Ende einer Ära in Bamberg

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(sid). Brose und der Bundesliga-Basketball in Bamberg - das gehört seit Jahren untrennbar zusammen. Auch dank der finanziellen Pferdestärken des Automobilzulieferers fuhren die Franken seit 2010 sieben Meisterschaften und fünf Pokalsiege ein. Doch die CoronaKrise führt nun an dem Traditionsstandort der BBL zu nachhaltigen Einschnitten.

Brose steigt zum 1. Juli als Gesellschafter der Bamberger Basketball GmbH aus. Kurz vor der Entscheidung der zuständigen Behörden über eine Saisonfortsetzung der Bundesliga wird damit noch mal ersichtlich, wie schwer die deutsche Eliteklasse getroffen wird - auch, wenn Brose als Haupt- und Namenssponsor bleibt.

"Die massiven Veränderungen in der Automobilindustrie, verstärkt durch die Nachfrageeinbrüche als Folge der Coronavirus-Maßnahmen, haben bei der Brose-Unternehmensgruppe zu erheblichen Ergebniseinbrüchen geführt", sagte Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung bei Brose und Aufsichtsratschef beim Bamberger Bundesligaklub.

Der Betrieb einer Profisportorganisation gehöre nicht zu den Kernaufgaben eines Automobilzulieferers, deshalb werde Brose nun aussteigen. Der Sponsoringbetrag für die kommenden drei Spielzeiten gehöre aber zur Spitze der BBL.

Welche Bedeutung die Entscheidung für den Klub hat, der zu den zehn Teilnehmern für das geplante Playoff-Turnier der Liga gehört, zeigt sich daran, dass Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke die Koordination des Wechsels zu einem neuen Gesellschafter übernommen hat. Aktuell laufen laut Klubangaben Gespräche. Die Korbjäger sind ein wichtiger Image- und Wirtschaftsfaktor für die Uni-Stadt.

"Die Bamberger Basketball GmbH durchlebt momentan - wie viele andere Profisportklubs auch - eine herausfordernde Zeit", sagte Geschäftsführer Arne Dirks. Er dankte Stoschek und Brose "für die außerordentliche Unterstützung in den letzten Jahren" und zeigte sich froh darüber, immerhin weiter mit Sponsoringgeldern planen zu können. Die seit Anfang 2019 eingeleitete Konsolidierung des Klubs müsse nun in großen Schritten weiter vorangetrieben werden.

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