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In der Rückserie 2018/2019 fällt in der Beschäftigungsrunde der C-Liga die Hälfte aller angesetzten Spiele aus. (Symbolfoto: Vogler)

Fußballkreis Alsfeld

Enttäuschende C-Liga-Bilanz

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Der Fußball an der Basis bröckelt. Mit Reserven in Konkurrenz will der HFV gegensteuern. Im Kreis Alsfeld besteht seit einem Jahr eine neue Form des Spielbetriebs. Die Probleme bleiben gleich.

Nach einer verstörend hohen Ausfallquote in der Vorrunde hatten die Vereine in der Fußball-Kreisliga C Alsfeld auch in der Rückrunde ihre liebe Mühe, genügend spielfähige Akteure für ihre Reserven zu finden. Die Ausfallquote in der niedrigsten Klasse hatte von August bis November schon bei 31 Prozent gelegen. In der Rückserie, für die der Hessische Fußball-Verband im Kreis Alsfeld ein Pilotprojekt mit Playoff- und Beschäftigungsrunde genehmigte, blieb dieser Anteil nahezu konstant. In der Platzierungsrunde der "schlechteren" Teams konnte exakt die Hälfte aller Partien nicht ausgetragen werden. Bei den Mannschaften, die um den Aufstieg spielten, sah es zwar besser aus. Dennoch: Von 234 über die gesamte Saison hinweg angesetzten Spielen fielen 73 aus - also ein knappes Drittel.

Viele Klubs kritisierten die geringe Anzahl der Spieltage, an denen sie mit ihren Reserven das Vorspiel zur ersten Mannschaften austragen. Diesen Vorwurf will Frank Heller so nicht gelten lassen. "Wir hatten die Partien vor der Saison manuell angesetzt, sodass die Anzahl der Spieltage, an denen die eigene ›Zweite‹ vor der ›Ersten‹ spielt, für jeden Verein gleich war", sagt der Kreisfußballwart. "Ungleich war die Anzahl dann, wenn anschließend beispielsweise nachträgliche Verlegungswünsche der Vereine berücksichtigt wurden oder das Heimrecht bei nur einem Team getauscht wurde."

Obwohl man den Vereinen in diesem Einführungsjahr der C-Liga die Möglichkeit gab, selbst nach dem dritten Nichtantreten den Spielbetrieb fortzusetzen, machte es für zwei Reserven irgendwann keinen Sinn mehr. Die SG Grebenau/Schwarz/Bechtelsberg II zog ihre Mannschaft schon am Ende der Vorrunde zurück. Ironischerweise waren es die einzigen Klubs, die vor der Runde eine Spielgemeinschaft nur auf Reserveebene eingegangen waren (SG Grebenau/Schwarz und FC Bechtelsberg). Der FC Weickartshain II, der von August bis November 14 von 18 Partien kampflos verlor, meldete die zweite Mannschaft im Laufe der Rückrunde ab.

Kurzentschlossene Fußballer

Besser lief es dagegen beim TSV Burg-/Nieder-Gemünden: Der Verein verfügt über einen recht breiten Kader und kam auch mit der Reserve gut durch die Saison. Dennoch konnte man über die Runde hinweg bei drei Begegnungen keine zweite Mannschaft stellen. Der Sportliche Leiter Manfred Stöhr wurde in der abgelaufenen Spielzeit in Sachen Reserve laut eigener Aussage eher zum "Sportlichen Leider". Er hat eine klare Meinung zur Rückserie: "Die Beschäftigungsrunde war eine Farce." In Gemünden genoss man immerhin den Vorzug der Erfahrung, schon in der Saison davor mit der zweiten Mannschaft in Konkurrenz gespielt zu haben, während die "Erste" in der Kreisoberliga ran musste. Dennoch führten die vielen Absagen in der Platzierungsrunde dazu, dass kein geregelter Spielbetrieb mehr möglich war. "Wenn die Reserve nur alle drei bis vier Wochen dran ist, besteht die Gefahr, dass wir motivierte Spieler verlieren, die gerne regelmäßig spielen wollen", sagt Stöhr, der um die fast schon existenzielle Bedeutung einer zweiten Mannschaft weiß. Es gibt wenige Beispiele in den heimischen Fußballkreisen, die gezeigt haben, dass es auch anders geht. "Aber ohne eine zweite Mannschaft ist das Ende meistens programmiert. Das setzt aber den geregelten Spielbetrieb voraus."

Wie jedes Mitglied in den hiesigen Spielausschüssen hat auch Manfred Stöhr vor dem Wochenende hin und wieder mit den Absagen kurzentschlossener Fußballer zu kämpfen. Die meisten wissen aber freitags oder samstags, ob sie am Sonntag doch nicht können. "Man kennt seine Pappenheimer, aber man braucht ja jeden." Was auch beim TSV vorkommt, aber laut Stöhr nicht die Regel ist: Spielabsagen am Sonntag.

Die gab es zum Ärger und gemäß Aussage von Heller in der C-Liga aber des Öfteren. "Es gibt Vereine, die sagen sonntags um 11 Uhr ab. Und zwar über das elektronische Postfach, ohne dem Gegner telefonisch Bescheid zu geben", blickt der Kreisfußballwart zurück. Er wünscht sich für die neue Runde: "Die Spieler müssen ehrlicher werden, die Vereine aber auch."

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