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Hartes Duell der Kreisläufer zwischen Anton Lindskog (66, Wetzlar) und Evgenj Pevnov (rechts, Hannover).

HSG Wetzlar

Ein Tor fehlt Wetzlar in Hannover

  • Daniela Pieth
    VonDaniela Pieth
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Chance vertan. Die HSG Wetzlar hat es bei der 24:25-Niederlage bei der TSV Hannover-Burgdorf verpasst, sich beide Punkte und damit Tabellenplatz sechs zu schnappen.

Nach drei Siegen in Folge musste sich ein fahrlässiger und flügellahmer Handball-Bundesligist HSG Wetzlar gestern Abend bei der TSV Hannover-Burgdorf mit 24:25 (11:13) geschlagen geben. “Wir waren heute im Angriff zu wenig effektiv, haben zu viele Fehlwürfe gehabt„, brachte es Lenny Rubin im Interview bei Sky auf den Punkt.

Beide Teams konnten nicht vollständig antreten. Bei den Gastgebern fehlte vor allem noch Ivan Martinovic, der mit 97 Treffern die interne Torschützenliste der Recken anführt. Auf Seiten der HSG musste neben Alexander Feld kurzfristig auch Mittelmann Magnus Fredriksen mit einer Gehirnerschütterung passen. Dafür stellte sich Olle Forsell Schefvert ein letztes Mal in den Dienst der Mannschaft, ehe es jetzt nach Schweden geht, wo er in den nächsten Tagen operiert wird. Man sah dem 26-jährigen seine Knieprobleme an, dennoch warf er sich überall ins Gefecht und sorgte mit seinen Aktionen für Unruhe in den Reihen der Niedersachsen.

Wetzlar fand besser in die Partie und ging in der neunten Minute durch Anton Lindskog mit 3:0 (8.) in Führung. Vor allem die erste Halbzeit war geprägt von den Abwehrreihen. Hannover-Burgdorf leistete sich in der Anfangsphase einige technische Fehler, die die HSG aber nicht immer zu nutzen wusste. Die TSV arbeitete sich mit jeder weiteren Minute ins Spiel und hatte beim 8:8 (20.) von Filip Kuzmanovski den ersten Ausgleich erzielt.

HSG-Trainer Kai Wandschneider ermahnte seine Truppe in der sofort folgenden Auszeit, forderte ein besseres Rückzugsverhalten und das Minimieren der sich häufenden technischen Fehler.

Der HSG gelang es, sich wieder auf 10:8 (Cavor, 22.) abzusetzen, doch in der Folge war es mit dem Wetzlarer Durchsetzungsvermögen vorbei. Mit Torhüter Ebner im Rücken setzen sich die Hannoveraner zur Pause auf 13:11 ab und verteidigten die Führung bis weit in den zweiten Durchgang hinein.

Zwar gelang es der HSG Wetzlar einige Male bis auf einen Treffer heranzukommen, doch Fehlwürfe und technische Fehler sorgten immer wieder dafür, dass die TSV den Vorsprung halten konnte. “Hannover hat in der Abwehr auf den Halben immer sehr hoch gespielt, war sehr offensiv, das hat uns nicht gelegen„, analysierte Rubin. “Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Dann wird es schwierig, ein Spiel in der Bundesliga zu gewinnen. Wir hätten heute besser spielen müssen, weil wir einen guten Lauf hatten.„

Erst in der 50. Minute gelang Lindskog das 21:21, nachdem Forsell Schefvert mit einem beherzten Sprung in den gegnerischen Torkreis die von Urban Lesjak abgewehrte Kugel zu seinem Landsmann spielen konnte.

Überhaupt war ein Eckpfeiler für den knappen Sieg der Recken die Torhüterbilanz. Domenico Ebner und Lesjak sorgten mit ihren Aktionen für deutlich mehr Sicherheit für ihre Vorderleute als auf der Gegenseite das Duo Klimpke/Ivanisevic. Dazu kamen zwei sauber abgefangene Gegenstoßpässe von Ebner, die zu Beginn der zweiten Hälfte dafür sorgten, dass seine TSV-Mannschaft in Führung blieb.

So gingen die Grün-Weißen durch Lenny Rubin zwar noch einmal mit 22:21 in Führung (50.), scheiterten danach aber zwei Mal am Hannoveraner Keeper. Der letzte Wurf von TSV-Youngster Martin Hanne 30 Sekunden vor Schluss landete zwar im Wetzlarer Block, flutschte von da aber als fieser, unglücklicher Aufsetzer an Tibor Ivanisevic vorbei zum entscheidenden 25:23 der Gastgeber ins Netz. Forsell Schefverts Anschlusstreffer zum 24:25 kam 24 Sekunden vor Schluss zu spät, die Recken spielten die verbliebene Zeit herunter.

TSV Hannover-Burgdorf: Ebner, Lesjak; Cehte (5), Kuzmanovski (6/1), Mävers, Hansen (1/1), Juric (1), Pevnov (4), Jönsson, Böhm (1), Ehlers (1), Krone (1), Donker, Hanne (5), Ayar.

HSG Wetzlar: Till Klimpke, Ivanisevic; Srsen, Henningsson, Björnsen (2), Ole Klimpke, Mirkulovski (2), Weissgerber, Holst (1), Forsell Schefvert (5), Gempp, Mellegard, Rubin (5), Lindskog (4), Cavor (5).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Kern/Kuschel (Bellheim/Karlsruhe). - Zeitstrafen: 2:4 Minuten. - Siebenmeter: 3/2:0/0.

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