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Trotz des frühen 1:0 von Andrej Markovic reichte es für den FC Gießen bei TuS Koblenz nur zu einem 1:1. ARCHIVFOTO: FRIEDRICH

Fußball

Ein Punkt gefühlt zu wenig

  • vonHarald Friedrich
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Der FC Gießen hat mit dem 1:1 bei TuS RW Koblenz die Stabilität in seinen Leistungen bestätigt. Gefühlt ist das Erreichen des Minimalziels im Regionalliga-Auswärtsspiel aber zuwenig gewesen.

Der FC Gießen hat in der Fußball-Regionalliga Südwest bei TuS Rot-Weiß Koblenz lange Zeit eine 1:0-Führung gehalten, musste in der 84. Minute dann aber doch den Ausgleich zum 1:1-Endstand hinnehmen. Damit liegen die Mittelhessen in der Tabelle als Rang-13. (28 Zähler) weiter zwei Punkte vor den Abstiegsplätzen, mit einem Erfolg hätten sie denn Abstand auf fünf Zähler vergrößern können.

»In der ersten Halbzeit haben wir das Pressing von Koblenz gut ausgespielt und die Partie weitgehend kontrolliert«, waren die Fink und Co. in den ersten 45 Minuten in den Augen von Trainer Daniyel Cimen auf einem guten Weg gewesen. Nach dem Wechsel aber habe man »den Zugriff verloren, weder die lange Bälle der Rot-Weißen noch in Folge deren zweite Bälle unterbunden«, räumte Cimen ein, »wir sind nicht bei uns geblieben, haben unser Spiel nicht durchgezogen. Wir wollten eigentlich früher anlaufen, das hat aber nicht geklappt, deshalb habe ich auch früh gewechselt.«

Gefahr kam dennoch meist nur bei Freistößen und Ecken der physisch präsenten Gastgeber, die von Kapitän Fouley angetrieben wurden und bei denen Linksverteidiger Stojanovic mit offensiven Vorstößen gefiel, auf.

Verteidiger Andrej Markovic hatte für die über weite Strecken gut gestaffelt stehende Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen in der 23. Minute nach einem Einwurf das verdiente 1:0 erzielt. Der unermüdliche TuS-Kapitän Quentin Fouley zeichnete für das Koblenzer 1:1 kurz vor Schluss nach einem Freistoß verantwortlich und nutzte dabei die einzige kurzzeitige Verwirrung in der Gießener Hintermannschaft eiskalt aus, als Innenverteidiger Hendrik Starostzik am Spielfeldrand behandelt werden musste und für einen Moment die Zuordnung nicht 100-prozentig klar war.

In der Regionalliga-Bilanz warten die Koblenzer bei zwei Unentschieden und zwei Niederlagen damit weiter auf ihr erstes Erfolgserlebnis gegen die Mittelhessen.

In der ersten Hälfte verdienten sich die Gießener die Führung durch eine geschlossen gute Defensivleistung mit einem unaufgeregten Torhüter Frederic Löhe und einem umsichtigen Michael Fink im Mittelfeld als Ruhepole. Taktisch geschickt wurde umgeschaltet und positionell immer ein Spieler nachgeschoben, die Gastgeber bis auf wenige Standards aus der Gefahrenzone gehalten.

Die zweite Hälfte gehörte den Koblenzern mit mehr Ballbesitz und Druck auf das Gießener Tor. Nicht unerwartet fiel in der dann etwas ruppigeren Endphase, in der der laut gewordene FCG-Coach Daniyel Cimen auf die Tribüne musste, der 1:1-Ausgleichstreffer der Rot-Weißen.

Ein Chancenplus hatten die Schützlinge von TuS-Trainer Backhaus aber nicht. Gießens Keeper Frederic Löhe hatte nach einem Pfostentreffer von Pommer den Nachschuss pariert (62.), Miotke hatte - wie beschrieben - gegen Starostzik (65.) auf der Linie geklärt - und hätte Jonas Arcalean in der Endphase in aussichtsreichter Position den Abschluss gesucht anstatt noch einmal quer zu passen, wäre der »Dreier« von den Gießenern vielleicht doch eingetütet worden.

Eine unter dem Strich gerechte Punkteteilung im Stadion Oberwerth, bei der auf Gießener Seite Aykut Öztürk stets anspielbereit war und Andrej Markovic über links immer wieder vorstieß, während das Mittelfeld mit dem Zulaufen der Räume gut verdichtete. Für Trainer Cimen war das Unentschieden zwar das Minimalziel gewesen, gefühlt war der Punktgewinn aber zuwenig: »Wir haben im zweiten Abschnitt einfach zuviel zugelassen. Am Ende haben wir uns zu sehr mit dem Schiedsrichter beschäftigt und mit den Gegenspielern diskutiert. Wird der Kopfball von Hendrik Starostzik in der 65. Minute nicht von der Linie gekratzt, hätten wir vorentscheidend 2:0 geführt.«

Am kommenden Mittwoch steht im Gießener Waldstadion das Nachholspiel gegen SV Elversberg (15.30 Uhr) auf dem Terminplan. »Elversberg ist eine der spielstärksten Mannschaften der Regionalliga«, blickt FC-Coach Cimen voraus, »da kommt auf unsere defensive Grundstabilität noch eine weit höhere Anforderung zu. Das sind Spiele, in denen man aber wichtige Bonuspunkte sammeln kann.« Allerdings bangt der Trainer um den Einsatz von Torschütze Andrej Markovic, den er in Koblenz wegen Adduktorenproblemen nach gut einer Stunde vom Platz nehmen musste.

TuS Rot-Weiss Koblenz: Gaye - Ekale (90. Kurbashjan), Miotke, Schell, Stojanovic - Spang (69. Köhl) - Müller (46. Sabani), Fouley, Sagat (46. Pommer) - Mustafa, Göttel.

FC Gießen: Löhe - Weiß, Boras, Starostzik, Markovic (66. Heil) - Fink - Öztürk (67. Celik), Trkulja, Hofmann, Korzuschek (66. Arcalean) - Ibrahimaj (90. Parson).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Reitermayer (Karlsruhe). - Gelbe Karten: Sagat, Fouley, Göttel, Sabani (alle Koblenz); Weiß Gießen). - Tore: 0:1 (23. Markovic), 1:1 (84.) Fouley.

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