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Handball

Einstellung zeigt sich in der Deckung

  • Harold Sekatsch
    vonHarold Sekatsch
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Eng geht es in der Handball-Oberliga der Männer zu. Am Freitag (20 Uhr) kommt es zum Derby zwischen Pohlheim und Wettenberg. Wir haben mit Pohlheims Pohlheims Keeper Jan Wüst gesprochen.

(se). In der Handball-Oberliga liegt die ESG Gensungen/Felsberg mit 14:2 Punkten an der Spitze, verfolgt von vier Mannschaften, die 12:4 Zähler auf dem Konto haben. Neben TuS Dotzheim, Drittliga-Absteiger SG Bruchköbel und dem letztjährigen Vizemeister TSG Offenbach-Bürgel gehört auch die HSG Pohlheim diesem Verfolgerfeld an. In der erweiterten Spitzengruppe befinden sich mit der HSG Kleenheim/Langgöns (10:6) und der HSG Wettenberg (9:7) zwei weitere heimische Mannschaften, die den Anschluss "nach oben" herstellen wollen und sicherlich auch können.

Dabei dürfte die HSG Wettenberg besonders zu beachten sein, denn nach einem wohl wegen einiger Ausfälle verkorksten Saisonstart konnte die Mannschaft vier Siege hintereinander feiern und will ihre Serie nun unbedingt ausbauen. Dabei sind die Wettenberger am Freitag (20 Uhr/Sporthalle Holzheim) bei der HSG Pohlheim zu Gast, die Platz drei belegt und mit 196 Gegentoren in dieser Hinsicht derzeit die Liga-Bestmarke aufstellt. Das ist sicherlich auch auf die starken Torwartleistungen zurückzuführen. Vor dem Spiel gegen den Nachbarn haben wir uns mit dem Pohlheimer Schlussmann Jan Wüst unterhalten, der aus der Jugend dieser HSG stammt und seit 2004 aktiv bei seinem jetzigen Verein spielt. Als seine größten sportlichen Erfolge mit der HSG Pohlheim bezeichnet er den Aufstieg in die Regionalliga 2007 und die Qualifikation für die 3. Liga im Jahr 2010. Der 33-Jährige ist als Lehrer an der Gehörlosenschule in Friedberg tätig.

Was läuft in dieser Saison besonders gut?

Jan Wüst: In erster Linie haben es die Verantwortlichen der HSG geschafft, den Kader in der Breite zu verbessern. Dadurch gelingt es uns, auch mal einen verletzungsbedingten Ausfall kompensieren zu können. Außerdem sind die Stimmung und die Teamchemie hervorragend. Trotz der vielen unterschiedlichen Charaktere ordnet sich jeder dem gemeinsamen Erfolg unter.

Was ist in diesem Jahr anders?

Wüst: Gerne hätte ich gesagt, dass uns das Verletzungspech verschont. Aber auch in diesem Jahr haben wir schon früh schwerwiegende Ausfälle zu verkraften. Allerdings hilft die bereits angesprochene Breite des Kaders, um Verletzungen kompensieren zu können. Darüber hinaus verfügen wir über einige erfahrene Spieler, die allesamt in der Lage sind, in schwierigen Situationen Verantwortung zu übernehmen.

Ist die Deckung der Schlüssel zum Erfolg?

Wüst: Natürlich! In den letzten beiden Oberliga-Jahren sind die Teams mit der besten Defensive Meister geworden. Jeder verhinderte Gegentreffer macht es uns leichter, die Spiele zu gewinnen. Das wissen wir, und darauf legen wir auch sehr viel Wert. In der Deckung zeigt sich die Einstellung einer Mannschaft. Bisher ist uns das wirklich gut gelungen, und ich hoffe, das bleibt so. Schließlich hat kein Gegner Lust, für jedes Tor hart kämpfen zu müssen.

Wo sehen Sie die Stärken der HSG Wettenberg?

Wüst: Die HSG Wettenberg hatte zum Ende der letzten und zu Beginn der aktuellen Saison ähnlich wie wir mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen. Dass sie jetzt viermal in Folge gewinnen konnten, ist kein Zufall, sondern spiegelt ihre eigentlichen Qualitäten wider. In Bestbesetzung verfügt Wettenberg über ein starkes und eingespieltes Kollektiv, gespickt mit hoher individueller Qualität. Vom Derby am Freitag erwarte ich ein Spiel auf Augenhöhe mit vielen Emotionen. Auch die Halle wird wie schon gegen Kleenheim vor zwei Wochen mit entscheidend sein, damit wir am Ende die Punkte in Pohlheim behalten können.

Wer macht das Rennen in der Oberliga?

Wüst: Die Spitze der Oberliga ist in diesem Jahr ausgeglichen wie selten zuvor. Das zeigt auch der Blick auf die Tabelle. Rein von den Kadern her sind auf jeden Fall die ESG Gensungen/Felsberg und TuS Dotzheim als Favoriten zu nennen. Darüber hinaus haben sicher auch die TSG Offenbach-Bürgel und die SG Bruchköbel ein Wörtchen im Meisterschaftsrennen mitzureden. Unser Ziel nach der schwierigen letzten Saison ist es, weiter unsere Spiele zu gewinnen, möglichst lange oben dabeizubleiben. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Saison Kleinigkeiten darüber entscheiden, wer am Ende ganz oben steht. Foto: Friedrich

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