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So geht’s: Rackelos-Coach Lutz Mandler (M.) und sein Assistent Ivica Piljanovic instruieren das Team neu.

Es fehlen Zentimeter

  • vonSebastian Kilsbach
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Mit dem 74:75 der Gießen 46ers Rackelos in Itzehoe verpasst der Basketball-Drittligist knapp die vorzeitige Qualifikation für die nächste Runde. Am Ende fehlen Zentimeter zum Sieg.

Bei noch fünf Sekunden auf der Uhr bekam Donte Nicholas den Ball. Der US-Alleskönner der Gießen Rackelos zeigte am Sonntagabend einmal mehr eine Sahneleistung, schrammte mit 18 Punkten, elf Rebounds und acht Assists nur knapp an einem Triple-Double vorbei. Assist neun lag in der Luft. Nicholas penetrierte zum Korb und zog mehrere Gegenspieler auf sich. Der Ball landete bei David Amaize, der frei aus der Halbdistanz abdrückte, das Ziel aber um Zentimeter verpasste. Die zweite Partie im Playoff-Achtelfinale beim SC Itzehoe war mit 74:75 (15:22, 21:15, 14:17, 24:21) verloren.

Alle Rackelos rannten nach dem unglücklichen Wurf zunächst zum Youngster und spendeten Trost. Auf der anderen Seite des Feldes sackte Itzehoes Christopher Hooper zusammen, der sich nach der harten Partie erst mal sammeln musste. Auch der US-Center wusste, dass sich alle Teams der Gruppe 4 nun noch für die nächste Runde qualifizieren können. Die 46ers II müssen dafür am kommenden Sonntag zwingend gegen Schwelm gewinnen. Im ebenso knappen Parallelspiel konnte Koblenz Schwelm in die Schranken weisen, das seinerseits Itzehoe zum Auftakt geschlagen hatten.

»Große Abstände verliert die Mannschaft, kleine Abstände die Trainer. Das heute nehme ich auf meine Kappe. Das Team hat aufopferungsvoll gekämpft. Trotzdem bin ich daher heute mit der Leistung trotz Verlust zufrieden«, erklärte Lutz Mandler nach dem Spiel. Natürlich lag es nicht an Amaize, dass die Rackelos am Ende mit einer Niederlage nach Hause fahren mussten. »Es gab ein oder zwei Sachen, die ich hätte anders machen können«, resümierte der Coach. Etwa der gut aufgelegte Tim Schneider hätte seines Erachtens am Ende auf dem Parkett stehen können.

Früh im Spiel zog sich Tim Uhlemann eine leichte Knieverletzung zu. Der Scorer musste vom Feld, in dieser Phase enteilte Itzehoe auf 20:11 (8.). Vor allem die Dreierquote von nur 25 Prozent bis zur Halbzeit führte dazu, dass die Rackelos dem Spiel nicht ihren Stempel aufdrücken konnten. Mandler ließ tiefer rotieren als zuletzt, um mit den Kräften hauszuhalten. Es war das zweite Spiel binnen weniger Tage.

Trotzdem war es ein zu jeder Zeit ausgeglichenes Match. Die Eagles lagen aber fast immer knapp in Führung und scorten verstärkt aus der Breite. Das mag am Ende den Ausschlag gegeben haben. Uhlemann konnte später wieder mitwirken - »er hat auf die Zähne gebissen«, so Mandler - und lötete gleich zu Beginn des letzten Quarters einen Dreier ein. Schneider tat es ihm kurz darauf gleich (56:56, 31.). In einem harten Defensivmatch traf Itzehoe ein wenig besser aus dem Feld. »Am Ende entscheidet auch das Glück«, befand Mandler.

Hoffentlich ist Fortuna seinem Team nächste Woche wieder gewogen. »Wir haben gezeigt, dass wir ›on the road‹ Spiele gewinnen können - sogar gegen den Zweiten des Nordens«, ist Coach Mandler hoffnungsfroh.

SC Itzehoe Eagles: Hooper (12), Boksic (5), Konradt (14), Sperber (15), Kolo (13), Ceesay, Stückemann (5), Nyberg (11).

Gießen 46ers Rackelos: Ziring, Köpple (5), Amaize (1), Schneider (10), Uhlemann (13), Lischka (22), Nicholas (18), Schweizer (5), Brach, Maruschka.

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