Der beim Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg spielende Tscheche Vit Reichl befindet sich kurz vor der WM mit seinem Nationalteam in Quarantäne. FOTO: IMAGO
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Der beim Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg spielende Tscheche Vit Reichl befindet sich kurz vor der WM mit seinem Nationalteam in Quarantäne. FOTO: IMAGO

Eine WM-Reise mit Fragezeichen

(jsa). Am Mittwoch beginnt die Handball-WM in Ägypten. 108 Spiele in 18 Tagen, erstmals eine WM mit 32 Mannschaften, inmitten einer Pandemie. Im Eröffnungsspiel werden Ausrichter Ägypten und die Südamerikaner aus Chile aufeinandertreffen. Am Donnerstag sollen dann auch die Tschechen mit Dieudonne Mubenzem und Vit Reichl vom heimischen Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg ins Turnier starten. Jedoch ist die Anreise, die für Dienstag geplant ist, coronabedingt mehr als ungewiss.

Es soll für die beiden Hüttenberger Spieler das Highlight der Saison werden. Für Mubenzem, der bereits 2018 und 2020 zwei Europameisterschaften für sein Land spielen durfte, und Reichl wird es die erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Doch im Vorfeld gibt es beim Team um Trainer Daniel Kubes, gleichzeitig Trainer des Bundesligisten HSG Nordhorn-Lingen, mehr Fragen als Antworten.

Was die Qualifikationsspiele zur EM 2022 die Tage für die deutsche Nationalmannschaft gegen Österreich sind, wären die Spiele Tschechiens gegen die Faröer gewesen. Corona aber sorgte für die Absagen beider Partien. Zuerst erwischte es die beiden Trainer Daniel Kubes und Jan Filip, ehe dann immer mehr Spieler über Unwohlsein klagten. Zwischendurch bestand die Hoffnung, es könne zumindest das Rückspiel am heutigen Samstag stattfinden, jedoch sind bis zum jetzigen Zeitpunkt mindestens neun Spieler positiv getestet. Am Freitagnachmittag wurde bereits Kreisläufer Petr Slachta von Zweitligist EHV Aue nachnominiert. Nach unseren Informationen sind Dieudonne Mubenzem und Vit Reichl bis dato nicht betroffen. Trotzdem befindet sich die komplette Mannschaft in Quarantäne. Und es ist ungewiss, ob die Bedingungen bis zum Dienstag so sein werden, dass eine Reise nach Ägypten möglich ist.

Beim 24-jährigen Mubenzem, der sich bislang oft stark im Trikot seines Landes präsentierte, besteht die Hoffnung der TVH-Verantwortlichen, er komme mit neuem Selbstvertrauen zurück nach Mittelhessen. Bislang kam er im Trikot der Hüttenberger diese Saison nur selten zum Einsatz und suchte nach seiner Form. Anders erging es seinem Mannschaftskameraden Vit Reichl.

Im Sommer von Dukla Prag nach Hüttenberg gewechselt, ist der 27-jährige Kreisläufer längst eine tragende Rolle im Team von TVH-Coach Johannes Wohlrab. "Ich bin sicher, Vit kann diese Rolle auch in der Nationalmannschaft übernehmen. Er wurde für uns in seinen ersten Monaten direkt zum Schlüsselspieler. ›Dido‹ hatte zwar weniger Spielzeit, hat aber seine Rolle, vor allem im Überzahlspiel, gut angenommen."

Sollte die Reise für die Tschechische Republik stattfinden - der Verband steht im regen Austausch mit dem Internationalen Handballverband - träfe man am Donnerstag auf Schweden, am Samstag auf Gastgeber Ägypten und zum Abschluss der Gruppenphase am 18. Januar auf Chile. Kann Tschechien nicht am Turnier teilnehmen, wäre Nordmazedonien der erste Nachrücker für das Turnier. Wie auch immer sich die Situation und das Abschneiden der Mannschaft in den nächsten Tagen entwickelt, bei einem Punkt ist sich Wohlrab sicher: "Es wird eine Menge Arbeit auf unsere medizinische Abteilung zukommen. Je nachdem, wann die Jungs zurückkehren und ob sie nach dem Turnier erst in Quarantäne müssen. Das ist noch nicht ganz klar. Wir hoffen einfach, dass die Jungs gesund bleiben."

Denn am 6. Februar trifft der TV Hüttenberg bereits wieder auf den TV Emsdetten. Doch bis dahin gibt es noch viele Fragen rund um die viel kritisierte WM - und hoffentlich auf jede eine Antwort.

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