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Vereint im Tischtennissport: Vater Jürgen Zitzer (Mitte) spielt mit seinen Kindern Daniel und Julia gemeinsam in der dritten Mannschaft des TSV Klein-Linden. Das Ziel für die Saison in der Bezirksklasse, Gruppe 1: der Klassenerhalt.

Tischtennis

Die Familie als halbes Team

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Jürgen Zitzer spielt mit seinen Kindern Daniel und Julia gemeinsam für den TSV Klein-Linden III Tischtennis. Ziel der dritten Mannschaft ist der Ligaverbleib.

(se). Dass zwei Teams von einem Klub einer Liga angehören, ist im Tischtennis zwar relativ selten, kommt aber immer wieder vor. So spielen mit der zweiten Mannschaft des TSV Klein-Linden nach deren Abstieg aus der Bezirksliga und der dritten TSV-Garde nach dem Klassenerhalt in der Bezirksklasse, Gruppe 1, zwei Teams in einer Staffel um Punkte - mit unterschiedlichen Ambitionen.

Die "Zweite" möchte den Abstieg korrigieren, weist zurzeit allerdings 3:3 Punkte auf, die dritte Mannschaft hat sich den Klassenerhalt als Ziel gesetzt, liegt bei 0:8 Punkten aber auf dem letzten Platz. Doch das ist keine Überraschung. So hatte Mannschaftsführer Jürgen Zitzer bereits vor den schweren Spielen zum Start in die neue Runde darauf hingewiesen, dass die Saison eigentlich erst Mitte Oktober so richtig beginnt. Denn nun kommen die Aufgaben, die lösbar sind. Der 56-Jährige führt eine Mannschaft an - und das ist ebenfalls etwas Besonderes -, in der auch seine Kinder mitwirken: die 28-jährige Julia und der 26-jährige Daniel. Julia Zitzer spielt an Position eins. In der vergangenen Saison hatte sie beim NSC Watzenborn-Steinberg in der Frauen-Oberliga den Schläger geschwungen, nun ist sie im Männerbereich aktiv.

"Ich hatte die Möglichkeit, beim TTC Morschen-Haina oder in Kleinlinden zu spielen", berichtet sie. Die weite Fahrt ins Nordhessische wollte sie sich ersparen und heuerte daher im Team ihres Vaters an. "Hier weiß sie, woran sie ist und dass das hier vernünftig abläuft", verrät Vater Jürgen. 50 Prozent der Plätze in der Mannschaft sind damit von der Familie Zitzer besetzt - in der Theorie zumindest. Julia spielt im vorderen Paarkreuz, ihr Vater Jürgen an Position fünf und Bruder Daniel auf der Vier. Zurzeit aber steht Daniel Zitzer nicht an der Platte. Nach einer Fußoperation ist er weitgehend zum Zuschauen verurteilt. Es dauert noch ein bisschen, bis er wieder ins Geschehen eingreifen und seiner Mannschaft zum Klassenerhalt verhelfen kann. Seine Schwester und sein Vater müssen zudem das eine oder andere Mal in der "Zweiten" aushelfen.

Mit rund zehn Jahren haben Julia und Daniel mit dem Tischtennissport angefangen. Vater Jürgen betont, dass er sie nicht gedrängt habe, es ihm in dieser Hinsicht gleichzutun. "Sie haben das freiwillig gemacht", erzählt er. Es war sicherlich auch ein bisschen Neugierde dabei.

Neben dem Hausnamen gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit: Alle drei sind Angriffsspieler. Daniel hat den härtesten Schlag, Jürgen spielt eher ein bisschen abwartend. Und Julia? "Sie arbeitet mit viel Schnitt und wechselt gern das Tempo", erklärt ihr Vater.

In den ersten vier Saisonspielen ging die TSV-"Dritte" leer aus. Gegen den TTC Rödgen, die eigene zweite Mannschaft und beim TSV Utphe hatten Jürgen Zitzer und Co. keine Chance, und bei der 7:9-Niederlage als Gast des TSV Allendorf/Lumda III außerdem noch ein wenig Pech. In den nächsten Spielen wollen die Kleinlindener deshalb endlich punkten, um dem Ziel ("ein Platz im unteren Tabellenmittelfeld") näherzukommen. Und (spätestens) zur Rückrunde, so hoffen die Gießener Vorstädter, ist dann auch Daniel wieder dabei und die Tischtennis-Familie Zitzer komplett. Das muss doch dann für den Ligaerhalt reichen!

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