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Emely Nau kann nach langer Verletzungspause wieder zuversichtlich nach vorne schauen.

Handball

Emely Nau: Zuversicht kehrt zurück

  • VonMarc Steinert
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Die Licher Handballerin Emely Nau hat ein Jahr Verletzungspause hinter sich. Jetzt will sie mit der HSG Gedern/Nidda in der 3. Liga wieder durchstarten.

(mgs). Wenn die HSG Kleenheim-Langgöns in Staffel D der 3. Frauenhandball-Liga am heutigen Samstag (18 Uhr) bei der HSG Gedern/Nidda antritt, ist diese Partie für eine Spielerin, die dann das Parkett der Sporthalle des Gymnasiums Nidda betreten wird, eine ganz besondere. Denn Emely Nau hat nicht nur eine Vergangenheit bei den Kleebachtalerinnen, sondern zuletzt eine schier endlos lange Verletzungshistorie aufzuweisen. Rechtzeitig zum Spiel gegen ihren Ex-Verein ist die 21-Jährige aber wieder fit.

»Ich freue mich natürlich unheimlich auf das Spiel, weil ich in Kleenheim wirklich eine schöne Zeit hatte und mit vielen Spielerinnen noch immer in Kontakt stehe. Am meisten freue ich mich aber tatsächlich darüber, überhaupt wieder auf dem Feld stehen zu können. Das war einfach ein geiles Gefühl, als ich am letzten Samstag wieder spielen konnte«, erinnert sich Nau an den für sie sehr emotionalen Moment zurück, als sie Trainer Christian Breiler zu Beginn der zweiten Halbzeit in Wülfrath »auf die Platte« beordert hatte. »Das hat mir ein unheimlich gutes Gefühl gegeben, zumal auch nicht abzusehen war, ob es für die Dritte Liga überhaupt noch reichen würde.«

Hinter der Lehramtsstudentin lag nämlich nahezu ein komplettes Jahr, das von einer schweren Verletzung und entsprechenden Reha-Maßnahmen geprägt war. Noch zu Kleenheimer Zeiten hatte sich die 21-Jährige - wie sich erst später herausstellte - das Sprunggelenk schwer beschädigt, was zudem auch zu einem instabilen Bandapparat führte. Getapt und bandagiert ging es für sie über zwei Jahre dennoch mit Handball weiter, ehe die Schmerzen zu groß und das Ausmaß der Schädigung klar wurden. Am 30. September letzten Jahres folgte dann eine OP in Köln. Laufen an Krücken, Schienen, Orthesen, Physio- und Eigenbluttherapie - alles Begriffe aus Naus vergangenem Jahr. »Die Ärzte haben mir gleich gesagt, dass ich vorneweg ein Dreivierteljahr fehlen werde. Glücklicherweise ist alles gut verlaufen, vor rund vier Wochen konnte ich endlich wieder ins normale Handballtraining einsteigen«, beschreibt Nau, die zudem den Austausch mit ihrem Coach Breiler lobt. »Er war da sehr rücksichtsvoll, hat mir aber auch immer wieder Termine, beispielsweise bei Physios, besorgt. Auch jetzt schaue ich natürlich, wie ich die Belastungen vertrage, zumal wenn noch mein Sportstudium wieder hinzukommt. Zuletzt musste mich Christian sogar schon ein wenig in meinem Tatendrang bremsen, weil ich unbedingt zurück aufs Spielfeld wollte.«

Auf diesem lief es für ihr Team Gedern/Nidda zu Beginn der neuen Drittliga-Saison noch mit überschaubarem Erfolg, denn dem Heimsieg gegen die HSG Lumdatal folgten sowohl bei Bayer Leverkusen II als auch in Wülfrath klare Niederlagen. Wieso es noch nicht rund läuft, ist der in Gießen wohnenden Außenspielern aber durchaus bewusst. »Wir haben insgesamt eine sehr, sehr junge Mannschaft, die einfach Zeit braucht. Wir haben erfahrene Spielerinnen verloren bzw. sie stehen aktuell nicht zur Verfügung, sodass einige jüngere die Verantwortung übernehmen müssen. Und dabei setzen wir uns aktuell einfach noch zu oft unter Druck. Wir müssen da mehr Lockerheit in unser Spiel bekommen und auf dem Feld einfach unseren Spaß haben«, glaubt Nau.

Und Spaß will die aus Lich stammende und bei der HSG Hungen/Lich handballerisch ausgebildete Nau am liebsten schon am Samstag haben, wenn ihr Ex-Verein HSG Kleenheim/Langgöns in Nidda gastiert. Die Beziehungen zur Langenbach-Truppe sind immer noch bestens, so sind beispielweise Nina Eggers und Emelie Bachenheimer Studienkolleginnen. Auch zu Lisa-Marie Kiethe oder Ann-Sophie vom Hagen pflegt die Außenspielerin einen engen privaten Austausch. Und auch der Kontakt zu Katha Weber erinnert Nau an ihre schöne Zeit bei der SGK. »Das war für mich rein sportlich natürlich eine tolle Zeit, weil wir in meiner ersten Saison ja sogar die Drittliga-Meisterschaft geholt haben. Aber auch privat bin ich super aufgenommen worden. Ich werde nicht vergessen, wie viel Zeit sich vor allen Dingen die erfahrenen Spielerinnen wie Katha oder auch Sina Rühl und Nina Hess für mich genommen haben«, verbindet die 21-Jährige eine Reihe schöner Erinnerungen mit den zwei Jahren in Kleenheim.

Doch die Freundschaften werden am Samstag für 60 Handball-Minuten ruhen, denn logischerweise ist der sportliche Ehrgeiz - unabhängig vom Gegner - bei Nau groß. »Wir haben ein Heimspiel und dürfen in unserer kleinen engen Halle auch endlich wieder vor Zuschauern spielen. Daher hoffe ich, dass wir im Vergleich zu den Vorwochen eine Schippe drauflegen können, aber diesmal auch noch die nötige Lockerheit haben. Qualität haben wir definitiv, wenn wir das alles zusammenbekommen, haben wir sicherlich auch am Wochenende eine Chance«, glaubt die Sportstudentin.

Überhaupt auf dem Feld dabei sein zu können nach dem so schweren letzten Jahr, ist für Emely Nau aber sicherlich schon vor dem Anpfiff der allergrößte Erfolg.

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