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Reiner Hahn und Stefan Schork starten ab heute bei der legendären "Monte". (Foto: awp)

"Einmal über den Col de Turini"

(awp) Seit dem 29. Dezember ist es Gewissheit für Reiner Hahn aus Lich, denn an diesem Tag wurde die Starterliste für die Rallye Monte Carlo 2016 veröffentlicht.

Für die 84. Ausgabe der Traditionsrallye hatten der Licher und sein Copilot Stefan Schork aus Grünberg ihre Nennung eingereicht. Der Automobilclub Monaco hatte schon immer eine besondere Stellung und kann es sich erlauben, die maximale Anzahl der Fahrzeuge auf 80 zu begrenzen. So mussten Hahn/Schork von der Nennungsabgabe bis zum 29. Dezember warten, ob sich die bereits getroffenen Vorbereitungen gelohnt hatten oder ob man vergeblich geplant hatte. Doch das Privatteam aus Lich hatte Glück und bekam einen Startplatz bei der wohl bekanntesten Rallye der Welt. Und so sind die Mittelhessen als eines von nur drei deutschen Teams nach Frankreich aufgebrochen. Neben dem Routinier Armin Kremer (Skoda Fabia R5) starten auch der Regensburger Maximilian Koch mit Beifahrerin Lisa Brunthaler, ebenfalls in der gleichen Klasse wie Hahn/Schork.

Natürlich hat das Licher Rallyeteam den größten Teil der Vorbereitungen längst abgeschlossen. Zuerst wurden Revisions- und Reparaturarbeiten an dem etwa 300 PS starken Mitsubishi Lancer Evo 9 durchgeführt. "Wir haben das Differential revidieren lassen und zahlreiche Verschleißteile vorsichtshalber getauscht. Wir wollen auf keinen Fall wegen einer Kleinigkeit oder nachlässiger Vorbereitung die Rallye vorzeitig beenden müssen", möchte Hahn nicht dem Zufall überlassen. Außerdem stehen 24 Reifen zur Verfügung, und 600 Liter Rennbenzin warten darauf, den Mitsubishi zu befeuern.

Für den Einsatz in den französischen Vor-und Seealpen hat sich ein neunköpfiges Team formiert. Fünf Personen sind für den kompletten Service inklusive Transport, Aufbau und Reparatur zuständig. Ein Zweierteam fungiert als sogenannte Gravel-Crew. Bis eine Stunde vor dem Start fahren die sogenannten Eisspione die Prüfungen ab und optimieren noch einmal den Aufschrieb. Dabei achten sie insbesondere auf Eisplatten und feuchte Stellen auf der Ideallinie, die sie in das "Gebetbuch" eintragen und per Funk an den Copiloten weitermelden. Außerdem sind noch ein Teammanager für alle anderen organisatorischen Aufgaben rund um die Rallye und eine Köchin im Team dabei.

Insgesamt umfasst die "Monte" etwa 1500 Kilometer, wobei 375 km auf die 16 Bestzeit-WPs entfallen. Zusätzlich muss die Rallye zum Erstellen des Aufschriebes vorher komplett abgefahren werden. Dazu kommen An-und Abreise, sodass für das Team mit Lkw, Hänger, Gravel-Car und Shuttle einige tausend Kilometer zusammen kommen. "Das ist eine ziemlich große logistische Herausforderung, und es tauchen immer wieder Dinge auf, an die man vorher nicht gedacht hatte. Eine perfekte Vorbereitung ist das A und O", hat Hahn volles Vertrauen in sein Team.

Doch nicht nur die Organisation stellte eine Herausforderung dar, sondern auch das Wetter. Denn die Bedingungen ändern sich dort sehr schnell, und aufgrund verpatzter Reifenwahl wurde hier schon so manche Rallye entschieden. Mangels Schnee in unserer Region konnte das Licher Team nicht auf diesem Untergrund testen.

Das primäre Ziel des Duos aus Lich/Grünberg ist der Sonntag. Dann finden die letzten drei Prüfungen statt, zu denen aber nur die bis dahin 60 Bestplatzierten starten dürfen. "Wir wollen gerne auch die WPs am Sonntag fahren. Einmal über den legendären Col de Turini fahren, das wäre unser Highlight. Das ist ein Monument im Rallyesport. Ansonsten wollen wir einfach nur Spaß haben, die Rallye gut überstehen und vor allem die Teilnahme genießen." formulierte Hahn im Vorfeld. Los geht es bereits am heutigen Donnerstag mit den ersten beiden Wertungsprüfungen über insgesamt 41,34 km.

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