Enge Serie weckt Erinnerungen

Erinnerungen werden wach: An den Frühling 2004 mit den Serien, engen Serien, gegen Regensburg und Landshut, die erst im fünften und seinerzeit letzten Spiel entschieden wurden; und natürlich an das Jahr 1999, an den in Bad Nauheim unvergessenen Vergleich mit Essen, als letztlich ein einziger Treffer im Penaltyschießen über den Zweitliga-Titel und Aufstieg entscheiden sollte. Freitagabend (19.30 Uhr) bestreiten die Roten Teufel gegen die Starbulls Rosenheim erneut Spiel fünf einer ausgeglichenen Playoff-Serie, diesmal wird im Modus "Best-of-seven" der Sieger ermittelt.

Für den EC Bad Nauheim könnte morgen das letzte Heimspiel der Saison 2009/2010 anstehen, vielleicht aber auch nur ein Zwischenschritt auf dem Weg in die nächste Runde. "Die Tagesform wird entscheiden", sagt RT-Trainer Fred Carroll, dessen Mannschaft am Dienstag dank einer "super Leistung" mit einem 6:2-Erfolg in Rosenheim den 2:2-Ausgleich in der Serie hergestellt hatte.

"Die Jungs waren von der ersten Minute an konzentriert im Spiel, haben Leidenschaft und Bereitschaft gezeigt und sich in jeden Puck geworfen - egal, wie", sagt der Coach, der in den 48 Stunden zwischen den Spielen drei und vier auf freiwillige Trainingseinheiten und Gespräche gebaut hat, um den Schock der Heimniederlage nach Verlängerung zu verarbeiten. "Bad Nauheim hatte diesmal das Momentum auf seiner Seite. Wir konnten nicht so auf den Körper spielen, wie wir uns das vorgenommen hatten", resümierte Starbulls-Trainer Franz Steer und sprach von den "kleinen Dingen, die ein Spiel beeinflussen können".

Die Über- und Unterzahl-Formationen beispielsweise: Während Bad Nauheim mit einem Spieler mehr auf dem Eis in zwei Partien hintereinander enttäuscht hatte, nutzten die Roten Teufel in Rosenheim gleich ihre ersten drei Powerplay-Situationen zu Treffern. Ein Knackpunkt: das 1:3 durch Dennis Cardona. Starbulls-Verteidiger Nikolaus Senger hatte während eines Unterzahl-Zweikampfs den Helm verloren, musste vom Eis, und just in diesem Augenblick nutzte der 30-Jährige seine Chance und erzielte seinen vierten Saisontreffer. "Das Tor hat seine Leistung gekrönt", sagt Carroll, der den "Stand-by"-Profi im Powerplay anstelle von Kevin Richardson auflaufen ließ. "Er hat vor Claus Dalpiaz für Beschäftigung gesorgt, Verteidiger gebunden und seinen Nebenleuten mehr Platz verschafft. Man hat gesehen, was möglich ist, wenn die Jungs konsequent und auf direktem Weg in Richtung Tor gehen. Dennis kennt keine Angst und hat seinen Job erfüllt", sagt Carroll.

Der zweite Schlüssel zum Erfolg: Torwart Markus Keller: "Was der gehalten hat - unglaublich. Da konnte man nur den Kopf schütteln. Wenn uns vorne ein Fehler unterlaufen ist - Markus hat alles rausgeholt", unterstreicht Powerplay-Stürmer Dennis Cardona.

Andreas Ortwein, der Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH, war in seinem eigentlichen Beruf als Einkaufsleiter eines mittelhessischen Unternehmens am Abend terminlich gebunden. Erst gegen 21 Uhr konnte sich der 32-Jährige über die zwischenzeitliche 3:1-Führung informieren. "Ich hatte ein gutes Gefühl und war deshalb auch überhaupt nicht nervös", behauptet er. Eine Mehreinnahme von gut und gerne 10 000 Euro dürfte der Sieg in Rosenheim den Roten Teufeln beschert haben. Statt mit vielleicht 1300 oder 1400 Zuschauern ist morgen mit über 2000 Zuschauern zu rechnen. Die Geschäftsstelle ist für den Vorverkauf heute zwischen 12 und 20 Uhr geöffnet.

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