Eintracht Lollar ohne Glück

(fro) Zwei Minuten fehlten Eintracht Lollar am Samstag, um gegen den favorisierten VfB Unterliederbach einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt in der Verbandsliga Mitte zu erringen. Am Ende brachte der Treffer von Gästespieler Celal Yesil die Elf von Trainer Peter Sichmann um den verdienten Lohn für eine engagierte Vorstellung.

(fro) Zwei Minuten fehlten Eintracht Lollar am Samstag, um gegen den favorisierten VfB Unterliederbach einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt in der Verbandsliga Mitte zu erringen. Am Ende brachte der Treffer von Gästespieler Celal Yesil die Elf von Trainer Peter Sichmann um den verdienten Lohn für eine engagierte Vorstellung. "Mir fehlen die Worte. Meine Elf hat unverdient verloren. Es wird schwer, die Jungs wieder aufzurichten", sagte der sichtlich enttäuschte Eintracht-Übungsleiter nach dem Schlusspfiff.

Der Kunstrasen war mit einer leichten Schneeschicht bedeckt und bot schwierige Bedingungen. Dennoch zeigten die Spieler vor einer spärlichen Kulisse von 60 Zuschauern ein ansehnliches Spiel. Der Eintracht merkte man vom Anpfiff weg an, dass die Spieler nach der 2:6-Klatsche in Braunfels auf Wiedergutmachung aus waren. Die vielen Gespräche unter der Woche hatten eine positive Wirkung hinterlassen, denn diesmal präsentierte sich Lollar als Einheit, bei der jeder für jeden Gas gab.

Vor allem über die rechte Seite machte Patrick Bender mächtig Druck und initiierte im Zusammenspiel mit seinem Bruder Rene Maus gleich die erste Gelegenheit. Nach einer Bender-Flanke stand Rene Maus einschussbereit, doch VfB-Torwart Daniel Knapschinski brachte irgendwie noch die Fingerspitzen an den Ball (4.). Auf der Gegenseite hatte Bülent Öztürk nach einem schnell vorgetragenen Konter die Chance zur Führung, doch Torwart Marc Steinbrenner war per Fußabwehr zur Stelle (6.). Das Spiel der Eintracht gefiel in der Folgezeit durch aggressive Balleroberung und schnelles Umschalten in den Angriff. Lediglich die Durchschlagskraft in der Spitze ließ gegen eine routiniert stehende VfB-Abwehr zu wünschen übrig. "Beide Abwehrreihen standen sehr kompakt. Auf dem glitschigen Boden war es zudem für die Stürmer sehr schwer, sich durchzusetzen", stellte VfB-Trainer Jürgen Menger fest.

So blieben Chancen im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit Mangelware. Nach einer Ecke von Koyuncu setzte Mehmet Akci den Ball per Kopf neben das Tor (36.), während Bender nach einem Doppelpass mit Maus das Außennetz traf (44.).

Nach dem Wechsel fehlte den Hausherren der richtige Druck auf die gegnerische Abwehr. Zwar traf Rene Maus nach einem Pass von Patrick Bender ins Tor, doch der Treffer wurde wegen Abseitsstellung des vermeintlichen Torschützen nicht gegeben (61.). Stattdessen drängten die Gäste nun immer stärker auf das Eintracht-Tor. Nach einem Freistoß von Zissis Petkanas war es Dennis Peldzius, der per Kopf auf der Torlinie rettete (64.). Glück hatte Lollar, als ein aus 25 Metern abgegebener Schuss von Soufian El-Allali knapp am Pfosten vorbeistrich (66.). Die nächste Gästechance ergab sich wieder aus einer Standardsituation. Nach einer Ecke von Wirth köpfte Öztürk knapp über die Latte (70.). Auf der Gegenseite scheiterte Jan-Philipp Lynker nach einem Eintracht-Konter in aussichtsreicher Position an Knapschinski (72.). Die dickste Chance des Spieles hatte aber Dennis Peldzius. Nach einer Ecke von Koyuncu machte der Eintracht-Stürmer eigentlich alles richtig. Er schraubte sich hoch, stand gut in der Luft und drückte das Leder vorbildlich nach unten. Und doch blieb der Treffer aus, da der Ball als Aufsetzer über die Querlatte sprang (75.

). Vier Minuten später scheiterte der agile Anastasis Apostolou nach einer Ablage von Peldzius mit einem Schuss von der Strafraumgrenze nur um Zentimeter. Die Eintracht war dran an der Führung, doch am Ende ging der Schuss nach hinten los. Ein Ballverlust von Lynker führte zu einem VfB-Konter. Als Alpaslan Bingöl einen Pass von Ali Mahboubi mit der Hand ablenkte, wurde die Chance erst richtig "scharf". Celal Yesil stand plötzlich völlig frei vor dem Tor und ließ Marc Steinbrenner beim 1:0 keine Abwehrchance (88.). Sichmann brachte mit Haydar Kilinc und Tamim Amiri noch zwei Offensivkräfte, doch diese Maßnahme brachte nichts mehr ein.

Am Ende waren sich beide Trainer darüber einig, dass die Partie eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte. "Meine Elf hat mich richtig begeistert. Trotz einiger Ausfälle haben wir uns gut präsentiert. Dass wir das Spiel so spät noch verloren haben ist eigentlich unfassbar", rang Sichmann noch lange Zeit nach dem Abpfiff um Fassung.

Eintracht Lollar: Steinbrenner; Bingöl (ab 89. Amiri), Birk (ab 23. Lynker, ab 89. Kilinc), Bender, Sakarya, Apostolou, Yedikat, Akci, Maus, Koyuncu, Peldzius.

VfB Unterliederbach: Knapschinski; Wirth, Petkanas, Clark, Riedl, Schick, Frosch (ab 46. Mahboubi), Yesil (ab 90. Da Silva), El-Allali, Öztürk, Götürmen (ab 79. Usalir).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Meinhardt (Fulda). - Zuschauer: 60. - Tor: 0:1 Yesil (88.). - Gelbe Karten: Bender - Yesil.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare