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Bis auf den TSV Eintracht Stadtallendorf, der zeitgleich sein letztes Regionalliga-Spiel absolvierte, waren Vertreter aller 22 zukünftigen Hessenliga-Klubs bei der unter strengen Corona-Regeln abgehaltenen Sitzung in der Sportschule Grünberg zugegen.

Einigkeit: Bloß keine 42 Spieltage

  • Philipp Keßler
    VonPhilipp Keßler
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(phk). Wechsel in der Klassenleitung, Diskussionen um den Nicht-Aufstieg der SG Barockstadt und die Frage nach der neuen Saison - die Tagesordnung bei der Sitzung der Hessenliga-Vertreter am Samstag im Sporthotel Grünberg hatte es in sich. Erstmals führte sie Thorsten Bastian (Rockenberg) als Klassenleiter, der nach dem überraschenden Rückzug von Matthias Bausch inzwischen auch kommissarisch stellvertretender Verbandsfußballwart ist.

Die Eröffnung der Sitzung übernahm mit Torsten Becker der stellvertretende Präsident des Hessischen Fußballverbandes (HFV), mit einem Statement, das wohl alle hessischen Fußballer sofort unterschrieben hätten: »Wir wollen die neue Runde nicht am grünen Tisch, sondern auf dem grünen Rasen entscheiden.«

Bevor es in die Diskussion um das zukünftige Spielgeschehen ging, gingen Becker und Bastian auf die angespannte Lage um den Nicht-Aufstieg der SG Barockstadt in die Regionalliga Südwest ein, dessen Fans Transparente mit »Reuß = Lügner« (gemeint war HFV-Präsident Stefan Reuß) und »Scheiß HFV« an der Zufahrt zum Tagungsort angebracht hatten. Becker und Bastian betonten, in die Entscheidung gegen den Aufstieg des Zusammenschlusses aus Fulda und Lehnerz, bei der laut Medienberichten der HFV das Zünglein an der Waage gewesen sein soll, nicht eingebunden gewesen zu sein, versprachen aber Transparenz.

Auch die Personalie um den Rückzugs Bausch, der eigentlich Nachfolger des scheidenden Verbandsfußballwarts Jürgen Radek (Ortenberg) werden sollte, griff Bastian auf. Er lege großen Wert darauf, dass Bausch nicht aus dem Amt gedrängt worden sei, womit der HFV mitnichten - wie dies zuletzt immer wieder getan worden sei - mit dem Skandal-geschüttelten DFB vergleichbar sei. Er sagte: »Man hätte das Ganze sicher charmanter lösen können, aber das Problem lag in der Kommunikation der handelnden Personen - und nicht beim HFV.«

Start spätestens am 15. August

In der Folge der knapp zweistündigen Sitzung ging es um den Spielbetrieb in der hessischen Beletage. Das Stimmungsbild der Vereinsvertreter sollte als Richtschnur für die Sitzung des Verbandsspielausschusses am Samstagabend sowie am Sonntag dienen.

Im Zentrum der Debatte standen drei Modi für die Ausgestaltung des Spielbetriebs in der - nach dem Abstieg des TSV Eintracht Stadtallendorf und des FC Bayern Alzenau - zukünftig 22 (!) Mannschaften umfassenden Spielklasse. Fest steht bereits jetzt: Wie in ganz Hessen soll der Spielbetrieb spätestens am 15. August starten, um möglichst schnell die noch zu verabschiedende neue Regel, nach 50 Prozent aller geplanten Spiele eine Wertung via Quotientenregel vornehmen zu können, zu erfüllen. Letztes Spiel vor dem Winter wäre der 12. Dezember, Restart am ersten März-Wochenende. Schluss mit der Saison ist spätestens am 4. Juni, denn für die Zeit ab 8. Juni sind mögliche Aufstiegsspiele zur Regionalliga Südwest terminiert.

Das erste Modell sieht eine Teilung der Spielklasse in je elf Mannschaften nach regionalen Gesichtspunkten (für einen Vorschlag des HFV siehe Kasten) mit Hin- und Rückspiel vor. Anschließend würde eine Aufstiegsrunde der besten fünf Teams beider Gruppe sowie eine Abstiegsrunde der schlechtesten sechs Mannschaften folgen. Diese spielten dann aber nur gegen die Teams aus der jeweiligen anderen Vorrundengruppe, die Ergebnisse gegen die dann ehemaligen Mitglieder der eigenen Gruppe würden mitgenommen. Der Nachteil: Nicht jeder würde einmal gegen jeden spielen.

Modell zwei ist eine reguläre Runde mit Hin- und Rückspiel aller Teams - also de facto 42 Spieltage. Ein »sehr ambitioniertes Programm« (Bastian), bei dem mindestens neun komplette Spieltage unter der Woche absolviert werden müssten - Verlegungen nicht eingerechnet.

Das drittel Modell beinhaltet eine Einfachrunde mit anschließender Auf- und Abstiegsrunde nach den Regularien von Modell eins. Hauptproblem hier ist eine gerechte Verteilung von Heim- und Auswärtsspielen - sowohl in der Einfach-, als auch in Auf- und Abstiegsrunde. Mit 33 Spieltagen wäre dies die kürzeste Saison im Vergleich zu Modell eins (34 Spieltage) und Modell zwei (42 Spieltage).

Entscheidung in einer Woche

Das anschließende Stimmungsbild zeigte vor allem eines: Keiner der Vereinsvertreter votierte für eine reguläre Saison. Zehn sprachen sich für eine Teilung, acht für eine Einfachrunde aus, vier waren unentschieden bzw. wollten sich noch einmal intern besprechen. Dazu haben die Vereine nach Übersendung aller Unterlagen am Montag sieben Tage Zeit. Anschließend soll eine Entscheidung herbeigeführt werden, um - so der größte Wunsch der Vereine - möglichst bald nicht nur hinsichtlich des Starttermins, sondern auch in Sachen Modus endlich Planungssicherheit zu haben.

Erstmals führte der neue Klassenleiter Thorsten Bastian durch die Sitzung der Hessenligisten.

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