Entscheidung über Zeitstrafe am 6. Juni

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(fr). Stefan Reuß kennt die Zeitstrafe noch aus seiner aktiven Zeit. Der ehemalige Regionalliga-Schiedsrichter und Assistent in der Zweiten Bundesliga hat bis Mitte der 90er-Jahre die zehnminütige Hinausstellung in der Oberliga und den Klassen darunter angewandt. "Bis sie irgendwann abgeschafft wurde", sagt der Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV). "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man damit deeskalierend einwirken kann."

In der kommenden Saison könnte die Zeitstrafe ihr Comeback erleben. Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gab am vergangenen Freitag grünes Licht für das Modellprojekt in Hessen, nachdem der HFV mit einer Anfrage an den DFB herangetreten war. In den nächsten zwei Jahren kann in der Kreisoberliga und in den Kreisligen wieder eine zehnminütige Zeitstrafe ausgesprochen werden - vorausgesetzt, die 32 Fußballkreise stimmen dieserr Idee am 6. Juni beim Verbandstag zu.

"Unser Spielausschuss macht jetzt die Vorarbeit und erstellt eine Durchführungsbestimmung, in der dann auch verbindlich festgelegt wird, wie die Regularien sind", sagt Reuß. Früher sei es so gewesen, dass in Wiederholungsfällen bei Foulspielen, die ähnlich waren und eigentlich eine Verwarnung nach sich ziehen würden, aber nicht rotwürdig waren, eine Zeitstrafe ausgesprochen werden konnte.

"Sie konnte auch für ein erstes Foul ausgesprochen werden", erklärt der ehemalige Unparteiische der SG Meißner. Und natürlich für Meckereien und Lamentieren. Jetzt müsse geklärt werden, will man es so, wie es früher war oder will man veränderte Situationen, um sie als wirksames Mittel einzusetzen.

"Wir sind sehr häufig in den Vereins- und Kreisdialogen damit konfrontiert worden", erklärt Reuß die Entstehung der Idee, die Zeitstrafe wieder aufzunehmen. Das sei noch vor den gewaltsamen Vorfällen im hessischen Fußball vor wenigen Monaten diskutiert worden. Diese Ausfälle, vor allem gegenüber Schiedsrichtern, hätten jedoch den Wunsch der Vereine bestärkt, an den DFB heranzutreten, um zu fragen, ob die Wiedereinführung der Zeitstrafe überhaupt möglich ist.

Die Umsetzung macht aus Sicht der Verbandsexperten aber nur auf der Kreisebene Sinn, da ab der Gruppenliga im Gespann gepfiffen wird und man das Spiel zu dritt besser beobachten kann. Zudem wäre in den Relegationsspielen zwischen einem Hessenligisten und einem Regionalligisten kein einheitliches Regelwerk mehr gegeben.

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