Erster Saisonsieg macht neuen Mut

(jms) Sophia Bepler redete nicht lange um den heißen Brei: "Das soll nicht arrogant klingen, doch dieser Gegner wird es schwer haben, sich für die eingleisige 2. Liga zu qualifizieren. Albstadt war schwach." Der Kapitän des Frauenhandball-Zweitligisten TV 05 Mainzlar konnte es sich leisten, nach dem 30:19 (17:11)-Heimsieg gegen die HSG selbstbewusst zu sein. Denn erstmals in dieser Runde gingen die Mainzlarerinnen in der Südstaffel als Sieger vom Platz.

(jms) Sophia Bepler redete nicht lange um den heißen Brei: "Das soll nicht arrogant klingen, doch dieser Gegner wird es schwer haben, sich für die eingleisige 2. Liga zu qualifizieren. Albstadt war schwach." Der Kapitän des Frauenhandball-Zweitligisten TV 05 Mainzlar konnte es sich leisten, nach dem 30:19 (17:11)-Heimsieg gegen die HSG selbstbewusst zu sein. Denn erstmals in dieser Runde gingen die Mainzlarerinnen in der Südstaffel als Sieger vom Platz. "Auch wenn es für uns weiterhin schwer sein wird, unser Ziel zu erreichen, war dieses Spiel ein guter Anfang", meinte Bepler, die selbst als emotionale und treffsichere Führungsspielerin voranging. Vor dem abschließenden Rundenspiel des Jahres beim FSV Mainz 05 präsentierte sich das Team von Trainer Dr. Jürgen Gerlach in einer verbesserten Verfassung.

Nicht viele Zuschauer wollten sich die Partie in der Sporthalle der Clemens-Brentano-Europaschule anschauen. Die zuletzt dürftigen Heimleistungen und Querelen im Umfeld hatten wohl einige Fans verschreckt. Gerade einmal 200 Zuschauer kamen in die Halle - auf eine große Unterstützung musste das Heimteam also verzichten.

Die anwesenden Fans sahen vom Fleck weg aber einen motivierten und gut eingestellten TVM. Vor allem der jungen Katharina Wagner war anzusehen, dass sich das bis dato sieglose Team einiges vorgenommen hatte. Wagner setzte sich auf der rechten Außenbahn gleich gegen drei Gegnerinnen durch und traf zum 1:0 (1.). Über die Spielzeit kompensierte die groß gewachsene und athletische Außenspielerin den Abgang der Atanasoska-Schwestern in der Deckung. "Katharina hat unglaublich gut gedeckt. Wenn man sie vor drei Wochen gesehen hat, wie ängstlich sie war und dann heute - da lagen Welten dazwischen. In der Abwehr hat sie so gespielt wie im Training - überragend. Mit diesem Selbstbewusstsein wird sie uns noch viel Freude machen", lobte Bepler, die sich in der elften Minute über einen Doppelpack von Paraskevi Kazaki freuen dürfte.

Die Griechin ballte nach ihrem Treffer, der durch eine schöne Kombination über die linke Seite eingeleitet wurde, energisch die Faust - die Erleichterung aufgrund der deutlichen Überlegenheit war den Spielerinnen anzumerken. Mit 7:3 führte Mainzlar und im Gegensatz zu den vorausgegangenen Spielen hatten die Fans diesmal ein gutes Gefühl - die Führung war stabil und die Spielweise konsequent.

"Mainzlar hat den unbedingten Wille zum Sieg gezeigt. Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass nicht die Taktik ausschlaggebend sein wird - sondern alleine der Kopf und die Einstellung. Und die habe ich bei meiner Mannschaft vermisst", meinte Ernst Bauser, Trainer des körperlich deutlich unterlegenen Gastes. Die Baden-Württembergerinnen hatten mit Erika Lukoseviciute nur eine Spielerin mit Zweitligaformat aufzubieten. Als sich die große und robuste Rückraumspielerin zu Beginn der zweiten Halbzeit verletzte, war überhaupt keine Linie mehr im HSG-Spiel auszumachen. Zu diesem Zeitpunkt war Albstadt schon geschlagen. Kurz vor der Pause traf Vanessa Deuster zum 17:11 (30.), Desiree Euler markierte in der 38. Minute den Treffer zum 19:12 (38.). Dennoch war Gerlach nicht zufrieden: "Wir haben teilweise einfach die Schnelligkeit vermissen lassen, die nötig ist für diese Liga. Zudem haben wir deutlich konditionelle Probleme gesehen".

Für Bepler, die sich diebisch über den Erfolg freute, sind die negativen Töne ihres Trainers kein Problem mehr: "Wir haben uns innerhalb der Mannschaft darauf verständigt, dass wir einfach weghören. Jürgen macht ein gutes Training, kann aber einfach keine lobenden Worte finden. Also machen wir das einfach selbst. Der Teamspirit war in den letzten Wochen immer ein Problem, obwohl wir uns gut verstehen. Es wird aber immer besser."

Neben Bepler und Kazaki verdiente sich Svenja Spriestersbach im Mainzlar-Trikot die Bestnote. Nach ihrem Kreuzbandriss kam die bundesligaerfahrene Rückraumspielerin nur schwer in Fahrt. Gegen Albstadt deutete sie aber ihr Potenzial an. Während Gerlach nach dem Spiel in seiner Analyse den Schwerpunkt auf die Fehler und Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft legte, blickte Bepler bereits voraus: "Wir wollen die Qualifikation schaffen. Nach diesem Sieg können wir das auch wieder erreichen. Dazu müssen wir aber in zwei Wochen bei Mainz 05 nachlegen."

TV 05 Mainzlar: Gainskyte; Spriestersbach (4), Kazaki (9/1), Vasileiadou (1), Clausius, Deuster, Rühl, Fithian, Zukauskaite (3), Bepler (5), Halasova (3), Wagner (1), Euler (3/2).

HSG Albstadt: Pfeifer, Balci, Zettl (2), Bitriol, Biro (2), Lukoseviciute (6/1), Burulic (2), Kirschbaum, Falter, Schick, Schmidt (3), Gebhard (2), Fuhrmann, Kurz (2).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Barwig/Stilz (Bad Sorbenheim). - Zuschauer: 200. - Zeitstrafen: 4:6 Minuten. - Siebenmeter: 6/3:2/1.

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