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EM endet im Corona-Chaos

  • Vonred Redaktion
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(pm/aj). Die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen haben im einzigen von vier Medaillenspielen bei der Europameisterschaft in Madrid die erhoffte Bronzemedaille durch ein 40:58 gegen Spanien verpasst. Die Herren einigten sich mit Italien auf einen Verzicht für das Bronzespiel und bleiben ebenfalls ohne Medaille. Am Finaltag offenbarte sich das ganze Chaos der vergangenen Turniertage.

Ein britischer Spieler positiv, eine spanische Spielerin mit Corona im Krankenhaus - die Nachrichten am Morgen vor dem Spiel um Bronze waren für die deutschen Damen erneut nicht leicht zu verkraften. Obwohl Titelverteidiger Großbritannien sich auch bei den Herren entschied, das Finale nicht zu bestreiten und die deutschen und italienischen Herren ebenfalls ein Statement herausgaben, nicht antreten zu wollen, fühlte sich der ausrichtende Verband IWBF Europe noch immer nicht berufen, das Turnier zugunsten der Gesundheit aller abzubrechen.

Die deutschen und spanischen Damen einigten sich darauf, mit FFP2-Masken (Bild) das Bronzespiel auszutragen. Angefeuert von lautstarken Fans gelang den Spanierinnen ein besserer Start ins Spiel. Nach 8:10 (7.) erhöhten die Gastgeberinnen zum Ende des ersten Viertels auf 16:8 und zur Pause stand es 28;18. Den Großteil der Zeit hatten die dezimierten Deutschen dabei nur zwölf statt der erlaubten 14 Klassifizierungs-Punkte auf dem Feld, da drei Spielerinnen nach dem Halbfinale abgereist waren, weil sie Bedenken um ihre Gesundheit hatten.

Im dritten Viertel kam Deutschland dank eines Dreiers von Katharina Lang beim 29:36 (27.) auf sieben Punkte ran, doch zum Viertelende waren es neun Punkte Rückstand (33:42). Zu viele Fehler im Schlussviertel sorgten dann auch dafür, dass das deutsche Team nicht mehr entscheidend aufholen konnte und mit 40:58 die angestrebte Bronzemedaille verpasste.

Katharina Lang erzielte 14 Punkte und holte 13 Rebounds und auch die erst 18-jährige Svenja Erni traf mit zehn Punkten zweistellig.

»Nicht geschützt gefühlt«

Bereits zuvor hatte es ein trauriges Endspiel gegeben: Weil die britischen Damen nach dem Halbfinalsieg gegen Deutschland abgereist waren, spielten die niederländischen Damen ihr Finale alleine und wurden damit durch ein 20:0 erneut Europameisterinnen - das gleiche sollte sich am Abend mit den niederländischen Herren wiederholen.

Dazwischen kamen kurz auch fünf deutsche Herren in die Halle - es bestand Unklarheit über die Regeln, obwohl die Spieler beider Teams - Italien und Deutschland - sich geeinigt hatten, aus Sorge um ihre Gesundheit nicht antreten zu wollen. Am Ende fiel die Entscheidung vonseiten der IWBF Europe, dass niemand mehr aufs Feld muss, aber auch keine Bronzemedaillen bei den Herren vergeben werden.

So wurde es ein denkwürdiger Tag mit zwei EM-Titeln ohne Endspiel und Teams, die alle um ihre Gesundheit Sorge hatten, weil schon in den vergangenen Tagen immer öfters klar wurde, dass dieses Turnier in der Art nicht stattfinden hätte dürfen. Schon vor dem Turnier hatte der Deutsche Behindertensportverband das Hygienekonzept der Veranstalter kritisiert und Verbesserungen gefordert, doch diese wurden nur mangelhaft umgesetzt.

Das Buffet aller Teams im gleichen Speisesaal, der Transport in den gleichen Bussen, die danach nicht desinfiziert wurden und eine Hotel-Bubble, in die sich auch andere Hotelgäste mischten, waren nur einige der großen Kritikpunkte am Hygienekonzept des Veranstalters. Jenes Hygienekonzept ließ es auch zu, dass Spielerinnen und Spieler mit negativem Schnelltest aufs Feld durften, wenngleich es positive Fälle in ihrem Team gegeben hatte. »Es sollte nicht vergessen werden, dass viele von uns zur Risikogruppe gehören«, schrieb Annabel Breuer, eine der drei früher abgereisten Spielerinnen, in einem Statement auf Instagram: »Ich habe mich nicht adäquat geschützt gefühlt durch das Hygienekonzept.« FOTO: WUNDERL

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