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Wird heute 75 Jahre alt: Niko Semlitsch. ARCHIVFOTO: FRO

Ein Großer hat Geburtstag

  • Michael Schüssler
    VonMichael Schüssler
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(ms/op). Er ist einer der bekanntesten Trainer nicht nur in Mittelhessen gewesen - Niko Semlitsch. Der Fernwälder feiert am heutigen Samstag seinen 75. Geburtstag. Offiziell hat der Ex-Profi seine Trainer-Laufbahn bereits vor sechs Jahren beendet - doch vom Fußball kann er nicht lassen. Er gehört zu den Stammgästen, wenn Hessenligist FSV Fernwald Heimspiele bestreitet.

Semlitsch absolvierte für Kickers Offenbach und den 1. FC Saarbrücken 112 Bundesliga- und 32 Zweitligaspiele.

»Es sind tolle Freundschaften geblieben«, sagt Semlitsch. Das gilt für seine gesamte Karriere. Am Freitag hat er einige alte Weggefährten zum Essen eingeladen, am Samstag bei der Familienfeier ist einer seiner engsten Freunde, Wolfgang »die Kapp« Schäfer, auch dabei. Den einstigen Pokalhelden von Bayer Uerdingen, mittlerweile in Österreich zu Hause, hatte er zum OFC geholt. »Wir feiern im kleinen Kreis«, betont Semlitsch.

Semlitsch war in seiner aktiven Spielerzeit bei Kickers Offenbach und dem 1. FC Saarbrücken unter Vertrag. Seine Karriere als Trainer begann 1978 als Spielertrainer des FC Burgsolms und endete 2015 beim VfB 1900 Gießen. Zudem oblag ihm die sportliche Leitung beim FSV Frankfurt und seinem Heimatverein FSV Fernwald, bei dem er im Alter von 17 Jahren die ersten Fußballschritte im Seniorenbereich machte. Für den 1. FC Saarbrücken hatte er 1974 im Spiel gegen den SV Darmstadt 98 das erste Tor in der Geschichte der neu gegründeten 2. Bundesliga erzielt.

Als Trainer in der heimischen Region waren seine Kabinenansprachen legendär - sei es beim FSV Fernwald oder auch dem VfB 1900 Gießen. Semlitsch ist ein Mensch mit Ecken und Kanten, der immer seine Meinung vertreten hat. Es gab einige, die mit dieser Art nicht klarkamen, der Großteil aber schätzte ihn für seine Ehrlichkeit und seine akbribische Trainerarbeit.

Sehr viel Glück hatte Semlitsch vor 17 Jahren: Kurz nach Ostern 2004 hatte er die Profis des FSV Frankfurt zum Training gebeten. Kapitän Mounir Zitouni sprach ihn an und meinte: »Du siehst blass aus.« Semlitsch hörte genau hin, ging zum Masseur, der ihn sofort ins Krankenhaus brachte. Die Diagnose: Herzinfarkt. »Das schnelle Eingreifen hat mir das Leben gerettet«, sagt Semlitsch noch heute. 2006 folgte dann die Rückkehr »nach Hause« - zum FSV Fernwald.

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