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Alles im Blick beim Jugendfußball der TSF Heuchelheim - Jugendleiterin Lea Balser. (pv)

Jugendfußball

Erfolgsrezept der TSF Heuchelheim: "Wir geben kein Spielsystem vor"

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Die TSF Heuchelheim gehen im Jugendfußball einen anderen Weg. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Jugendleiterin Lea Balser erklärt im Interview das Konzept.

Seit 2015 ist Lea Basler als Fußball-Jugendleiterin bei den Turn- und Sportfreunden tätig. Die 23-Jährige, die selbst seit einigen Jahren bei Eintracht Lollar aktiv ist, kann in ihrer Amtszeit schon einige Erfolge nachweisen. 2017 feierte der Club an der Bieberbach die gemeinsamen Kreismeisterschaften der A-, B- und C-Jugend. Aktuell sind nun die Kreispokal-Gewinne dazugekommen.

Gratulation, Ihre A- und B-Jugend holt sich den Kreispokal. Erfüllt Sie das mit Stolz?

Lea Balser:Natürlich erfüllt mich das mit Stolz. Ich freue mich aber insbesondere für die beiden Trainerteams: Kevin Grebe und Ralph Powell bei der A-Jugend und Danny Kaliampos und Tim Balser bei der B-Jugend. Es ist sehr erfreulich zu beobachten, dass es beiden Trainerteams gelingt, das Maximum aus ihren Teams herauszuholen. Die persönliche Entwicklung der Spieler ist rasant. Vor allem präsentieren sich beide Mannschaften als verschworene Einheit.

Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Balser:Die B- und A-Jugend gelten nach Definition als Leistungsbereich. In diesem Bereich ist es seit einigen Jahren unser Anspruch, überdurchschnittlich gute Trainer zu beschäftigen. Deren hervorragende Arbeit zahlt sich aus. Ich versuche, den Trainern so gut wie möglich den Rücken frei zu halten, sodass sie sich auf das sportliche Geschehen konzentrieren können. Dafür haben wir gewisse Rahmenbedingungen entwickelt. In diesem Rahmen können sich die Trainer komplett frei bewegen. Wir geben beispielsweise kein Spielsystem vor.

Wie viele Spieler beider Mannschaften kommen direkt aus dem Ort, wie viele sind von außerhalb?

Balser:Der Anteil wohnhafter Heuchelheimer ist in beiden Teams etwa ein Drittel. Man muss aber dazu sagen, dass in beiden Teams viele Spieler schon seit langer Zeit bei uns sind. Viele kommen aus der Weststadt oder umliegenden Gemeinden wie Biebertal, Wettenberg oder Lahnau.

Wie kommt das? Ist das in den anderen Jugendteams Ihres Clubs ähnlich?

Balser:Im unteren Jugendbereich haben wir überwiegend Spieler aus dem eigenen Ort. Im Leistungsbereich haben wir uns durch die Erfolge der letzten Jahre einen gewissen Ruf erarbeitet. Außerdem haben unsere Trainer einen sehr guten Überblick und verfügen über ein großes Netzwerk. Wir achten insgesamt aber schon darauf, dass die Spieler aus der näheren Umgebung kommen.

Wie viele Jugendmannschaften haben Sie am Start, wie viele Jugendliche oder Kinder sind das insgesamt?

Balser:Die TSF haben seit dieser Saison nur noch die B- und A-Jugend als eigenständige Teams am Start. Hier sprechen wir von 50 Spielern. Wir sind seit dieser Saison im unteren Jugendbereich wieder in einer Jugendspielgemeinschaft mit der SG Kinzenbach. Die Zusammenarbeit läuft bisher super, und wir konnten Kräfte bündeln. In der JSG sind derzeit rund 100 Kinder, die sich auf sechs Mannschaften verteilen.

Wie viele Trainer benötigen Sie dafür, wie viele Stunden sind die mit den Kindern auf dem Platz unterwegs?

Balser:Insgesamt beschäftigen wir derzeit in der JSG 14 Trainer, bei den TSF vier Trainer und einen Torwarttrainer. Der Aufwand unterscheidet sich nach Jugend. Im Leistungsbereich wird zwei bis dreimal die Woche trainiert.

Gab es in den Jahren Ihrer Tätigkeit eine gravierende Veränderung, die den Zuwachs oder die Fluktuation massiv beeinflusst hat?

Balser:Einen merklichen Zuwachs hatten wir im Sommer 2017. Nach den Aufstiegen der C- und B-Jugend sind uns etliche Spieler zugelaufen. Davon profitieren wir natürlich bis heute. Die demografische Entwicklung macht aber natürlich auch vor uns keinen Halt. Die Altersklassen sind nachweislich dünner besetzt als noch vor einigen Jahren. Als Reaktion auf die veränderten Voraussetzungen haben wir uns zu dieser Saison mit der SG Kinzenbach zusammengetan.

In welchen Jugendklassen ist der größte Zulauf?

Balser:Den größten Zuwachs haben wir derzeit bei der G-Jugend zu verzeichnen. Hier profitieren wir von Kontakten zu den Kindergärten der Gemeinde. Auch in der B-Jugend haben wir wieder einige Spieler dazu gewinnen können. Der sehr gute zweite Platz in der abgelaufenen Gruppenliga-Saison hat sicherlich auch etwas zu der Entwicklung beitragen können.

Warum sollten Kinder zu den TSF Heuchelheim kommen, um Fußball zu spielen - was machen Sie anders?

Balser:Ich bin der Meinung, dass Kinder im unteren Bereich im Heimatverein spielen sollten. Ziel der JSG ist es, unter anderem dies möglichst immer in allen Altersklassen gewährleisten zu können. Im Leistungsbereich gibt es einige Gründe, die für uns sprechen. Wir haben Trainerteams, die sich qualitativ nicht vor den Kollegen des FC Gießen oder der TSG Wieseck verstecken müssen. Wir haben eine ausgezeichnete Anlage, und man kann sich in Heuchelheim einfach wohlfühlen, weil der Teamgedanke im Vordergrund steht.

Gibt es bei Ihnen eine Auflistung, wie viele Jugendliche im Schnitt nach ihrem letzten A-Jugend-Jahr auch in die Seniorenmannschaften Ihres Clubs gehen - beziehungsweise den Sprung in die Erste schaffen?

Balser:In der Startelf unseres A-Liga-Teams standen am letzten Spieltag sieben Spieler, die in den letzten zwei Jahren bei uns in der Jugend gespielt haben. Das macht uns stolz. Bei der ersten Mannschaft kam dieses Jahr auch schon ein aktueller A-Jugendlicher zum Einsatz. Ziel ist es, möglichst viele Spieler im Verein zu halten.

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