dagegen.

Akt eins des Schaulaufens ist absolviert, sieben weitere Partien ohne große sportliche Relevanz folgen noch für den FC Gießen, der auch in der Saison 2021/22 Fußball-Regionalligist bleiben wird. Bereits am Dienstag kann der FC mit einem Auswärtssieg in Alzenau mit dann potenziellen 19 Zählern Vorsprung bei noch sechs Partien auch rein rechnerisch den Klassenerhalt perfekt machen. »Dann können wir vielleicht auch mal anstoßen«, sagte FC-Trainer Daniyel Cimen.

Der FC Gießen will trotz des Regionalliga-Beschlusses von lediglich zwei Absteigern nichts schleifen lassen und stellte das am Samstag gegen Spitzenreiter SC Freiburg II beim 1:2 (1:2) unter Beweis.

»Es war der Spitzenreiter. Vorher hatte man vielleicht nicht viel erwartet, aber es war auf jeden Fall was drin«, wusste der gebürtige Gießener Niclas Mohr. »Am Ende war es ein umkämpftes Spiel.«

Trotz lediglich 13 Feldspielern im Kader konnte Gießen, das erneut in blau auflief, die Partie offen gestalten. Zwei frühe Gegentore durch Carlo Gregor Boukhalfa (13.) und Kevin Schade (23.) steckte der FC gut weg und kam durch eine Volleydirektabnahme von Michael Fink in Folge einer Ecke zum Anschlusstreffer (35.).

In Hälfte zwei besaß Jonas Arcalean nach 60 Minuten nach flach getretener Ecke aus sechs Metern die Großchance zum Ausgleich, setzte den Ball aber knapp über das Gehäuse.

»Kompliment an meine Mannschaft, wie sie dagegen gehalten hat«, sagte Daniyel Cimen - diese Eintellung wünscht sich der 36-jährige Coach auch für die verbleibenden sieben Spieltage. »Wir haben nach wie vor das Ziel, die 50 Punkte zu erreichen. Es geht darum, mit einem guten Gefühl aus der Saison zu gehen.«

Auch Niclas Mohr stellte klar: »Unser Ziel bleibt es, über dem Strich zu bleiben.« Aktuell gelingt das nicht - der FC rutschte durch die zweite Niederlage in Folge auf den 17. Tabellenrang, der vor Kurzem noch den Abstieg gen Liga fünf bedeutet hatte.

Gegen die zweite Mannschaft aus dem Breisgau musste das Trainerteam, aus dem Marcel Niesner nach der Saison ausscheidet und in das der neue »Co« Fink rückt, kräftig umbauen: Alleine in der Viererkette fehlten mit dem verletzten Hendrik Starostzik sowie den gesperrten Marco Boras und Gabriel Weiß drei Stützen.

Der Gießener Andrej Markovic musste aus der Not heraus nach acht Wochen Pause von Beginn an spielen »und hatte«, wie Daniyel Cimen mit einem Schmunzeln anmerkte, »drei gefühlte Usain Bolt’s von Freiburg da vorne gegen sich. Das ist dann schon schwer.«

Dafür stellte sich der FC gut an. Zwar fielen beide Gegentore zu leicht - das 0:1 nach einem Distanzschuss aus rund 18 Metern, das 0:2 nach einem herausragenden Sololauf von Kevin Schade, der drei Gießener stehen ließ - danach aber berappelten sich die Gießener, die nach dem Anschlusstreffer auf Augenhöhe agierten.

Da der SCF II sich in Hälfte zwei zunehmend auf das Kontern konzentrierte und Gießen bis auf Arcaleans Abschluss wenig Torgefahr zustande brachte, ergab sich zwar ein umkämpftes, aber auch torchancenarmes Spiel.

Die Freiburger verteidigten mit dem sechsten Sieg in Folge ihre komfortable Position an der Spitze, die sie zum Drittliga-Aufstieg führen könnte, Gießen freute sich auf der Tribüne noch immer über den Regionalliga-Beschluss und den damit verbundenen zu erwartenden Klassenverbleib: »Natürlich haben wir das positiv aufgenommen«, sagte Cimen. »Wenn du 42 Spiele durchknüppeln musst und andere mit elf, zwölf Spielen aufgestiegen wären, wäre das nicht sportlich gewesen. Dass nun einige Oberligisten klagen wollen, war auch klar.«

FC Gießen: Löhe - Takehara- Heil, Fink, Markovic (46. Münn), Mohr - Hofmann - Tyminski, Korzuschek - Arcalean (72. Erkilinc), Ibrahimaj.

SC Freiburg II: Atubolu - Sildillia (71. Kammerknecht), Braun-Schumacher, Ezekwem - Faber, Weißhaupt - Flum (56. Herrmann), Boukhalfa - Schade (85. Manske), Furrer (56. Kehrer), Burkart (71. Eyamba).

Im Stenogramm: Tore: 0:1 (13.) Boukhalfa, 0:2 (23.) Schade, 1:2 (35.) Fink. - SR: Sascha Kief (Schwetzingen).

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