Eine große Portion Harmonie

Von null auf Platz eins. In der Saison 2008/2009 ging der TSV Grünberg mit seiner dritten Frauen-Mannschaft noch in der Basketball-Landesliga auf Korbjagd, stieg am Ende der Runde als Meister in die Oberliga auf und nahm das Abenteuer in Angriff. Hier schnitten die Gallusstädterinnen auch wieder super ab und beendeten die Oberliga-Runde 2009/2010 mit ihrem Grünberger Erfolgscoach Eberhard Spissinger auf dem ersten Platz. Im Prinzip ist ihnen der Durchmarsch gelungen, nur in die Regionalliga aufsteigen dürfen die Grünbergerinnen nicht. Dort spielt bereits die zweite Mannschaft.

Neu formiert war das Team, das sich aus Routiniers, etablierten Akteurinnen und Nachwuchskräften zusammensetzt. Einerseits diente es als Auffangbecken für diejenigen, die nicht mehr in den höheren Ligen auflaufen konnten oder wollten, aber dennoch weiter auf dem Basketballfeld stehten wollten. Andererseits sollten die Youngster auf gutem Niveau im Seniorenbereich Spielpraxis sammeln können.

Dass die TSVerinnen so gut abschneiden würden, war nicht von Anfang an abzusehen. Erst einmal wollten sie sich in der Liga etablieren. Der Kader wurde zunächst mit 18 Spielerinnen bewusst groß zusammengestellt, denn vorab war klar, dass es vor allem für die U17-Akteurinnen Isabell Meinhart, Laura Holmelin, Keisha Carthäuser, Lena Kaufmann und Isabelle Mehl Überschneidungen mit der Nachwuchsbundesliga oder der zweiten Vertretung geben würde.

Die Grünberger Routiniers Renate Mäder und Manuela Philippi kamen aus der Regionalliga in die Dritte, Monja Steuger hatte bereits in der Landesliga ein paar Mal ausgeholfen. Jetzt ist sie mit 313 Punkten und 18 Zählern im Durchschnitt pro Spiel die Topscorerin der Oberliga gewesen.

Zum sich während der Runde herauskristallisierten Elferstamm gehörten die ebenfalls noch zum Jugendbereich zählenden Kathrin Trüller und Maria-Anna Dreher. Dazu nahm Franziska Knöß ebenfalls eine wichtige Rolle ein. "Es gab eine große Portion Harmonie zwischen den Generationen", war Spissinger von der Atmosphäre angetan. Die jüngeren Spielerinnen freuten sich, dass sie nicht die Hauptverantwortung tragen mussten, und die sehr leistungsstarken routinierten ließen diese von ihrer Erfahrung profitieren.

Als Mannschaft hatten die Grünbergerinnen nur einmal pro Woche zusammen Training. Darauf freuten sich alle. "Das hat Spaß gemacht und die Spiele auch. Es war ein relativ leichter und entspannter Job für mich als Coach", freute sich Spissinger, dass alles gut passte und unter anderem dadurch der Titelgewinn möglich wurde.

Der von Schnelligkeit geprägte, moderne Basketball mit aggressiver Verteidigung und Monja Steuger als erfolgreicher Vollstreckerin machte den Unterschied zu den anderen Oberligisten aus. Verlassen konnten sich die Gallusstädterinnen zudem auf ihre Ersatzcoaches Katja Schröder und Alexander Mäder. Die sprangen immer dann ein, wenn Spissinger in seiner Funktion als Verbandstrainer verhindert war. Auch mit den beiden wurden wichtige Siege eingefahren.

Als sich abzeichnete, ganz oben mitmischen zu können, setzte der sportliche Ehrgeiz zusätzliche Energie frei, und der TSV III ließ sich auch von der vor der Saison zum Teil hoch gehandelten Konkurrenz nicht mehr beeindrucken, und die Grünbergerinnen wiesen am Ende gegenüber den anderen Mannschaften zwei Siege mehr auf. Svantje Merker-Gärtner

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