Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt ... Noah Jung sichert sich bei der DM Rang neun. FOTOS: ARMIN KÜSTENBRÜCK
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Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt ... Noah Jung sichert sich bei der DM Rang neun. FOTOS: ARMIN KÜSTENBRÜCK

Radsport

Eine starke Vorstellung von Noah Jung

  • Ronny Herteux
    vonRonny Herteux
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Die deutsche Meisterschaft als Saisonhöhepunkt steht für Noah Jung vom Team delta-bike.de unter besonderen Vorzeichen. Mit Rang neun zeigt sich Jung zufrieden.

Das hat gepasst für Noah Jung vom Team delta-bike.de. "Ich bin super happy mit meinem neunten Platz im zweiten Jahr der U23-Klasse", sprudelte es aus dem 20-Jährigen heraus, nachdem er doch noch in den Genuss kam, die deutsche Mountainbike-Meisterschaft im olympischen CrossCountry absolvieren zu können. In diesem "Corona-Jahr" schließlich keine Selbstverständlichkeit.

Die besten Mountainbiker hatten sich am Wochenende zwischen Ulm und München beim MSC Wiesenbach getroffen, um in Obergessertshausen die nationalen Titelträger zu ermitteln, nachdem kürzlich in Gedern bereits die Jugendmeister gekürt wurden.

Nach starken Regenfällen war der "technisch anspruchsvolle Rundkurs eine Herausforderung für Sportler und Material", ganz bestimmt hätten sich auf der 4,2 Kilometer langen Strecke eher die Querfeldeinfahrer (Cyclocross) heimisch gefühlt. "Schon im Training am Vortag konnte man nur erahnen, dass die DM eine sehr spezielle sein würde, denn schon hier konnten einige technische Passagen nur schwer bewältigt werden", ahnte der Delta-Biker, dass er vor einer körperlich extremen Herausforderung stehen würde. Zumal weitere starke Regenfälle in der Nacht der Strecke erneut zusetzten, "viele Passagen waren fast nicht mehr fahrbar und mussten zu Fuß bewältigt werden.

Zum Rennen: Der Wiesecker Jung nahm das DM-Rennen von Startplatz 15 aus in Angriff und arbeitete sich im Verlauf bis auf Position zwölf vor. Kein Wunder bei diesem schmierigen Untergrund, dass sich das Teilnehmerfeld relativ schnell weit auseinander zog und die Zeitabstände zur Spitzengruppe auch immer größer wurden. Allerdings lag Jungs Fokus als U23-Fahrer aus dem zweitjüngsten Jahrgang nicht darauf, der Elite folgen zu können. Allerdings galt es immer wieder, ein Auge auf die 80-Prozent-Regel zu werfen, denn die zu weit abgeschlagenen Fahrer wurden nach und nach aus dem Rennen genommen.

Der Schunk-Mechatroniker war flott genug unterwegs, um sich in jeder Runde Zeit zu nehmen, um "in der Tech-Zone das Schaltwerk und die Kette etwas vom Schlamm zu befreien, um das Risiko eines technischen Defektes zu minimieren". Denn Ankommen und klassiert zu werden, das war oberstes Ziel, und wenn möglich, wollte sich Jung auch noch etwas nach vorn kämpfen. Nachdem er zwischenzeitlich auf Rang zehn notiert worden war, "konnte ich mich in den letzten beiden Runden noch auf Platz neun" unter 33 klassierten U23-Fahrern vorkämpfen und diese Position bis ins Ziel verteidigen.

"Auch wenn die Saison durch Covid 19 sehr kurz war, so war sie dennoch für mich sehr erfolgreich", resümierte Jung, der schließlich auch beide Hessentitel (Marathon und CrossCountry) im DM-Vorfeld gewonnen hatte. Und klar, "für das nächste Jahr wünsche ich mir und für alle Sportler wieder eine normale Saison." Ob es soweit kommt, bleibt allerdings abzuwarten. In den nächsten Wochen "habe ich keine Rennen mehr und werde das Training runterfahren", schaut Jung voraus, zu Beginn des neuen Jahres heißt es wieder: Grundlagentraining und "Muckibude", sofern diese dann wieder geöffnet haben dürfen.

Die Meistertitel sicherten sich übrigens Maximilian Brandl (Lexware Mountainbike Team/Elite), Elisabeth Brandau (RSC Schönaich/Damen), Nina Benz (Brunex Felt Factory Team/U23) und David List (RSV Friedrichshafen/U23.).

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