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Mario Weber, hier noch als Trainer der HSG Linden sucht nach einer neuen Herausforderung.

Enttäuscht, aber ohne Groll

  • vonMarc Steinert
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(mcs). In Zeiten, in denen viele Handball-Vereine die Weiterführung der Arbeit mit ihrem Trainerteam bekanntgeben, überrascht die Mitteilung der HSG Linden umso mehr, die Zusammenarbeit mit Landesliga-Coach Mario Weber in der kommenden Saison nicht fortzusetzen. Ein neues Konzept möchten die Lindener umsetzen, den neuen Weg dann mit dem bisherigen Trainer der Bezirksoberliga-Mannschaft, Conrad Melle, gehen.

Wie der Hüttenberger Weber über das Ende der sechsjährigen Zusammenarbeit denkt, wie er seine Zeit bei der HSG bewertet und wie seine Zukunft aussieht, das haben wir den 40-Jährigen gefragt.

Herr Weber, nach sechs Jahren bei der HSG Linden trennen sich nun die Wege, auf den ersten Blick überraschend. Für Sie auch und wie stehen sie zu dem Schritt des Vereins?

Mario Weber: »Ja, das kam auch für mich überraschend. Ich war eigentlich auch schon dabei, Spieler für die kommende Saison anzusprechen und mich bezüglich eines neuen Co-Trainers umzuschauen. Ich bin natürlich auch ein wenig enttäuscht darüber, denn das neue Konzept, dass die HSG nun umsetzen will, war mir ja bekannt, und ich hätte es auch gerne mitgetragen. Aber letztlich ist es ja das gute Recht des Vereins, auch mal Änderungen vorzunehmen, daher hege ich da jetzt keinen Groll. Nach der langen Zeit ist es natürlich schade, dass es jetzt nach einer Saison enden musste, die praktisch nicht stattfand. Schade ist es auch für Spieler wie Leon Friedl, Kaspar Krauhausen oder Lukas Mikusch, die ich vor der Runde von einem Wechsel überzeugt habe, die ihren Heimatverein praktisch wegen mir verlassen haben und jetzt nur ein gemeinsames Spiel mit mir absolvieren konnten.«

Sie haben die Landesliga-Mannschaft über viele Jahre betreut, dabei stets Topplatzierungen in der Tabelle erreicht. Wie fällt das Fazit ihrer fast sechs Jahre bei der HSG Linden aus?

»Es war für mich komplettes Neuland, denn es war ja der erste Weg, der mich von meinem Heimatverein weggeführt hat. Ich bin zu Beginn gut aufgenommen worden und würde sagen, dass es alles in allem eine schöne Zeit war. Natürlich hatten wir anfangs schon das Ziel, es vielleicht in die Oberliga zu schaffen, waren zumindest ein Mal ganz nah dran und oftmals gut platziert. Ganz gereicht hat es aber leider nie. Gegen Ende haben wir ja schon einen Umbruch vollzogen und den Altersschnitt deutlich gesenkt. Es wäre interessant gewesen, mit der jungen Truppe zu arbeiten, denn in ihr steckt einiges an Potenzial. Dennoch freut mich vor allem, dass ich viele gute Kontakte hatte. Es haben sich nach dem Bekanntwerden meines Ausscheidens viele Spieler und Ex-Spieler bei mir gemeldet und es bedauert. Das spricht ja auch für sich!«

Dass ihre Tätigkeit bei der HSG nun enden wird, ist sicherlich auch anderen Vereinen nicht verborgen geblieben. Gab es schon erste Anfragen und welche Ideen haben Sie für die Zukunft?

»Es ist für Trainer aktuell sicherlich keine optimale Zeit, denn die meisten Vereine führten die Zusammenarbeit mit ihren bisherigen Übungsleitern ja fort. Dennoch gab es in den letzten Tagen schon zwei Anrufe, die völlig unterschiedliche Anfragen beinhaltet haben. Ich setze mich da aber nicht unter Druck, werde mir alles genau anhören und dann schauen, ob etwas dabei ist, mit dem ich mich zu 100 Prozent identifizieren kann und für das ich brenne. Ich habe nach wie vor Bock, als Trainer zu arbeiten, vielleicht auch wieder mit jüngeren Spielern. Aber zur Not habe ich aber auch kein Problem damit, ein wenig zurückzuschrauben und abzuwarten.«

Bei Ihnen als Hüttenberger liegt ja zudem die Frage nah, ob Ihr Heimatverein TV Hüttenberg in Ihren Gedankenspielen eine Rolle spielt. Gibt es solche Überlegungen oder sehen Sie sich eher nicht »vor der eigenen Haustüre«?

»Was diese Thematik angeht, kann ich zum aktuellen Zeitpunkt auch nur sagen, dass ich nicht von vorneherein Dinge ausschließen würde. Ich bin Hüttenberger, natürlich wird der TVH immer eine Herzensangelegenheit sein. Ich habe den Verein damals verlassen, weil für mich manches nicht mehr gepasst hat, dort hat sich mittlerweile aber sehr viel getan. Aber wie ich eben schon gesagt habe, bin ich offen für alles, werde mir alles anhören und dann meine Entscheidungen treffen. Wohin mich mein Weg dann führen wird, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt wirklich noch nicht!«

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