Erst nach 20 Minuten nötigen Biss entwickelt

"Wenn wir die tonangebende Mannschaft gewesen wären, hätte es keine Schwierigkeiten mit den Schiedsrichtern gegeben!" Vladimir Bogojevic ließ seinem Frust freien Lauf. Der neue Headcoach der LTi Gießen 46ers haderte nach seinem erfolglosen Heimdebüt nicht mit der schwachen Leistung des Unparteiischentrios Richard Stokes, Petra Kremer und Enrico Streit, sondern ging mit seiner Mannschaft ins Gericht. "Das, was wir in der ersten Halbzeit an Energie investiert haben, war zu wenig, um am Ende mit einem Sieg belohnt zu werden." Dabei meinte der an der Seitenlinie engagiert und versiert coachende 32-Jährige vor allem das zweite Viertel, das letztlich die 70:83-Niederlage gegen den Rangzweiten Ewe Baskets Oldenburg besiegelte. Dort gelangen dem weiterhin mit dem Rücken zur Wand stehenden Tabellenvorletzten nach einer schwachen Leistung im Angriff wie in der Verteidigung nur elf Punkte, die Niedersachsen dagegen markierten 26 und zogen bis zur Halbzeit vorentscheidend auf 43:27 davon.

"Wenn wir die tonangebende Mannschaft gewesen wären, hätte es keine Schwierigkeiten mit den Schiedsrichtern gegeben!" Vladimir Bogojevic ließ seinem Frust freien Lauf. Der neue Headcoach der LTi Gießen 46ers haderte nach seinem erfolglosen Heimdebüt nicht mit der schwachen Leistung des Unparteiischentrios Richard Stokes, Petra Kremer und Enrico Streit, sondern ging mit seiner Mannschaft ins Gericht. "Das, was wir in der ersten Halbzeit an Energie investiert haben, war zu wenig, um am Ende mit einem Sieg belohnt zu werden." Dabei meinte der an der Seitenlinie engagiert und versiert coachende 32-Jährige vor allem das zweite Viertel, das letztlich die 70:83-Niederlage gegen den Rangzweiten Ewe Baskets Oldenburg besiegelte. Dort gelangen dem weiterhin mit dem Rücken zur Wand stehenden Tabellenvorletzten nach einer schwachen Leistung im Angriff wie in der Verteidigung nur elf Punkte, die Niedersachsen dagegen markierten 26 und zogen bis zur Halbzeit vorentscheidend auf 43:27 davon.

"Wir haben nicht die nötige Aggressivität an den Tag gelegt, in der Offensive und in der Defensive", analysierte Bogojevic. "Wir haben 20 Minuten gebraucht, um den nötigen Biss zu entwickeln." Dabei sah es nach den ersten zehn Minuten gar nicht so schlecht für den Underdog aus Gießen aus. Zwar mussten sich die 46ers nach zwei Fehlern von Aufbauspieler Heiko Schaffartzik aus einem 0:6-Rückstand ins Spiel zurückkämpfen, überraschten die Niedersachsen aber immer wieder mit eingestreuter Pressdeckung über das gesamte Feld, das die knapp über 3200 Zuschauer in der Osthalle mit Szenenapplaus belohnten. Überhaupt war die Stimmung auf den Rängen eine andere als in den letzten Heimpartien - von Beginn an stärkten die Fans den 46ers den Rücken.

Den sich anschließenden 7:0-Run der Gießener schloss Michael Umeh mit einem Dreier in der fünften Minute ab, und der ebenfalls stark aufspielende Maurice Jeffers, der Oldenburgs Starspieler Rickey Paulding im ersten Quarter zur Bedeutungslosigkeit degradierte und ihm nur ein mageres Pünktchen gestattete, schloss Viertel eins mit einem Zweier zum 16:17 aus Sicht des Gastgebers ab, der mit viel Beifall in die kurze Pause verabschiedet wurde. Bei den Fans kam Euphorie auf. Doch nun traten die Schiedsrichter immer mehr in Erscheinung. Vor allem die ehemalige Nationalspielerin Petra Kremer sorgte mit einigen ihrer Pfiffe für Unmut auf den Rängen.

Als Bogojevic erstmals gestikulierend aufmuckte und den Refs verdeutlichte, dass Gerrit Terdenge bei einem Dreier gefoult wurde - beim 18:19 (12.) -, erhielt Gießens Trainer gleich ein technisches Foul aufgebrummt. Die Baskets starteten anschließend eine 12:0-Serie, die der an diesem Abend überragende Johannes Lischka mit einem Abstauber in der 14. Minute beendete. Die Gäste ließen sich in dieser Phase auch nicht von einer 1-3-1-Zonendeckung aus dem Rhythmus bringen und kamen durch Dreier von Je’Kel Foster und Milan Majstorovic zu ihren Punkten. Die Lahnstädter hatten dagegen massive Probleme, sich gegen die bissige Mann-Mann-Verteidigung der Baskets gute Wurfpositionen zu erarbeiten. Zudem produzierten sie sieben ihrer insgesamt 16 Ballverluste im zweiten Durchgang. Den negativen Höhepunkt des Katastrophenviertels lieferte der 2,15-m-Hüne Robert Maras ab, als er rund einen Meter vor dem Ring einen Airball fabrizierte. Einen positiven Schlusspunkt setzte dagegen Schaffartzik mit einem Distanzwurf zum 27:43.

War es eine Brandrede von Bogojevic in der Halbzeitpause oder erinnerten sich die Spieler einfach nur an die prekäre Situation ihres Klubs, so genau konnte man es nicht in Erfahrung bringen. Auf jeden Fall starteten die Gießener mit mehr Intensität in das dritte Viertel. Der Druck in der Defensive wurde erhöht, jeder Gießener klebte förmlich an seinem Gegenspieler. Außerdem funktionierte nun die Teamdefense besser. Und über die gute Vorstellung in der Abwehr fanden sich die 46ers nun auch besser in der Offensive zurecht. Nach sechs Punkten in Folge von Jeffers (43:51, 27.) reagierte Oldenburgs Trainer Krunic, nahm eine Auszeit, um den Lauf der 46ers zu stoppen. Dennoch entschieden die Mittelhessen den dritten Durchgang mit 22:14 für sich und waren somit den Niedersachsen beim 49:57 wieder auf die Pelle gerückt. Umeh legte zu Beginn des finalen Viertels mit einem Dreier zum 52:57 nach. Doch es folgte ein "T" für Schaffartzik, der nach Meinung von Schiedsrichter Stokes eine "Schwalbe" beging, ein Offensivfoul an Jason Gardner schinden wollte. Das fünfte und gleichzeitig letzte technische Foul der Partie erhielt Gerrit Terdenge, der nach einem Reboundduell verbal mit Majstorovic aneinander geriet.

Die Niedersachsen nutzten die Gunst der Stunde und legten einen 6:0-Zwischenspurt ein (63:52, 33.).

Die Gießen 46ers konterten noch einmal. Corey Rouse auf Pass von Lischka und Jeffers verkürzten mit ihren Punkten nochmals auf 56:63. Beifallsstürme brausten auf, als Gießens Youngster Lischka seine starke Leistung mit einem Dreipunktspiel zum 62:70 (36.) krönte. Die aber weiterhin hochprozentig von außen treffenden Baskets (Dreier von Gardner und Paulding) ließen sich nicht mehr von der Siegerstraße abbringen.

"Man darf in so einem Spiel gegen solch eine Klassemannschaft wie Oldenburg nach der ersten Halbzeit nicht mit fast 20 Punkten zurückliegen. Im zweiten Viertel waren wir in der Defense nicht bereit, dadurch kamen wir in der Offense nicht in unsere Strukturen", konstatierte Lischka. Und Bogojevic bilanzierte: "Meine Mannschaft hat gekämpft. Man hat den Spielern den Willen, zum Erfolg zu kommen, angesehen. Aber wir haben es nur für kurze Zeit geschafft, das Momentum auf unsere Seite zu ziehen."

Die Niederlage ist für die LTi Gießen 46ers kein Beinbruch. Gegen eine Topmannschaft wie die Baskets aus Oldenburg kann man verlieren. Nächsten Sonntag beim haushohen Favoriten Alba Berlin können die 46ers ebenfalls befreit aufspielen. Dann warten aber an den Vorfaschingswochenenden die lösbaren Heimaufgaben gegen die Artland Dragons und die Walter Tigers Tübingen. Dort müssen Siege her, sonst kommt man nicht aus dem Tabellenkeller. Wolfgang Gärtner

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