Fabian Hambüchen als Zugpferd

(ddp/dpa) Vor zwei Wochen hat er noch den perfekten Abgang vom Reck geübt. Auf dem Stundenplan des Spitzenturners Fabian Hambüchen stand das Trainingslager mit der Nationalmannschaft. "Jetzt bin ich aber wieder zu Hause in Wetzlar", sagt der 21-Jährige. Am Samstag beginnt in Frankfurt am Main das Internationale Deutsche Turnfest - und der Kunstturner Hambüchen ist dessen offizieller Botschafter. Der Deutsche Turner-Bund und der Verein Deutscher Turnfeste erwarten zum 33. Turnfest bis zum 5. Juni rund 65 000 Teilnehmer aus 3400 Vereinen und 36 Nationen.

(ddp/dpa) Vor zwei Wochen hat er noch den perfekten Abgang vom Reck geübt. Auf dem Stundenplan des Spitzenturners Fabian Hambüchen stand das Trainingslager mit der Nationalmannschaft. "Jetzt bin ich aber wieder zu Hause in Wetzlar", sagt der 21-Jährige. Am Samstag beginnt in Frankfurt am Main das Internationale Deutsche Turnfest - und der Kunstturner Hambüchen ist dessen offizieller Botschafter. Der Deutsche Turner-Bund und der Verein Deutscher Turnfeste erwarten zum 33. Turnfest bis zum 5. Juni rund 65 000 Teilnehmer aus 3400 Vereinen und 36 Nationen.

"Ich habe zurzeit volles Programm", sagt Hambüchen zu seiner Botschafterrolle. Er mache Werbung für die Veranstaltung und müsse "bei vielen Terminen antanzen", aber ansonsten trainiere er hart, unter anderem für die "Champions Trophy". Der erste Bundesligawettbewerb liegt erst rund zwei Wochen zurück. "Das war auch eine Art Vorbereitungstraining auf das Turnfest", sagt Hambüchen.

Nach Leipzig (2002) und Berlin (2005) ist Hambüchen jetzt das dritte Mal beim Turnfest dabei. Besonders freue er sich auf die Stimmung in der Halle. "Die gehen einfach ab wie Harry", sagt er aus Erfahrung. Als Sportler in einer vollen Halle zu stehen, das sei "einfach eine Riesengaudi", die die Wettkämpfe mit beflügle. Darüber hinaus sei die Veranstaltung natürlich auch etwas Besonderes, weil "Turnfreunde und Turnfans am Start sind und man sich einfach mal wiedersieht", fügt Hambüchen hinzu. "Es ist ein Riesenfest", fasst der Hesse zusammen - für Turner genauso wie für Zuschauer.

Neben den Deutschen Meisterschaften startet Hambüchen beim Auftakt der "Champions Trophy". "Das ist eigentlich das Gleiche wie die Vier-Schanzen-Tournee beim Skispringen", erklärt er. Acht Sportler turnen an sechs Geräten. Viermal im Jahr kämpfen sie um die Trophy, die am Ende beim Finale in Stuttgart (15. November) an den Gesamtsieger geht. Die "Champions Trophy" gehört mit einem Preisgeld von mehr als 200 000 Euro zu den wichtigsten Turn-Turnieren der Welt. Mit seinem Teamkollegen Philipp Boy tritt Hambüchen gegen Konkurrenten aus der Schweiz, Rumänien, Frankreich, Russland, Großbritannien und den USA an.

Unter anderem möchte Reck-Weltmeister Hambüchen bei dem Fest Kinder für das Turnen begeistern. Er hofft, dass er mit seiner Vorbildfunktion den einen oder anderen kleinen Nachwuchsturner anspornen kann. Kinder seien häufig begeistert, ihr Vorbild zu sehen. Und wenn er das sei, dann sei das "natürlich ein schönes Gefühl", sagt Hambüchen. Außerdem könne er sich gut vorstellen, dass durch die Verbindung von Sport, Spiel, Spaß und spannenden Wettkämpfen das Turnfest manch einen überhaupt zum Sport motiviere, sagt der Sportler. "Man hört schon manchmal von Vereinen oder dem Deutschen Turnerbund, dass sich die Anmeldungen in den Turnvereinen in Hessen in den vergangenen Jahren erhöht haben. Darüber freue ich mich natürlich riesig", sagt Hambüchen.

Beim Verein Deutscher Turnfeste freut man sich, den "Lokalmatador" Fabian Hambüchen als Gesicht und Aushängeschild für das Turnfest dabei zu haben und rüstet sich für den Besucheransturm. Besonders große Sportler-Gruppen werden aus Japan und Dänemark erwartet. Insgesamt werden rund 15 000 der 65 0000 angemeldeten Sportler aus dem benachbarten Ausland anreisen.

"Bei dem vollen Terminplan werde ich leider kaum dazu kommen, irgendwo anders zuzuschauen, weil ich die Pausen zur Regeneration brauche", bedauerte der Olympia-Dritte von Peking, der nach den Wettkämpfen stets zurück ins heimische Wetzlar fahren wird. "Ich freue mich einfach, wenn ich in meinem eigenen Bett schlafen kann". Für die deutsche Turn-Hoffnung ist es bereits das dritte Turnfest. "Vom richtigen Turnfest-Leben habe ich damals aber gar nicht viel mitbekommen, weil ich zu jung war."

Zum Abschluss des zum fünften Mal in Frankfurt stattfindenden Turnfestes will Hambüchen die Zuschauer bei der großen Stadiongala noch einmal begeistern. "Ich habe bisher erst einmal in einem offenen Stadion geturnt, dass war vor ein paar Jahren im Aktuellen Sportstudio und ein bisschen einsam, weil ich ganz alleine in der Arena war", erinnerte sich der dreifache Medaillengewinner der diesjährigen Europameisterschaften von Mailand. "Das wird ein Riesending und atemberaubend", sagte Hambüchen, der an diesem Abschlussabend nur ein Ziel hat: "Ich will den Leuten Spaß am Turnen vermitteln."

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