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Marc Weber

Marc Weber

"Das Ergometer steht nicht mehr neben dem Bett"

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(sno). Seit dem 1. Mai lebt der Olympia-Kandidat des Ruderclub Hassia, Marc Weber, in einer Wohngemeinschaft in Gießen. Die Öffnung der Anlage an der Lahn kommt dem 22-Jährigen gelegen: Der Kraftraum ist exklusiv für Weber reserviert. Hier spricht der U23-Weltmeister über seinen veränderten Trainingsplan und den Umstand, dass er sich nun erneut für Olympia 2021 qualifizieren muss.

Herr Weber, wie können Sie die Öffnung der Anlage vom RC Hassia in Gießen für sich nutzen?

Im Stützpunkt in Frankfurt trainiere ich schon seit zwei Wochen wieder. Dort und in Hamburg befinden sich derzeit auch meine Boote. Davon könnte ich theoretisch nun eines nach Gießen verlegen. Momentan profitiere ich vor allem davon, dass die Schlösser vom Kraftraum für mich ausgetauscht wurden. Seit Montag nutze ich vor allem den Kraftraum. Das ist sehr hilfreich, denn in geschlossenen Räumen fangen in diesen Zeiten die großen Probleme ja an. So konnte ich auch mein Ruder-Ergometer dorthin verfrachten. Das muss jetzt nicht mehr drei Meter neben meinem Bett stehen.

Wie schwer fällt es beim täglichen Training, die Hygieneregeln zu beachten?

Einfach ist das nicht. Wir haben über den Verband Atem-Schutz-Masken bekommen. Aber man muss immer wieder alle Trainingsmaterialien desifnizieren, darf nur mit Masken in die Bootshallen. Man gewöhnt sich langsam daran. Was weh tut, ist, dass das Duschen untersagt ist. Teilweise lege ich zwischen Trainings- und Wohnort 80 Kilometer zurück. Geschwitzt in den Klamotten nach Hause zu fahren, ist nicht ideal. Aber im Endeffekt sind es kleine Maßnahmen, die hoffentlich eine große positive Wirkung haben.

Sie waren im Doppelzweier für Olympia 2020 gesetzt, müssen sich nun für die verschobenen Spiele neu qualifizieren. Wie gehen Sie damit um?

Boote und Rollsitze bleiben qualifiziert, das hat der Weltverband FISA bestätigt. Die Personen müssen sich aber neu qualifizieren, ja. Wir werden das intern neu ausfahren, aber die sieben Tickets (Einer, Doppelzweier, Doppelvierer, Anm. d. Red.) sind sicher. Ich sehe das ganz entspannt, weil ich an meine Leistung glaube. Ich bin mit Abstand der Jüngste im Team. Bei den anderen tickt die biologische Uhr in dem Sinne eher, da ist die Verschiebung für manchen ärgerlicher. Die Situation ist für mich eher ein Vorteil. FOTO: PV

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