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Emotionales Ende

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Von: Sebastian Kilsbach

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Die Gießen 46ers Rackelos um (v. l.) Karl Maruschka, Robin Njie, Sebastian Brach und Viktor Ziring präsentieren sich bei der knappen 81:84-Saisonauftaktniederlage gegen Coburg als homogene Einheit. © Harald Friedrich

(sks). Vom 81:84 (32:43) der Gießen 46ers Rackelos gegen Coburg im ersten Spiel der neuen Basketball-Drittligasaison wird ein emotionaler Moment am Ende in Erinnerung bleiben.

Christopher Wolf - der Forward der Gäste aus dem Frankenland - sackte nach dem Spiel an der Bande an der Westseite in der Sporthalle Ost überwältigt zusammen. Kurz zuvor hatte der taktisch gefoulte Anführer seiner Farben mit zwei Freiwürfen den Sieg des BBC gesichert. Für den 26-Jährigen war es das erste Spiel nach seiner überstandenen Krebserkrankung.

Beim Abklatschen im Mittelkreis folgte eine innige Umarmung mit Johannes Lischka, der vor einigen Jahren dasselbe Schicksal hatte. Die endlich wieder erlaubten Fans in der Sporthalle Ost zollten Applaus. Das intensive Spiel, das kurz zuvor geendet hatte, war in diesem Moment beinahe vergessen.

Doch auch die sportliche Leistung des Farmteams der Gießen 46ers war von Emotionen geprägt. Ein 58:72 - generell liefen die Mittelhessen ab der fünften Minute dem BBC hinterher - münzten die Rackelos beinahe noch in einen Sieg um. »Das Team hat Charakter gezeigt, das zeichnet die Rackelos aus«, freute sich Patrick Unger nach seinem ersten Einsatz als Coach des Drittligisten.

Auch an die Fans hatte der Basketballlehrer nach eineinhalb Jahren ohne Zuschauer lobende Worte. Grund für die unterm Strich verdiente Niederlage waren für Unger die zugelassenen Ballverluste und Offensivrebounds in der ersten Hälfte. »Dadurch sind wir auch offensiv nie in unseren Rhythmus gekommen.«

Bis zur fünften Minute hatten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch geliefert. Danach blieben Korberfolge für Gießen Mangelware, nach dem ersten Quarter hieß es 11:24. Doch die Mittelhessen steckten zu keinem Zeitpunkt auf. Das Rackelo-Gen ist intakt, obschon die gut besetzten Coburger im Zweifel immer die richtige Antwort fanden. Zur Halbzeit stand es 32:43 für die Rackelos.

Vor allem mit der Ganzfeldverteidigung der Gäste hatte es sich das Unger-Team schwergetan. Desto besser präsentierte es sich nach dem Seitenwechsel. Angeführt von Lischka, Uhlemann und Maximilian Begue blieb Gießen so immer auf Tuchfühlung. Doch erst als Viktor Ziring nach einem Offensivrebound und im zweiten Versuch einen Dreier von der Seite durch die Reuse schweißte, schien der Sieg wieder in greifbare Nähe zu rücken (81:82, 40.). 18 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt noch zu spielen. Nachdem Wolf an der Freiwurflinie die Nerven behielt, hatten Uhlemann per Dreier die Overtime auf der Hand, verpasste aber.

»Das Team mit der besseren ersten Halbzeit hat am Ende verdient gewonnen«, spornt Unger seine Jungs an, im nächsten Spiel an die Leistung der zweiten Hälfte anzuknüpfen. Dazu ist bereits am kommenden Samstag im Hessenderby gegen Frankfurt Gelegenheit.

Gießen 46ers Rackelos: Brach (3), Ziring (7), Maruschka (2), Schneider (5), Göbel, Begue (16), Uhlemann (26), Lischka (20), Njie (2), Rostek, Baumgarten.

Coburg: Blunt (7), Schultz, Lorber (16), Worthy (3), Schönbäck (8), Wolf (13), Bulic (20), Onwas (7), Nita (3), Wobst (7).

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