1. Gießener Allgemeine
  2. Sport
  3. Lokalsport

Ein Routinier geht voran

Erstellt:

Von: Peter Froese

Kommentare

MichaelFinkwarnacheinemS_4c
Gießens Routinier Michael Fink (M.), der nach einem Schuss ins Gesicht benommen ist, aber - natürlich - weiterspielt. FRO © Peter Froese

(fro). Als Michael Fink in der 80. Minute des Hessenliga-Derbys zwischen dem SC Waldgirmes und dem FC Gießen eine Flanke von Fabian Bräuer ganz gelassen von seiner Brust zu FC-Keeper Daniel Duschner abtropfen ließ, spiegelte sich die ganze Routine des Ex-Profis in einer Aktion wider.

»Das sah sicher gut aus, gibt aber den anderen Spielern auch die nötige Sicherheit, mit Ruhe am Ball an die Sache herangehen zu können. Meine Hauptaufgabe ist es, Routine und Ruhe auszustrahlen. Auch das Coachen ist bei einer neuformierten Elf, wie wir dies haben, für die Nebenleute sehr wichtig. Ich werde mit meinen über 40 Jahren keinem mehr weglaufen - das ist klar. Ich glaube, meine Leistung lässt sich dennoch noch einigermaßen sehen und hilft dem Team«, sagt Gießens Fink mit einem Augenzwinkern.

In einem insgesamt eher ereignislosen Derby hatte der Ex-Profi auch ein weiteres Momentum auf seiner Seite, dass Anerkennung zollen muss. Ein Schuss von Fabian Bräuer traf Fink in der 89. Minute aus kurzer Distanz voll im Gesicht und streckte den FC-Abwehrhünen wie vom Blitz getroffen zu Boden.

»Da war ich kurz weg«, berichtete Fink, der von zwei Betreuern vom Platz geleitet werden musste. Schiedsrichter Joshua Herbert fragte bei FC-Trainer Daniyel Cimen und der FC-Bank besorgt nach, ob der Routinier weiterspielen könne, da er aus seiner Sicht ziemlich benommen wirkte. Doch Fink wäre nicht Fink, wenn er bereits wenige Sekunden später wieder auf dem Platz gestanden und in der Nachspielzeit am gegnerischen Strafraum sogar einen Freistoß für seine Mannschaft herausgeholt hätte.

Es hätte die Geschichte aus seiner Sicht perfekt gemacht, wenn dieser den Siegtreffer seiner Mannschaft beschert hätte. »Den Freistoß hätte man mutiger ausführen müssen. Entweder du chipst das Leder konsequenter über die Mauer oder du haust es mit Vollspann auf den Torwart«, gab Fink für künftige Fälle einen Tipp.

Als einer von drei Spielern, die nach dem Regionalliga-Abstieg dem FC Gießen erhalten geblieben sind, ist Fink auch ein Synonym für den Umbruch der Cimen-Elf. »Lieber einen Neuanfang, bei dem es stetig bergauf geht, als irgendetwas über die Gerte schlagen, um auf Teufel komm raus Erfolg zu haben. Wir müssen wieder dahin kommen, dass der FC Gießen einen besseren Ruf bekommt. Es ist nicht alles so schlecht, wie es nach außen den Anschein hat«, sagt Fink, der mit seinem Auftreten auf und neben dem Platz vorangeht.

Auch interessant

Kommentare