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Nicht oft genug packen die Hüttenberger in der Abwehr so beherzt zu wie in dieser Szene Christian Rompf gegen Marcel Schliedermann (Emsdetten). Davon zeugen unter anderem 34 Gegentreffer beim Tabellenletzten.

Einstellung mangelhaft

(jsa). Einen Samstagabend zum Vergessen erlebte der TV 05/07 Hüttenberg in der 2. Handball-Bundesliga beim Tabellenletzten TV Emsdetten. Mit 34:27 (17:13) wurden die Mittelhessen wieder nach Hause geschickt. Große Fragezeichen bei Trainer Johannes Wohlrab dürfte vor allem die Einstellung seiner Mannschaft hinterlassen haben.

Die wichtigste Nachricht vorweg: Der TVH-Tross ist gesund in der mittelhessischen Heimat angekommen und dem Wintereinbruch entkommen. Dies allein ist aber wohl die einzige positive Nachricht vom Wochenende. Denn sportlich hat sich die Fahrt zum TV Emsdetten nicht gelohnt. Nach fünf Spielen ohne Niederlage vor der WM-Pause gab es zum Start ins neue Kalenderjahr ein »Hallo wach« für die Mannen von Coach Wohlrab.

Merlin Fuß und Ian Weber übernahmen zu Beginn im Angriff Verantwortung und führten die Gäste zum 3:2 nach vier Minuten. Emsdetten antwortete konsequent auf die Treffer der Hüttenberger. Als Vit Reichl zum 4:3 für den TVH traf, sollte die jedoch die letzte Gästeführung für die restliche Spielzeit gewesen sein. Trotz Überzahlsituationen bekam Hüttenberg zunehmend Probleme in der Defensive. Per Tempogegenstoß durch Dirk Holzner ging Emsdetten erstmals mit 7:5 in Führung.

TVE-Eckpfeiler Frederick Stüber hatte derweil schon zwei Zeitstrafen kassiert. In der 14. Minute sah sich Wohlrab bereits gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen und die Sinne seines Teams zu schärfen. Im Angriff fanden sie lediglich über Reichl oder durch Einzelaktionen von Weber zum Erfolg, ansonsten spürte man kaum die Lockerheit von zuletzt. Dazu wirkte Emsdetten unter ihrem neuen Trainer Peter Portengen wie ausgewechselt, sehr beweglich und aggressiv in der Deckung. »Emsdetten war galliger als wir. Wir haben alle unsere Attribute vermissen lassen und wir haben keinerlei Zugriff bekommen«, wurde Wohlrab nach dem Spiel deutlich.

Allen voran Johannes Wasielweski, der insgesamt nicht weniger als elf Feldtreffer erzielen konnte, und Dirk Holzner versenkten ein ums andere Mal den Ball im Tor der Mittelhessen. So auch beim 12:8 durch Wasielewski in der 24. Spielminute. Auf der Gegenseite setzte aus dem Rückraum lediglich Ian Weber brauchbare Akzente. Den soliden Vier-Tore-Vorsprung nahm das Team von der Ems dann auch mit in die Halbzeitpause.

Nur Ian Weber und Vit Reichl erreichen Normalform

Es keimte nach dem Wiederanpfiff noch mal Hoffnung auf, als Ian Weber per Doppelschlag auf 15:17 verkürzte. Doch ein 4:0-Lauf der Gastgeber macht all die Hoffnung zunichte. »In der Abwehr haben wir uns auseinandernehmen lassen wie eine Weihnachtsgans«, haderte Wohlrab. Nach dem 21:15 (37.) plätscherte die Partie ein wenig vor sich hin. Der Abstand blieb konstant bei sechs oder sieben Toren.

Zehn Minuten vor dem Ende verkürzten wiederum Weber und Reichl auf 24:28. Beide waren im Trikot der Gäste die einzigen in Normalform. Darum reichte das alleine nicht, um die Gastgeber noch mal zu gefährden. Wohlrab stellt deshalb einen klaren Anspruch an sein Team: »Jedem muss klar sein, dass es mit dieser Einstellung ganz, ganz schwer wird. Heute müssen wir uns an die eigene Nase fassen und uns hinterfragen. Und dann sind wir in der Pflicht, nächste Woche eine Reaktion zu zeigen.« Am kommenden Samstag empfängt der TVH den Tabellennachbarn TuS Ferndorf zum nächsten Kellerduell.

TV Emsdetten: Paske, Madert - Kress (5), Terhaer (2), Nowatzki, Kolk, Schliedermann (1), Wasielewski (11), Urban (1), Damm (1), Holzner (7/1), Wesseling (4/1), Stüber (2), Mojzis.

TV Hüttenberg: Plaue, Nikolai Weber - Fuss (2), Kneer (1), Theiss (2), Fujita, Ian Weber (9), Rompf, Lindenstruth, Reichl (6), Hübscher (5/3), Hahn, Klein (1), Jockel, Schreiber (1).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Marvin Cesnik/Jonas Konrad. - Zeitstrafen: 4:2.

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