Kevin Hornung (r.) in Aktion. (hf)
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Kevin Hornung (r.) in Aktion. (hf)

Erster ID-Hessenliga-Spieltag abgebrochen

(jri) Traurig endete am Samstag der erste Spieltag der Fußball-ID-Hessenliga mit acht Mannschaften in Kleinlinden. Trotz einer nahezu perfekten Organisation und eines abwechslungsreichen Rahmenprogramms musste der in Turnierform ausgetragene Spieltag vor rund 300 Zuschauern nach neun von ursprünglich 14 geplanten Partien abgebrochen werden.

Grund dafür war eine schwere Verletzung von Schiedsrichter Hubert Schumacher, der sich das Schien- und Wadenbein brach, nachdem er beim Rückwärtslaufen unglücklich mit einem Spieler des TSV Klein-Linden zusammengeprallt war. Schumacher wurde mit dem Rettungswagen in die Uni-Klinik gebracht, wo er noch am gleichen Tag operiert wurde. Michael Trippel, Leiter der Abteilung Fußball beim Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (HBRS), entschied daraufhin zusammen mit TSV-Fußballabteilungsleiter Gerhard Kerzmann und den Trainern der Teams, den Spieltag abzubrechen. Die fünf nicht absolvierten Partien werden nun an den kommenden Spieltagen nachgeholt, erklärte ein sichtlich geschockter Kerzmann.

Dabei hatte das Turnier für Spieler mit intellektuellen Defiziten (ID), das eine Premiere im Sportkreis Gießen darstellte, eindrucksvoll begonnen: Begleitet vom Fanfarenzug Zauberklang Gießen und unter den Augen des einstigen Bundesligatrainers und jetzigen ID-Hessenauswahlcoaches Dragoslav Stepanovic liefen die rund 130 Spieler der acht Teams zusammen auf das Spielfeld und wurden einzeln vorgestellt. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, die noch einmal das "erfolgreiche Projekt" begrüßte, und Sportkreisvorsitzender Prof.

Heinz Zielinski begrüßten die Gäste, Ex-Basketball-Nationalspieler Johannes Lischka führte den ersten Anstoß aus.

Die gute Laune steigerte sich noch, als Neuling Kleinlinden das Auftaktspiel – jede Partie dauerte 20 Minuten – gegen den favorisierten RSV Büblingshausen mit 2:1 gewann, wobei Kevin Hornung und Sebastian Strack die Tore für den TSV erzielten. Doch ein erster Stimmungsdämpfer folgte im zweiten Spiel zwischen Darmstadt und Wiesbaden, in dem sich ein Spieler aus der Landeshauptstadt ohne Fremdeinwirkung das Knie verdrehte. Die folgenden Spiele boten fairen, guten Sport, wobei den Akteuren großer Spaß und immense Leidenschaft ins Gesicht geschrieben standen. Neuling TSV Klein-Linden blieb auch in seiner zweiten Partie beim 1:1 gegen Langen (TSV-Torschütze war Justin Klein) ungeschlagen. Doch in der nächsten Partie der von Ruben Ebenig trainierten "Linneser" gegen Groß-Gerau geschah der unglückliche Zusammenprall, bei dem sich der Schiedsrichter zwei Minuten vor Spielende so folgenschwer verletzte. TSV-Co-Trainer Stefan Wasserfuhr leitete die Partie nach längerer Unterbrechung zwar noch zu Ende (Endstand: 1:0 für Groß-Gerau), doch danach kam man schnell überein, den Spieltag vorzeitig zu beenden.

"Dass wir einen Spieltag wegen einer schweren Verletzung abbrechen mussten, gab es noch nie", sagte ein sichtlich mitgenommener Michael Trippel, der ebenso geschockt war wie TSV-Abteilungsleiter Kerzmann und die Spieler. Auch das Überreichen des Ehrenbriefes mit Anstecknadel an TSV-ID-Trainer Ruben Ebenig vom Hessischen Fußball-Verband durch Henry Mohr geriet zur Nebensache.

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